Schweizer Zahnarzt öffnet 118 Champagnerflaschen in 60 Sekunden

Die Organisatoren bezeichneten den Sabrage-Versuch in Neuchâtel als Weltrekord; die Erlöse gingen an eine Organisation gegen Lebensmittelverschwendung.

26.08.2026

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Schweizer Zahnarzt öffnet 118 Champagnerflaschen in 60 Sekunden

Ein Schweizer Zahnarzt hat beim Sabrage, der zeremoniellen Praxis, eine Champagnerflasche mit einem Säbel zu öffnen, einen neuen Maßstab gesetzt, nachdem er bei einer Veranstaltung in Neuchâtel, Schweiz, 118 Flaschen in einer Minute geöffnet hatte.

Der Mann hinter der Leistung, Mirko Bozin, schlug mit einem Säbel die Hälse von 118 Flaschen Champagne Pommery in 60 Sekunden ab, wie die Organisatoren der Veranstaltung mitteilten. Der Versuch sollte zugleich ein öffentliches Spektakel und eine Spendenaktion sein. Bozin hatte zuvor gesagt, er hoffe auf 150 Flaschen, doch die Endzahl von 118 stellte dennoch das dar, was die Organisatoren als neuen Weltrekord in dieser Disziplin bezeichneten.

Die Veranstaltung hatte auch einen wohltätigen Zweck. Bozin leitete sämtliche Erlöse an Free Go weiter, eine Gruppe, die gegen Lebensmittelverschwendung arbeitet, indem sie nicht verkaufte Produkte sammelt und sie über für die Öffentlichkeit zugängliche Kühlschränke verteilt. Besucher konnten die Spendenaktion unterstützen, indem sie Gläser Champagner kauften oder symbolisch eine Flasche übernahmen und dafür ein Verkostungspaket erhielten.

Die Organisatoren sagten, der beim Versuch geöffnete Wein sei nicht verschwendet worden. Der Champagner sei entweder vor Ort getrunken oder im Anschluss geborgen worden, ein wichtiger Punkt bei einer Veranstaltung, die auf einen Anti-Verschwendungs-Zweck ausgerichtet war. Dieses Detail half, den Rekordversuch als mehr als nur eine Demonstration von Tempo und Technik einzuordnen, zumal öffentliche Veranstaltungen mit Luxusprodukten angesichts von Überfluss und Verschwendung zunehmend kritisch betrachtet werden können.

Zwei Notare dokumentierten den Versuch und gaben ihm damit eine formale Beglaubigung. Dennoch wird der Rekord nicht bei Guinness World Records eingereicht. Nach Angaben der Organisatoren entschied sich Bozin, die für einen Guinness-Antrag erforderlichen Registrierungskosten nicht zu zahlen, und zog es stattdessen vor, die gesamten Erlöse für wohltätige Zwecke zu verwenden.

Bozin bereitete sich auf den Versuch vor, indem er sich auf Technik und Ausrüstung konzentrierte. Er verwendete einen nach seinen Vorgaben gefertigten Säbel, der leichter war als ein traditioneller, eine Änderung, die ihm helfen sollte, schneller von Flasche zu Flasche zu wechseln. Beim Sabrage ist die Klinge nicht im üblichen Sinn zum Schneiden geschärft. Der Flaschenkopf bricht ab, wenn der Säbel mit genügend Kraft auf die Naht am Flaschenhals trifft, während der Innendruck des Schaumweins dazu beiträgt, Glasring und Korken gemeinsam herauszuschleudern.

Dieses mechanische Detail ist zentral für die Praxis und ihre Risiken. Sabrage ist ein kontrollierter Schlag und keine Schneidbewegung, und erfordert Präzision. Die Flasche muss gekühlt, im richtigen Winkel gehalten und sauber entlang der Naht getroffen werden. Bei öffentlichen Vorführungen betonen Praktiker in der Regel, dass die Technik nur von geschulten Personen unter angemessenen Sicherheitsvorkehrungen versucht werden sollte.

Das Ritual hat tiefe historische Wurzeln. Sabrage wird gemeinhin mit der napoleonischen Zeit in Verbindung gebracht, als es Berichten zufolge von Kavallerieoffizieren genutzt wurde, um Siege zu feiern und mitunter nach Niederlagen die Stimmung zu heben. Im Laufe der Zeit gelangte es aus der Militärüberlieferung in die Hotellerie, die gehobene Gastronomie und den Weinausschank, wo es zu einem dramatischen Symbol des Feierns wurde. In den vergangenen Jahren hat es sich zudem zu einem Nischenfeld für Wettbewerbsdemonstrationen entwickelt, bei denen Tempo, Wiederholung und Genauigkeit im Mittelpunkt stehen.

Bozins Auftritt in Neuchâtel spiegelt diesen Wandel wider. Was einst vor allem ein zeremonieller Gag war, wird heute von einigen Enthusiasten auch als Test disziplinierter Bewegungen unter Zeitdruck gesehen. Das Ergebnis in der Schweiz rückt Bozin in das Zentrum dieser kleinen, aber sichtbaren Szene, selbst ohne einen offiziellen Guinness-Eintrag, und verbindet die Leistung eher mit einer Spendenaktion als allein mit einer kommerziellen Promotion.

Der Versuch zog Aufmerksamkeit nicht nur wegen der Zahl der in einer Minute geöffneten Flaschen auf sich, sondern auch, weil er eine hochtheatrale Weintradition mit einer lokalen Wohltätigkeitsaktion verband. In diesem Rahmen wurde das Bild eines Zahnarztes, der mit einem speziell entworfenen Säbel 118 Flaschen Champagner in rascher Folge öffnete, sowohl zu einem Spektakel für die Menge als auch zu einem Instrument, um Geld für die Arbeit zur Umverteilung von Lebensmitteln zu sammeln.

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