Europäische Weinhandelsgruppe plant Parlamentsforum zur Frage, ob Wein in einen gesunden Lebensstil passt

Die für den 29. September angesetzte Diskussion in Brüssel, organisiert von CEEV, soll die politischen Debatten über Alkohol, Krebsprävention und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mitprägen.

Freitag, 11. September 2026

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Europäische Weinhandelsgruppe plant Parlamentsforum zur Frage, ob Wein in einen gesunden Lebensstil passt

Das Europäische Komitee der Weinunternehmen, bekannt als CEEV, hat Politiker und weitere Interessengruppen zu einer Diskussion am 29. September im Europäischen Parlament in Brüssel über die Rolle von Wein in gesundheitspolitischen Debatten eingeladen, wie aus einer am Freitag verbreiteten Einladung hervorgeht.

Die Veranstaltung mit dem Titel „Health debates: Can wine be part of a healthy lifestyle?“ ist für 16:30 bis 18:00 Uhr in Raum ASP5E2 im Parlament angesetzt. CEEV teilte mit, die Diskussion werde gemeinsam ausgerichtet von dem italienischen Abgeordneten Dario Nardella aus der Mitte-Links-Fraktion der Sozialisten und Demokraten sowie einem Mitglied der Mitte-Rechts-Fraktion der Europäischen Volkspartei, dessen Name noch nicht bestätigt sei. Im Anschluss ist von 18:15 bis 20:30 Uhr ein Weinempfang geplant.

Aus der Einladung geht hervor, dass die Veranstaltung in einer Zeit organisiert wird, in der Europas Gesundheitsinstitutionen und internationale Gremien weiterhin über Alkohol, Krebsprävention, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere nicht übertragbare Krankheiten debattieren. CEEV sagte, die Diskussion solle prüfen, ob die Politik zu Wein und Gesundheit von wissenschaftlichen Erkenntnissen geleitet werde, und zu einer nach seiner Darstellung ausgewogeneren und nuancierteren Debatte anregen.

Das Programm nennt einführende Worte von einem noch zu benennenden EPP-Mitglied und von Marzia Varvaglione, Präsidentin von CEEV. Auf dem Hauptpanel sollen Dr. Gianni Pes, leitender Forscher in der Abteilung für klinische und experimentelle Medizin an der Universität Sassari, und Dr. Attilio Giacosa, Professor für Gastroenterologie und Verdauungsendoskopie sowie Präsident des Istituto per la Ricerca su Vino, Alimentazione e Salute, kurz IRVAS, vertreten sein. Die Sitzung umfasst außerdem Fragen aus dem Publikum und Schlussbemerkungen von Nardella.

In der dem Einladungsschreiben beigefügten Hintergrundnotiz verwies CEEV auf laufende gesundheitspolitische Initiativen auf europäischer und internationaler Ebene, darunter Arbeiten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebsprävention, dem Safe Heart Plan und der Weltgesundheitsorganisation. Die Gruppe sagte, diese Debatten machten es wichtig, dass Diskussionen über Wein „fest in der Wissenschaft verankert“ bleiben.

Die Einladung legt zudem starken Fokus auf Forschung zu den sogenannten Blue Zones, Regionen, die mit hoher Lebenserwartung und gesundem Altern in Verbindung gebracht werden. Genannt werden ausdrücklich Sardinien in Italien, Ikaria in Griechenland und Nicoya in Costa Rica. Laut Veranstaltungsbeschreibung wollen die Organisatoren untersuchen, wie Ernährung, Lebensstil, Umweltbedingungen und soziale Gewohnheiten dort zusammenwirken und ob moderater Weinkonsum als Teil eines breiteren Musters aus Essen und Sozialleben in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden sollte.

Dieser Rahmen stammt von einem Branchenverband, der Weinproduzenten und -vermarkter vertritt, und die Veranstaltung scheint teilweise darauf ausgelegt zu sein, die politische Debatte in Brüssel zu beeinflussen. CEEV bezeichnet sich als repräsentative Organisation für Unternehmen der EU-weiten Wein-, aromatisierten Wein- und Essigbranche. Nach eigenen Angaben vereint sie 24 nationale Verbände und 2 Branchenverbände aus 13 EU-Mitgliedstaaten sowie Mitglieder aus der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und der Ukraine sowie ein Konsortium von 4 großen europäischen Weinunternehmen. Die Gruppe sagt, ihre Mitglieder stünden für mehr als 90% der europäischen Weinausfuhren.

In den Unterlagen zur Veranstaltung wird auch auf die jüngste politische Erklärung der Vereinten Nationen zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten verwiesen. CEEV sagte, dieses Dokument unterstütze evidenzbasierte und ausgewogene Ansätze in Prävention und Gesundheitspolitik – ein Punkt, der zur übergeordneten Botschaft des Forums am 29. September passe.

Aus der Einladung geht nicht hervor, dass öffentliche Gesundheitsgruppen, die den Einfluss der Alkoholindustrie kritisieren, als Redner vorgesehen sind. Auf der Liste der Panelteilnehmer stehen Forscher und Ärzte, doch die Veranstaltung wird von einer Handelsgruppe organisiert, deren Mitglieder ein direktes wirtschaftliches Interesse daran haben, wie Wein in europäischer Regulierung und öffentlicher Kommunikation behandelt wird.

Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, und CEEV teilte mit, Rückmeldungen seien bis zum 20. September erbeten. Die Organisation nannte ihr Brüsseler Büro in der Avenue des Arts und erklärte, Fragen könnten an die allgemeine E-Mail-Adresse ceev@ceev.eu gesendet werden.

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