Park & Bellheimer übernimmt Eichbaum und beendet das Brauen in Mannheim

Die Produktion in der insolventen Brauerei soll am 30. September enden; von der Schließung sind rund 240 Arbeitsplätze betroffen.

10.09.2026

Eichbaum-Bier bleibt im Handel, doch die Produktion verlässt Mannheim: Park & Bellheimer hat sich darauf geeinigt, das Markengeschäft der insolventen Brauerei zu übernehmen, wie Unternehmensangaben zufolge, über die der SWR berichtete. Die Übertragung ist zum 1. Oktober vorgesehen, einen Tag nachdem das Brauen im Mannheimer Werk enden soll. Damit endet die Produktion an einem Standort mit einer Geschichte von fast 350 Jahren.

Der Deal sichert den Namen Eichbaum und das Vertriebsnetz, hält das Brauen in Mannheim kurzfristig aber nicht aufrecht. Park & Bellheimer teilte mit, dass die wichtigsten Eichbaum-Sorten zunächst in den eigenen Anlagen des Käufers in Rheinland-Pfalz hergestellt werden. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, und die Unternehmen haben nicht mitgeteilt, wie viel des Markenvolumens an diesen Standorten gebraut werden soll.

Die Schließung der insolventen Brauerei in Mannheim betrifft rund 240 Arbeitsplätze, eine Zahl, die bereits vor der Ankündigung des Übernahmeplans kommuniziert worden war. Die Transaktion zeigt, wie die Konsolidierung den deutschen Biermarkt verändert: Ein historischer Brauereistandort wird geschlossen, während seine Marken und kommerziellen Rechte unter einem anderen Produzenten fortgeführt werden.

Park & Bellheimer wird das Geschäft über eine hundertprozentige Tochtergesellschaft mit Sitz in Mannheim abwickeln. Selbst mit dieser lokalen Unternehmensstruktur verlagert sich die mit Eichbaum verbundene industrielle Tätigkeit vorerst aus der Stadt. Ein möglicher Plan für den Bau einer kleineren Brauerei in Mannheim bleibt bislang nur ein mittelfristiges Projekt und ist noch nicht finalisiert.

Die Unternehmen haben die Transaktion als Asset-Kauf und nicht als Übernahme der juristischen Person selbst beschrieben. Dieser Unterschied ist für Kunden und Geschäftspartner wichtig, weil Kundenverträge bei einem Asset-Deal nicht automatisch übergehen. Park & Bellheimer muss daher die Fortführung dieser Beziehungen separat regeln, während das Unternehmen das Markengeschäft übernimmt.

Der Zeitpunkt ist für den Übergang zentral. Das Brauen am insolventen Standort Mannheim soll am 30. September enden. Am 1. Oktober soll Park & Bellheimer die Kontrolle über das Eichbaum-Markengeschäft übernehmen, sodass der Verkauf ohne Unterbrechung weiterlaufen kann, wenn die nötigen kommerziellen Vereinbarungen abgeschlossen sind. Die Struktur ist darauf ausgelegt, die Marke im Handel und in der Gastronomie präsent zu halten, auch wenn die ursprüngliche Produktionsbasis schließt.

Eichbaum ist seit Langem mit Mannheim und der Brautradition der Region verbunden. Der Verlust der Produktion in der städtischen Brauerei markiert das Ende einer Fertigung, die fast dreieinhalb Jahrhunderte zurückreicht. Das macht die Entwicklung über die unmittelbare Geschäftstransaktion hinaus bedeutsam, weil sie das Fortbestehen eines bekannten Bierlabels mit dem Verschwinden des Standorts verbindet, an dem es seine Identität aufgebaut hat.

Für Park & Bellheimer erweitert die Übernahme das Portfolio um eine etablierte Regionalmarke in einer Zeit, in der viele Brauereien in Deutschland unter Kostendruck, sinkendem Bierkonsum und intensivem Wettbewerb leiden. Die Übernahme von Markenrechten und Vertriebsstrukturen, ohne die volle operative Last einer insolventen Anlage zu tragen, kann einen schnelleren Weg bieten, die Marktpräsenz auszuweiten. Zugleich lassen die nicht offengelegten Angaben zu Kaufpreis und künftigen Produktionsmengen zentrale Fragen zur wirtschaftlichen Größenordnung des Schritts offen.

Das Fehlen eines Mengen-Ziels ist besonders bemerkenswert, weil es eine frühe Einschätzung begrenzt, wie viel Braukapazität Park & Bellheimer für Eichbaum einplanen muss. Das Unternehmen teilte lediglich mit, dass die wichtigsten Sorten zunächst in den eigenen Standorten in Rheinland-Pfalz gebraut werden. Das deutet darauf hin, dass anfangs die Sicherung der Kontinuität für die Kernprodukte im Mittelpunkt steht und nicht von Beginn an ein breiterer Neustart.

Die Vereinbarung unterstreicht auch die praktischen Grenzen, eine Marke nach einer Insolvenz zu bewahren. Den Namen weiterzuführen verhindert keine Arbeitsplatzverluste in der ursprünglichen Brauerei, und es garantiert auch nicht, dass die Produktion nach Mannheim zurückkehrt. Für die Beschäftigten ist die unmittelbare Realität die Stilllegung des bestehenden Werks. Für Distributoren und Einzelhändler wird vor allem die Frage sein, ob die Lieferungen nach der rechtlichen Übergabe im Oktober reibungslos weiterlaufen.

Deutsche Brauereien stehen seit Jahren unter Druck durch veränderte Trinkgewohnheiten, höhere Betriebskosten und einen überfüllten Markt mit vielen Regionalmarken, die um Regalflächen und Zapfleitungen konkurrieren. In diesem Umfeld sind Markenübernahmen zu einem Weg geworden, Marktanteile zu verteidigen und etablierte Namen im Umlauf zu halten, auch wenn die lokale Produktion nicht mehr tragfähig ist. Der Eichbaum-Fall passt in dieses Muster, fällt aber auch wegen des Alters des Mannheimer Standorts und des symbolischen Gewichts der Schließung einer so lang bestehenden Brauerei auf.

Mit der Ankündigung wurden keine Finanzdetails veröffentlicht, und keine der beiden Seiten hat gesagt, wann über eine mögliche spätere kleinere Brauerei in Mannheim entschieden werden könnte. Vorerst beschränken sich die bestätigten Schritte auf das Ende des Brauens in der insolventen Anlage am 30. September, den Beginn der Kontrolle von Park & Bellheimer über das Markengeschäft am 1. Oktober und die Verlagerung der Anfangsproduktion in Anlagen in Rheinland-Pfalz.

Das bedeutet, dass Eichbaum-Trinker das Bier nach Oktober voraussichtlich weiterhin im Handel finden werden, das Produkt aber zumindest kurzfristig nicht mehr aus Mannheim kommen wird. Die Marke überlebt, während die Brauerei, die sie über Generationen hergestellt hat, schließen soll.