Grupo Modelo baut eine Brauerei für 760 Millionen US-Dollar in Hidalgo

Der neue Komplex in Apan soll bis zu 12 Millionen Hektoliter pro Jahr produzieren, während die Nachfrage nach mexikanischem Bier in den USA stark bleibt.

27.07.2026

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Grupo Modelo baut eine Brauerei für 760 Millionen US-Dollar in Hidalgo

Grupo Modelo, die mexikanische Brauerei im Besitz von AB InBev, baut in Apan, Hidalgo, einen neuen Brau- und Abfüllkomplex mit einer Investition von rund 14 Milliarden mexikanischen Pesos, also etwa 760 Millionen US-Dollar. Das Projekt schafft in Zentralmexiko einen bedeutenden neuen Produktionsstandort zu einer Zeit, in der mexikanisches Bier im In- und Ausland stark bleibt und der Handelsdruck rund um Importe in die Vereinigten Staaten die Branche weiterhin prägt.

Das Unternehmen hat die Anlage zunächst auf eine Kapazität von bis zu 12 Millionen Hektolitern pro Jahr ausgelegt. In dieser Größenordnung würde der Standort zu den größten Betrieben von Grupo Modelo weltweit zählen. Der Standort soll dem Brauer integrierte Produktions- und Abfüllkapazitäten in einem strategisch wichtigen Teil des Landes verschaffen und damit sein Versorgungsnetz sowohl für den Inlandsabsatz als auch für Exportmärkte stärken.

Die Investition erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem mexikanische Biermarken, darunter Corona, weiterhin eine herausragende Stellung auf dem US-Markt einnehmen. Die Nachfrage nach importiertem mexikanischem Bier ist ein wichtiger Faktor im nordamerikanischen Getränkemarkt geblieben, auch wenn Brauereien und Händler mit veränderten Logistikkosten, Zolldebatten und sich wandelnden Wettbewerbsbedingungen konfrontiert sind. Eine Anlage dieser Größe könnte das regionale Angebot erhöhen und die Exportflexibilität verbessern, was für das Biergeschäft insgesamt von Bedeutung sein kann, da Produzenten über Volumen, Lieferzeiten und Preise konkurrieren.

Der Bau der Brauerei hat in Hidalgo bereits erhebliche Beschäftigung geschaffen. Mehr als 4.500 Arbeiter waren nach Berichten, die in der Branchenberichterstattung zitiert wurden, am Bau des Standorts beteiligt. Grupo Modelo hat zudem mehr als 600 Menschen eingestellt und geschult, um die Brauerei und die Abfüllanlage zu betreiben, sobald die Produktion beginnt.

Das Projekt in Apan ist Teil eines umfassenderen Investitionsplans von AB InBev in Mexiko. Das Unternehmen hat erklärt, Grupo Modelo plane zwischen 2025 und 2027 mehr als 3,6 Milliarden US-Dollar im Land zu investieren. Die neue Brauerei scheint bislang einer der größten sichtbaren Bestandteile dieses Programms zu sein und unterstreicht Mexikos Rolle als zentraler Produktionsstandort für eine der weltweit größten Brauereigruppen.

Mexiko ist bereits der weltweit führende Bierexporteur, wobei Corona als internationale Leitmarke dient. Diese Position hat die Braukapazität im Land nicht nur für den lokalen Verbrauch, sondern auch für Ausfuhren besonders wichtig gemacht. Der Ausbau der Produktion in Hidalgo könnte Grupo Modelo helfen, auf künftiges Nachfragewachstum zu reagieren und zugleich Mexikos Stellung im globalen Bierhandel zu festigen.

Die Ankündigung fällt zudem in eine Phase politischen Drucks in den Vereinigten Staaten darüber, wo Bier für amerikanische Verbraucher hergestellt werden sollte. Die International Brotherhood of Teamsters, eine der größten Gewerkschaften des Landes, hat jüngst ihre Forderungen nach Zöllen auf mexikanisches Bier erneuert und argumentiert, dass mehr Bier für den US-Markt von amerikanischen Arbeitern gebraut statt jenseits der Grenze produziert werden sollte. Diese Forderungen verändern die aktuellen Handelsströme für sich genommen nicht, schaffen aber zusätzliche Unsicherheit für Brauereien mit grenzüberschreitenden Lieferketten.

Für Getränkeunternehmen ist diese Spannung über eine einzelne Marke oder eine einzelne Anlage hinaus relevant. Hohe Kapitalausgaben für Brauereien können die Angebotsverhältnisse in ganzen Regionen über Jahre hinweg verändern und sich auf Frachtwege, Verpackungsnachfrage, die Planung der Händler und den Exportwettbewerb auswirken. Sollten Handelsbarrieren später steigen, könnten Produzenten mit hoher Abhängigkeit von importiertem Bier mit höheren Kosten oder dem Druck konfrontiert sein, ihre Beschaffung anzupassen. Bleiben sie aus, könnte die ausgeweitete mexikanische Kapazität die Lieferungen in wichtige Märkte weiter stützen, in denen importierte Lagerbiere beliebt bleiben.

Apan in Hidalgo im zentralen Mexiko verschafft Grupo Modelo eine Lage näher an wichtigen inländischen Transportkorridoren und fügt seinem Netzwerk zugleich einen weiteren großindustriellen Knotenpunkt hinzu. Die Kombination von Brauerei und Abfüllung an einem Standort deutet auf den Versuch hin, Abläufe zu straffen und Ineffizienzen zu verringern, die mit dem Transport von Bier in großen Mengen zwischen verschiedenen Anlagen vor der Verpackung verbunden sind.

AB InBev hat in diesem Bericht nicht öffentlich detailliert dargelegt, wie viel der künftigen Produktion aus Apan für den Export und wie viel für den Inlandsverbrauch bestimmt sein wird. Doch mit einer anfänglichen Jahreskapazität von bis zu 12 Millionen Hektolitern verschafft die Anlage Grupo Modelo Spielraum, beide Kanäle in relevantem Umfang zu bedienen. In einem Biermarkt, in dem sich die Nachfrage grenzüberschreitend schnell verändern kann und in dem politische Risiken weiterhin Teil der Geschäftsplanung sind, könnte diese zusätzliche Kapazität strategisch ebenso wichtig sein wie operativ.

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