19.05.2026
Die Europäische Union plant nicht, die tschechische Praxis zu verbieten, Bier als „desítka“ oder „dvanáctka“ zu kennzeichnen, teilte die Vertretung der Europäischen Kommission in Prag mit. Sie stellte sich damit am Sonntag gegen ein online kursierendes Gerücht über ein mögliches Ende des traditionellen Systems zur Beschreibung der Bierstärke.
Die Kommissionsvertretung erklärte, es gebe keinen Plan, die Verbrauchsteuerrichtlinie so zu überarbeiten, dass die Mitgliedstaaten auf eine Kennzeichnung nach Plato-Graden verzichten müssten – ein Maß, das in Teilen Mitteleuropas seit Langem verwendet wird, um die Würzekonzentration vor der Gärung anzugeben. Damit können Länder Bier weiterhin entweder nach Alkoholgehalt oder nach Gradskala besteuern und kennzeichnen, wie bisher.
Auch der Tschechische Bier- und Malzverband wies die Behauptung zurück. Er erklärte, ihm liege kein konkreter Gesetzesvorschlag der Europäischen Kommission vor, der das tschechische System abschaffen oder 2031 als Frist für dessen Ende festlegen würde. Tomáš Slunečko, Geschäftsführer des Verbands, sagte, es gebe keine Hinweise auf eine solche Maßnahme.
Nach geltendem EU-Recht dürfen die Mitgliedstaaten unterschiedliche Systeme für die Bierbesteuerung verwenden. Neben der Tschechischen Republik nutzen auch Länder wie Deutschland, Österreich und Polen in gewisser Form noch gradbasierte Methoden. Auf dem tschechischen Markt sind Bezeichnungen wie „desítka“ und „dvanáctka“ bei Verbrauchern weiterhin weithin bekannt und eng mit der lokalen Bierkultur verbunden.
Die Kommission erklärte, die Diskussionen auf europäischer Ebene konzentrierten sich allgemeiner auf Verbraucherinformationen, Produktkennzeichnung und einige Aspekte der Verbrauchsteuern; die Ausgestaltung der nationalen Steuersysteme liege jedoch weiterhin vor allem in den Händen der einzelnen Mitgliedstaaten. Der Tschechische Bier- und Malzverband kündigte an, die europäische Gesetzgebung weiter zu beobachten und das von ihm als spezifisch für das tschechische Brauwesen beschriebene Profil im In- und Ausland zu verteidigen.
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