14.07.2026

Italien hat seine Ratifikation des Genfer Akts zum Lissabonner Abkommen bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum hinterlegt. Nach Angaben der Regierung soll dies den internationalen Schutz der geografischen Angaben des Landes stärken, darunter vieler Produkte mit Bezug zu Wein und anderen Getränken.
Das Dokument wurde von Patrizio La Pietra, Staatssekretär im italienischen Ministerium für Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Forsten, an WIPO-Generaldirektor Darren Tang übergeben. Mit diesem Schritt tritt Italien dem aktualisierten Lissabonner System bei, das durch den Genfer Akt geschaffen wurde, einer 2015 vorgenommenen Überarbeitung des internationalen Vertrags zur Stärkung des rechtlichen Schutzes geografischer Angaben und Ursprungsbezeichnungen.
Nach Angaben des Ministeriums dehnt die Ratifikation den Schutz automatisch auf 166 bereits eingetragene italienische geografische Angaben aus. Diese breitere Abdeckung soll den Erzeugern stärkere rechtliche Instrumente gegen Nachahmung, Produktfälschung und die unzulässige Verwendung geschützter Namen auf Auslandsmärkten geben.
Italien gehörte 1958 zu den Gründungsmitgliedern des ursprünglichen Lissabonner Abkommens und spielte eine zentrale Rolle bei den Verhandlungen, die zur diplomatischen Konferenz 2015 führten, auf der der Genfer Akt angenommen wurde. Mit Italiens Ratifikation steigt die Zahl der Vertragsparteien des Genfer Akts auf 73.
La Pietra bezeichnete geografische Angaben als strategische Priorität für Italien. In einer von Terra e Vita zitierten Erklärung sagte er, der Schutz einer GI bedeute, die Integrität der Erzeuger, die Verbrauchersicherheit, die ländlichen Wirtschaften und die kulturelle Identität zu verteidigen. Die Ratifikation bestätige Italiens Auffassung, dass Tradition und Innovation gemeinsam voranschreiten können und zugleich lokalen Gemeinschaften helfen, sich mit internationalen Märkten zu verbinden.
Für Italiens Lebensmittel- und Getränkeindustrie könnte die Maßnahme über ihre rechtliche Symbolik hinaus praktische Bedeutung haben. Das Land verfügt über eines der weltweit größten Portfolios geschützter DOP- und IGP-Produkte, darunter auch Weine, deren wirtschaftlicher Wert stark von Bekanntheit des Namens und Herkunftsangaben abhängt. Ein breiterer multilateraler Rahmen könnte die Durchsetzung gegen falsche oder irreführende Verweise auf italienische Bezeichnungen im Ausland verbessern, einschließlich Formen des „Italian sounding“, die Verkäufe authentischer Erzeuger abziehen können.
Das Ministerium erklärte, der neue Rahmen biete mehrere operative Vorteile für die italienische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion: stärkere internationale Governance, größere geografische Reichweite des Schutzes, wirksamere Instrumente gegen Produktfälschungen und ein einheitliches System für Registrierung und Schutz geografischer Angaben. Die Verantwortlichen sehen zudem potenzielle Vorteile in den Beziehungen zu Drittstaaten, da immer mehr WIPO-Mitglieder dem System beitreten.
Das ist vor allem in Exportmärkten wichtig, in denen geschützte Namen oft ungleich behandelt werden oder langwierigen Streitigkeiten ausgesetzt sind. Für Getränkehersteller, insbesondere im Weinsektor, könnte eine stärkere Anerkennung im Rahmen eines internationalen Registrierungssystems dazu beitragen, Ansprüche auf die Verwendung von Bezeichnungen in Rechtsordnungen zu stützen, in denen die lokale Durchsetzung schwierig oder zersplittert war.
Die Ratifikation fügt sich in eine breitere italienische Politik ein, die darauf abzielt, zertifizierte nationale Produkte im Ausland zu verteidigen und zu fördern. Die Regierung argumentiert, dass stärkere internationale Schutzmechanismen nicht nur für den Erhalt des Rufs unerlässlich sind, sondern Verbrauchern in einem globalen Markt, der zunehmend von Nachahmung und Missbrauch herkunftsbezogener Namen geprägt ist, auch klarere Zusicherungen der Echtheit geben.
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