WSWA-Prognose sieht rückläufige Spirituosenverkäufe in den USA bis 2027

Die Branchenorganisation erklärte, der Abschwung des Marktes dürfte sich schrittweise abschwächen, wobei sich Tequila stabilisieren und Whiskey deutlicher verbessern sollte.

02.07.2026

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Die Wine & Spirits Wholesalers of America teilte am Mittwoch mit, dass ihre jüngste SipSource-Prognose auf eine weitere schwierige Phase für den US-amerikanischen Spirituosenmarkt hindeutet, wobei die Rückgänge bis 2027 anhalten dürften, auch wenn sich erste Anzeichen einer allmählichen Stabilisierung zeigen.

Der über PRNewswire veröffentlichte Ausblick der Branchenorganisation prognostiziert eine leichte Verbesserung des gesamten Core-Spirituosenmarkts von einem rollierenden 12-Monats-Absatztrend von -4,19 % im ersten Quartal 2026 auf -3,91 % bis zum vierten Quartal 2026 und -3,68 % bis zum zweiten Quartal 2027. In den SipSource-Daten schließt Core Spirits trinkfertige Produkte auf Spirituosenbasis aus.

Die Prognose umfasst den Zeitraum vom zweiten Quartal 2026 bis zum zweiten Quartal 2027 und stützt sich auf das, was WSWA als umfangreichen Absatzdatenbestand bezeichnete, der Verkaufsinformationen von mehr als 20 großen Großhändlern, Daten aus Monopolstaaten sowie mehrere makroökonomische Indikatoren umfasst. Die Projektionen verfolgen rollierende 12-Monats-Wachstumsraten bei Absatzmengen in 9-Liter-Kisten über sieben große Kategorien hinweg: Brandy und Cognac, Rum, Tequila und Agave, Vodka, US-Whiskey, Irish Whiskey und Scotch Whisky.

Francis Creighton, Präsident und CEO von WSWA, sagte, der Markt stehe weiterhin unter Druck, könne sich aber einer stabileren Phase nähern. Die jüngsten Zahlen deuteten darauf hin, dass sich die Lage im kommenden Jahr zu beruhigen beginnen könnte, wenn auch weiterhin im negativen Bereich, und dass Unternehmen bei der Bewältigung der schwächeren Nachfrage diszipliniert planen und gezielt mit Verbrauchern in Kontakt treten müssten.

Der Bericht legt nahe, dass sich Tequila und Agaven-Spirituosen, eines der in der Branche in den vergangenen Jahren am genauesten beobachteten Segmente, nach einer deutlichen Verlangsamung Anfang 2026 stabilisieren dürften. WSWA erklärte, dass die Entwicklung in den mittleren Preissegmenten dazu beitragen sollte, die breitere Schwäche in dieser Kategorie auszugleichen. Dennoch erwartet die Organisation nicht, dass Tequila und Agave im Prognosezeitraum wieder in den positiven Wachstumsbereich zurückkehren.

Vodka dürfte laut der Prognose besser abschneiden als der breitere Spirituosenmarkt, während Rum, Irish Whiskey und Brandy/Cognac voraussichtlich hinter den allgemeinen Core-Spirituosen-Trends zurückbleiben werden. Trotz dieser relativen Unterschiede dürften alle vier Kategorien bis 2026 und bis Anfang 2027 weiterhin im negativen Wachstumsbereich bleiben.

Für Whiskey ist der Ausblick etwas fester. WSWA erklärte, US-Whiskey und Scotch sollten sich mit Blick auf 2027 allmählich verbessern. Diese Erholung, sofern sie sich wie prognostiziert entwickelt, dürfte von den Preissegmenten des sogenannten „Affordable Luxury“ getragen werden, was darauf hindeutet, dass Verbraucher weiterhin vorsichtig handeln, zugleich aber selektiv für höherwertige Flaschen ausgeben könnten.

Die Prognose ist nicht nur für Spirituosenhersteller relevant, da Absatztrends auf Großhandelsebene häufig Produktionspläne, Vertriebsstrategien, Preisentscheidungen und Werbeausgaben in der gesamten Getränkebranche prägen. Für Lieferanten und Distributoren von Destillaten können schwächere, aber sich stabilisierende Volumina die Margenplanung und das Bestandsmanagement beeinflussen. Sie könnten auch beeinflussen, wie Unternehmen ihre Aufmerksamkeit zwischen Premiumlabels, mittelpreisigen Angeboten und Einstiegsmarken aufteilen, während sie versuchen, sich an die veränderte Verbrauchernachfrage anzupassen.

WSWA erklärte, SipSource habe in den vergangenen 24 Monaten bei den veröffentlichten Prognosen eine Genauigkeit von mehr als 90 % erzielt. Zudem fügte die Organisation hinzu, dass ihre jüngste Prognose bei allen Core-Spirituosen eine Genauigkeit von 99,8 % erreicht habe, wenn man eine Prognose aus dem dritten Quartal 2025 mit den tatsächlichen Absatzdaten des ersten Quartals 2026 vergleiche.

SipSource wird als Marktinformationsinstrument für Lieferanten, Distributoren und andere Branchenakteure genutzt, die Daten auf Kategorie- und Preissegmentebene suchen. WSWA erklärte, die Plattform decke 70 % des Großhandelsvolumens in allen 50 Bundesstaaten ab, und zwar über Daten, die direkt von ihren Mitgliedern stammen. Der Verband vertritt die Großhandelsstufe des Wein- und Spirituosengeschäfts und sagt, seine Mitgliedsunternehmen vertreiben mehr als 80 % aller in den Vereinigten Staaten verkauften Weine und Spirituosen.

Der neue Ausblick kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Getränkeunternehmen über alle Kategorien hinweg die Verbraucherausgaben genau beobachten, da Inflationsdruck, veränderte Trinkgewohnheiten und der Wettbewerb durch alternative Produkte den Alkoholabsatz weiterhin belasten. In diesem Umfeld kann selbst ein langsamerer Rückgang ein wichtiges Signal für die kommerzielle Planung mit Blick auf Ende 2026 und Anfang 2027 liefern.

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