Sachsen rechnet mit 2,6 Millionen Litern Wein aus der Ernte 2026

Die Schätzung liegt rund 10 % unter dem Vorjahresertrag, doch die Niederschläge im Juni hielten die Erträge über dem langjährigen Durchschnitt.

Freitag, 21. August 2026

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Die Weinwirtschaft Sachsens rechnet aus der Ernte 2026 mit rund 2,6 Millionen Litern Wein, etwa 10 % weniger als im Vorjahr, aber immer noch über dem langjährigen Durchschnitt, teilte der Sächsische Weinbauverband mit.

Die Prognose wurde veröffentlicht, als am Donnerstag auf dem Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul die Weinlese begann, wo die Winzer traditionell mit den frühreifen Rebsorten starten. Verbandsvorsitzender Felix Hößelbarth sagte, die ersten geernteten Trauben seien Goldriesling gewesen, gefolgt von Solaris, aus dem das Weingut seinen jungen Federweißen herstellt.

Nach Schätzung des Verbands läge Sachsens Ertrag damit bei rund 2,89 Millionen Litern im Jahr 2025, also um etwa 289.000 Liter niedriger. Die Zahl ist eine frühe regionale Prognose für Sachsen, kein endgültiges Ernteergebnis und keine Schätzung für ganz Deutschland.

Hößelbarth sagte, 2026 sei für die ostdeutschen Winzer weiterhin als gutes Weinjahr zu werten. Den Ausblick führte er unter anderem auf den Regen zurück, der bis in den Juni anhielt und den Weinbergen in Sachsen und im Saale-Unstrut-Gebiet zugutekam. Dadurch hätten die trockenen Bedingungen später in der Saison dort die Erträge weniger stark belastet als in den westdeutschen Weinregionen, wo mit größeren Ernteausfällen gerechnet wird.

Gleichwohl zeigten die Winzer in Sachsen auch Anzeichen von Stress infolge des diesjährigen Wetters. Hößelbarth sagte, die Beeren seien deutlich kleiner als gewöhnlich. Die vielen Sonnentage sollten seiner Ansicht nach für kräftige Aromen in den Weinen sorgen, während der jüngste Regen rechtzeitig gekommen sei, um später reifende Rebsorten zu begünstigen.

Der Verband sagte, die Ernteaussichten spiegelten auch Veränderungen im Weinbau wider, da die Erzeuger sich an ein wärmeres und weniger vorhersehbares Klima anpassen. Hößelbarth sagte, Tropfbewässerung sei bei Neuanlagen inzwischen eher die Regel als die Ausnahme. Er verwies zudem auf den Einsatz neuerer Anbaumethoden und Rebsorten als Teil der Reaktion des Sektors auf veränderte Wettermuster.

Auch wenn die Ernteaussichten nach historischen Maßstäben weiterhin günstig sind, stehen die Winzer zugleich vor einem schwierigeren Absatzumfeld. Hößelbarth sagte, die Weingüter beobachteten ein vorsichtigeres Kaufverhalten der Verbraucher, der Handel gebe kleinere Bestellungen auf und die Nachfrage der Gastronomie lasse nach. Sachsens Erzeuger befänden sich dennoch in einer vergleichsweise stabilen Lage, weil Angebot und Nachfrage in der Region weiterhin weitgehend im Gleichgewicht seien.

Der Direktverkauf werde für die lokalen Weingüter immer wichtiger, sagte er, vor allem über Weinfeste und Veranstaltungen auf Weinbergen und Gutshöfen. Nach Angaben des Verbands steigen sowohl die Besucherzahlen als auch die Verkäufe bei diesen Veranstaltungen, was den Erzeugern bei nachlassenden Marktbedingungen einen weiteren Absatzkanal verschafft. Die Region bereitet sich noch in diesem Monat auf Tage der offenen Weingüter vor, gefolgt von Weinfesten in Radebeul und Meißen im September.

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