07.07.2026

Bruichladdich, die Islay-Brennerei, die dafür bekannt ist, Konventionen beim Scotch Whisky infrage zu stellen, lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf The Classic Laddie, ihren ungetorften Single Malt in einer leuchtend türkisfarbenen Flasche, der als Gegenentwurf zur langen Verbindung der Insel mit rauchigen, stark getorften Stilen vermarktet wird.
Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Scotch-Branche weiterhin zwischen Tradition und sich wandelnden Verbraucherpräferenzen balanciert, insbesondere bei Trinkern, die leichtere Geschmacksprofile, moderne Verpackungen und mehr Transparenz bei der Produktion schätzen. Bruichladdich mit Sitz auf der Hebrideninsel Islay vor der Westküste Schottlands hat einen großen Teil seiner Identität auf diesen Wandel aufgebaut. Die Brennerei sagt, The Classic Laddie solle eine andere Seite von Islay zeigen, eine, die sich eher auf florale, zitrische und maritime Noten als auf Torfrauch konzentriert.
Diese Botschaft steht im Widerspruch zu einem der stärksten Klischees im Scotch. Islay wird seit Jahrzehnten eng mit einigen der bekanntesten getorften Whiskys der Welt verbunden, deren Aromen oft als rauchig, medizinisch oder vom Meer geprägt beschrieben werden. Bruichladdich produziert seit Langem getorfte Abfüllungen unter anderen Labels, doch The Classic Laddie ist zum Flaggschiff ihres Arguments geworden, dass sich der Charakter der Insel nicht auf Rauch allein reduzieren lässt.
Der Whisky wird auch über sein visuelles Design vermarktet. Statt des dunklen Glases und der traditionellen Etikettierung, die im Scotch üblich sind, wird The Classic Laddie in einer minimalistischen türkisfarbenen Flasche verkauft, die im Einzelhandel und hinter der Bar auffällt. In einer Kategorie, in der Herkunftssignale das Branding oft dominieren, ist die Flasche zu einem der wichtigsten Erkennungsmerkmale des Produkts geworden.
Bruichladdich betont zudem, was dem Whisky nicht zugesetzt wird. Die Brennerei sagt, The Classic Laddie enthalte keinen Zuckerkulör, in der Branche als E150a bekannt, der von vielen Produzenten häufig verwendet wird, um die Farbe von Charge zu Charge zu standardisieren. Nach Angaben des Unternehmens stammt die goldene Farbe des Whiskys ausschließlich aus der Reifung in Eichenfässern. Diese Aussage passt zu einer breiteren Bewegung unter Premium-Spirituosenmarken, natürliche Farbe und minimale Eingriffe als Zeichen von Authentizität hervorzuheben.
Ein zweiter Teil der Strategie ist die Rückverfolgbarkeit. Jede Flasche trägt auf dem Rückenetikett einen Code, den Verbraucher auf der Website der Marke eingeben können, um Details zu dieser spezifischen Charge zu sehen. Bruichladdich sagt, die Informationen umfassten die Herkunft der Gerste, die bei der Reifung verwendeten Fassarten und das Destillationsjahr. In einer Branche, in der Verschnittformeln und Beschaffungsdetails oft als Betriebsgeheimnis behandelt werden, bleibt ein solches Maß an Offenlegung ungewöhnlich.
Die Brennerei versteht diese Offenheit als Teil ihrer breiteren Identität. 1881 gegründet und nach einer Schließungsphase im Jahr 2000 wiederbelebt, beschreibt sich Bruichladdich als progressiver Produzent mit Wurzeln auf Islay, der zugleich bereit ist, von etablierten Scotch-Normen abzuweichen. Das Unternehmen hat erklärt, es verwende zu 100 % schottische Gerste, und Transparenz sowie Nachhaltigkeit zu zentralen Themen seiner öffentlichen Kommunikation gemacht. Zudem verweist es auf seine B-Corp-Zertifizierung als Beleg für diese Verpflichtungen.
Der erneute Fokus auf The Classic Laddie spiegelt auch wider, wie Whiskyproduzenten versuchen, neue Zielgruppen zu erreichen, ohne ihre Kernkundschaft zu vernachlässigen. Ungetorfte Single Malts haben bei Verbrauchern an Zugkraft gewonnen, denen stark rauchige Whiskys zunächst schwerfallen mögen, die aber dennoch einen Einstieg in Scotch mit regionaler Identität und glaubwürdiger Produktion suchen. Auch Barkeeper setzen zunehmend leichtere Single Malts in Highballs und anderen einfachen Serves ein, bei denen Frische statt Intensität im Vordergrund steht.
In Spanien und Portugal, wo Bruichladdich von Amer Global Brands vertreten wird, wird diese Positionierung ebenso stark mit Lifestyle-Marketing wie mit Verkostungsnotizen verknüpft. Amer Global Brands, ein familiengeführtes Getränkeunternehmen, das seit mehr als drei Jahrzehnten auf der Iberischen Halbinsel aktiv ist, betreut ein Portfolio mit Eigenmarken und internationalen Spirituosenmarken. Der Vertrieb umfasst On-Trade-Kunden wie Hotels, Restaurants und Bars sowie Off-Trade-Einzelhandelskanäle.
Für Bruichladdich ist der wirtschaftliche Fall klar: Wenn Islay einer der stärksten Ortsnamen im Scotch bleibt, dann erweitert der Nachweis, dass die Insel Whiskys jenseits von Torf hervorbringen kann, sowohl das eigene Publikum als auch die Attraktivität der Kategorie. The Classic Laddie wird als dieser Beleg eingesetzt, wobei Verpackung, Produktionsangaben und Offenlegung auf Chargenebene alle derselben Argumentation dienen: Moderne Scotch-Trinker wollen Geschmack, aber sie wollen auch Klarheit darüber, was in der Flasche ist und woher es stammt.
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