08.07.2026

Das Beer Institute teilte am Dienstag mit, dass die steuerpflichtigen Auslieferungen der US-Brauer im Mai zurückgingen. Damit setzte sich ein schwacher Jahresauftakt für inländische Bierlieferungen fort und es gab ein weiteres Zeichen für eine nachlassende Nachfrage in einem wichtigen Teil des Getränkemarkts.
Die Branchenorganisation veröffentlichte eine inoffizielle Schätzung, wonach die steuerpflichtigen Auslieferungen im Mai 2026 bei 12,2 Millionen Barrel lagen, ein Rückgang um 6,0 % gegenüber 12.975.660 Barrel im Mai 2025. Für die ersten fünf Monate des Jahres beliefen sich die steuerpflichtigen Auslieferungen auf 55.460.335 Barrel, verglichen mit 58.350.208 Barrel im Vorjahreszeitraum, was einem Rückgang von 5,0 % entspricht.
Steuerpflichtige Auslieferungen werden in der Bierbranche genau beobachtet, weil sie die Lieferungen erfassen, auf die die bundesstaatliche Verbrauchsteuer erhoben wird. Zwar sind sie kein direkter Maßstab für den Einzelhandelsabsatz, doch werden sie weithin als Indikator für die Aktivität der Brauereien und die kurzfristige Nachfrage genutzt. Deshalb ist der Monatsbericht für Produzenten, Distributoren und Zulieferer relevant, wenn sie Produktion, Lagerbestände, Fracht und Steuerstrategie in der breiteren Getränkeindustrie planen.
Der Rückgang im Mai folgte auf schwächere Werte zu Jahresbeginn. Die Tabelle des Beer Institute zeigte für Januar ein Minus von 15,2 % gegenüber dem Vorjahr, für Februar ein Minus von 3,2 %, für März ein Minus von 0,8 % und für April ein Minus von 0,5 %. In Volumen gerechnet lagen die Auslieferungen im Mai um 775.660 Barrel unter dem Wert des Vorjahresmonats.
Gleichzeitig deutete ein separater Bericht des Beer Institute zu den Handelsströmen auf ein stabileres Bild bei importiertem Bier hin. Die US-Bierimporte erreichten im Mai 117,7 Millionen Gallonen und lagen damit laut den am selben Tag veröffentlichten Importdaten der Organisation um 0,8 % über dem Vorjahreswert. Der Kontrast legt nahe, dass sich importiertes Bier im Monatsverlauf besser hielt als die steuerpflichtigen inländischen Auslieferungen, auch wenn die Gesamtlage weiterhin uneinheitlich blieb.
Für Brauereien und Getränkeunternehmen ist diese Entwicklung bedeutsam. Ein Rückgang der steuerpflichtigen inländischen Auslieferungen kann sich auf Braupläne, Verpackungsaufträge und die Lagerplanung auswirken, während stabile Importmengen die Portfolioentscheidungen von Unternehmen beeinflussen können, die sowohl in den USA hergestellte als auch importierte Marken verkaufen. Er kann auch bestimmen, wie Großhändler Flächen zuweisen und wie Zulieferer die Nachfrage nach Dosen, Flaschen und Transportkapazitäten einschätzen.
Das Beer Institute bezeichnete die Zahl der steuerpflichtigen Auslieferungen als inoffizielle Schätzung. Die Organisation vertritt Brauereien, Bierimporteure und Zulieferer in den Vereinigten Staaten. Sie teilte mit, dass ihre Schätzung der steuerpflichtigen Auslieferungen für Juni 2026 am 4. August veröffentlicht werden soll.
Die aktuellen Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Bierunternehmen weiterhin einen Markt navigieren, der von vorsichtigen Konsumausgaben, veränderten Markenpräferenzen und Konkurrenz durch andere Alkoholkategorien sowie alkoholfreie Getränke geprägt ist. Die monatlichen Lieferdaten erklären nicht die Ursachen des Rückgangs, liefern aber eines der frühesten Bilder dafür, wie sich der US-Biermarkt von Monat zu Monat entwickelt.
Nach Angaben des Beer Institute unterstützt die Brauindustrie fast 2,42 Millionen Arbeitsplätze und trägt mehr als 471 Milliarden US-Dollar zur US-Wirtschaft bei. Vor diesem Hintergrund dürfte der Rückgang der steuerpflichtigen Auslieferungen seit Jahresbeginn um 5,0 % von Führungskräften aus Brauereiwesen, Vertrieb und Getränkelogistik genau beobachtet werden, wenn sie die Nachfrage in der Sommersaison einschätzen.
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