03.07.2026

Deutschland plant, die Steuern auf Spirituosen, Sekt und Alkopops ab dem 1. Januar 2027 zu erhöhen. Die Regierung begründet dies sowohl mit dem Bedarf im Haushalt als auch mit gesundheitspolitischen Zielen.
Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte, die Maßnahme sei bereits im April vom Kabinett grundsätzlich im Rahmen der Bemühungen zur Schließung von Lücken im Bundeshaushalt gebilligt worden. Der Sprecher fügte hinzu, dass die Erhöhung auch aus gesundheitspolitischen Gründen verfolgt werde.
Nach in Deutschland berichteten Details würde die Steuer auf Spirituosen um 20 % steigen, von 13,03 Euro auf 15,64 Euro je Liter reinen Alkohols. Auf dieser Grundlage würde eine 0,7-Liter-Flasche Wodka mit 40 % Alkohol fast 90 Cent mehr kosten.
Das Finanzministerium erwartet, dass die höhere Alkoholsteuer jährlich rund 400 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen bringen wird. Bier wäre von dem Plan nicht betroffen, und auf Wein würde weiterhin keine separate Sondersteuer erhoben.
Der Vorschlag umfasst auch Sekt, Deutschlands Kategorie für Schaumwein, sowie Alkopops und weitet die Auswirkungen damit über reine Spirituosen hinaus aus. Das ist für Getränkehersteller, Importeure, Händler und Gastronomiebetriebe relevant, die diese Produkte verkaufen, da höhere Verbrauchsteuern nach Inkrafttreten der Maßnahme direkt in die Ladenpreise und Restaurantmargen einfließen können. Gerade bei Schaumwein könnte sich die Änderung sowohl auf heimische Produzenten als auch auf ausländische Marken auswirken, die auf dem deutschen Markt konkurrieren.
Die Steuerdebatte wurde auch durch Empfehlungen einer vom Gesundheitsministerium eingesetzten Kommission geprägt. Das Gremium schlug vor, die Steuern auf Spirituosen zu erhöhen, um das gesetzliche Krankenversicherungssystem in Deutschland durch zusätzliche Einnahmen zu stabilisieren. Es empfahl drei aufeinanderfolgende Erhöhungen in den Jahren 2027, 2028 und 2029.
Die Kommission argumentierte, höhere Steuern würden den Konsum wahrscheinlich verringern. Dieser Effekt könne dazu beitragen, jährlich etwa 1.000 Krebsfälle sowie zahlreiche Unfälle zu verhindern.
Vorerst ist der von der Regierung angekündigte Schritt die für 2027 vorgesehene Erhöhung. Die Entscheidung lässt Bier außen vor und bewahrt Deutschlands langjährige Praxis, auf Wein keine Sondersteuer zu erheben, wodurch sich bei den wichtigsten Getränkekategorien eine unterschiedliche steuerliche Behandlung ergibt, während Berlin versucht, den fiskalischen Druck mit gesundheitspolitischen Zielen in Einklang zu bringen.
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