Mexikanische Abgeordnete erwägen eine Biersteuererhöhung um bis zu 1 Peso je Einheit

Die Maßnahme könnte 6,451 Milliarden Pesos einbringen, wenn sie in das im Kongress debattierte Wirtschaftspaket 2027 aufgenommen wird.

03.09.2026

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Mexikanische Abgeordnete erwägen im Rahmen der frühen Debatte über das Wirtschaftspaket des Landes für 2027 eine Steuererhöhung um bis zu 1 mexikanischen Peso auf jede Einheit Bier. Ein Vorschlag, der bei Umsetzung rund 6,451 Milliarden Pesos an zusätzlichen Einnahmen bringen könnte.

Die Maßnahme wurde am Mittwoch in Schlussfolgerungen vorgestellt, die von einer Arbeitsgruppe ausgearbeitet wurden, welche vom Finanzausschuss für öffentliche Kredite in Mexikos Abgeordnetenkammer eingesetzt worden war. Vanessa López Carrillo, Abgeordnete der Laborpartei, sagte, der Vorschlag sehe vor, die auf Bier erhobene Verbrauchsteuer um zwischen 0,60 Pesos und 1 Peso je Einheit zu erhöhen.

Der Vorschlag ist nicht genehmigt und nicht in Kraft. Er müsste zunächst in die umfassendere Haushaltsdebatte aufgenommen werden, die am 8. September in der Abgeordnetenkammer beginnt, wenn die Abgeordneten das Wirtschaftspaket 2027 beraten.

Befürworter der Änderung argumentieren, Bier sollte wegen seiner dominanten Rolle auf dem mexikanischen Alkoholmarkt einen größeren Teil der Steuerlast tragen. Von López Carrillo präsentierte Daten zeigten, dass Bier 93,1 % des Absatzvolumens alkoholischer Getränke im Land ausmacht, aber 63,3 % der Einnahmen aus der Sondersteuer auf Produktion und Dienstleistungen, bekannt als IEPS, beiträgt. Destillierte Spirituosen stehen demgegenüber für 6,3 % des Absatzvolumens und erzeugen 33,3 % dieser Steuereinnahmen, während Wein 0,6 % des Marktes ausmacht und 3,5 % beisteuert.

López Carrillo bezeichnete diese Lücke als tiefe Asymmetrie in der Steuerstruktur des Sektors. Sie sagte, die Anpassung wäre angesichts der Größe des Biermarktes und der finanziellen Stärke der größten dort tätigen Unternehmen moderat. Die Arbeitsgruppe argumentierte zudem, Mexikos zwei führende Brauereien seien seit mehr als einem Jahrzehnt Teil globaler Konzerne, während kleinere heimische Produzenten anderen Wettbewerbs- und Finanzierungsbedingungen ausgesetzt seien.

Nach dem von der Arbeitsgruppe empfohlenen Szenario würden die Gesamteinnahmen aus dem IEPS und der Mehrwertsteuer, oder IVA, von 140,586 Milliarden Pesos auf 147,037 Milliarden Pesos steigen. Das entspräche einem Anstieg um rund 6,451 Milliarden Pesos oder 4,6 %.

Mexiko wendet derzeit unterschiedliche IEPS-Sätze auf alkoholische Getränke an, je nach Alkoholgehalt. Getränke mit bis zu 14 Alkoholgraden zahlen 26,5 %, solche mit mehr als 14 bis zu 20 Alkoholgraden 30 %, und solche über 20 Alkoholgraden 53 %. Bier fällt im derzeitigen System in der Regel in die niedrigste Stufe.

Der von López Carrillo beschriebene Vorschlag würde einen festen Betrag je Einheit Bier hinzufügen, statt lediglich den bestehenden Prozentsatz anzupassen. Sie sagte, die praktische Wirkung wäre je nach Preis und Präsentation eine Erhöhung um etwa 0,60 Pesos bis 1 Peso pro Bier. Die veröffentlichten Unterlagen nennen nicht, welche Behältergröße in der Definition einer Einheit enthalten ist, sodass sich die Erhöhung nicht auf einen Preis pro Liter umrechnen lässt.

Dieses fehlende Detail ist wichtig, weil die Auswirkungen auf die Endverbraucherpreise und die Ausgaben der Verbraucher je nach Marke, Packungsgröße und Vertriebskanal stark variieren könnten. Eine feste Erhöhung belastet tendenziell niedrigpreisige Produkte stärker als Premium-Marken, was bedeutet, dass die Auswirkungen vor allem im Economy-Segment des Biermarkts spürbar sein könnten. Mexiko gehört zu den größten Biermärkten der Welt, und Bier ist mit Abstand das am weitesten verbreitete alkoholische Getränk im Land, sodass schon eine geringe Steuererhöhung je Einheit weitreichende Folgen für Verbraucher, Produzenten, Händler und Einzelhändler haben könnte.

Der Vorschlag kommt zudem, während die Abgeordneten weiter darüber debattieren, wie Alkohol über die verschiedenen Kategorien hinweg besteuert werden soll. Befürworter sagen, das derzeitige System belaste Bier im Verhältnis zu seinem Marktanteil zu wenig, während stärkere Kategorien wie destillierte Spirituosen bereits höheren Sätzen unterlägen. Die Empfehlung der Arbeitsgruppe spiegelt diese Sicht wider und stellt Bier als klarsten Ansatzpunkt dar, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen, ohne die Struktur der breiteren Alkoholsteuersätze zu verändern.

Vorerst bleibt die Maßnahme eine Empfehlung und keine Regierungspolitik. Ob sie in das Budgetpaket aufgenommen wird, das die Abgeordneten am 8. September zu beraten beginnen, und wie der Kongress den Einnahmebedarf gegen Bedenken hinsichtlich Preisen, Konsum und der Auswirkungen auf eine Branche abwägt, die den Markt für alkoholische Getränke in Mexiko dominiert, wird über ihre Zukunft entscheiden.

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