Gallup: 32 % der US-Trinker wählen am häufigsten Spirituosen

Bier liegt weiterhin vorn mit 36 %, doch sein Vorsprung vor Spirituosen ist seit 2016 von 23 auf vier Punkte geschrumpft.

21.08.2026

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Spirituosen haben bei US-Trinkern im vergangenen Jahrzehnt Boden gutgemacht: 32 % der US-amerikanischen Alkoholkonsumenten sagen inzwischen, dass Spirituosen die Getränkeart sind, die sie am häufigsten trinken, so ein am Donnerstag veröffentlichter Gallup-Bericht.

Die Zahl entspricht einem Anstieg um 12 Punkte gegenüber rund 20 % im Jahr 2016. Bier bleibt mit 36 % die am häufigsten gewählte Kategorie, doch sein Vorsprung ist nach einem Rückgang um sieben Punkte im selben Zeitraum geschrumpft, wie Gallup ermittelte.

Die Ergebnisse stammen aus Gallups jährlicher Umfrage zu Trinkgewohnheiten, die vom 1. Juli bis zum 19. Juli 2026 durchgeführt und in einem Bericht mit dem Titel „Americans’ Drinking Remains at Record Low“ veröffentlicht wurde. Die Umfrage misst die selbst angegebene Präferenz unter Menschen, die Alkohol trinken. Sie erfasst weder Verkäufe noch Verbrauchsmengen, Preise oder Marktanteile.

Die Ergebnisse weisen auf einen bemerkenswerten Wandel bei den Getränkepräferenzen in den USA hin, dem nach Wert größten Alkoholmarkt der Welt, obwohl der Gesamtbericht zeigt, dass die Trinkbeteiligung historisch niedrig bleibt. Gallups Kategorienmessung fragt Trinker, welche Art alkoholisches Getränk sie am häufigsten konsumieren, und bietet damit eine Momentaufnahme davon, wie sich Präferenzen verändern, nicht aber davon, wie viel von jedem Produkt verkauft wird.

Bier hält zwar weiter den Spitzenplatz, doch die Lücke zwischen Bier und Spirituosen ist heute deutlich kleiner als vor einem Jahrzehnt. 2016 lag Bier laut Gallups Zahlen etwa 23 Punkte vor Spirituosen. In der jüngsten Umfrage ist dieser Vorsprung auf vier Punkte geschrumpft.

Die neuen Daten zeigen auch eine klare Aufteilung nach Geschlecht. Unter Frauen, die Alkohol trinken, sagten 37 %, dass Spirituosen das Getränk sind, das sie am häufigsten konsumieren. Unter Männern lag der Anteil bei 26 %. Dieser Unterschied legt nahe, dass ein Großteil der jüngsten Dynamik der Kategorie von weiblichen Konsumenten getragen wurde, auch wenn Bier insgesamt weiterhin stark ist.

Gallup stellte zudem fest, dass Spirituosen bei jüngeren Erwachsenen nahe an Bier heranreichen, wo die beiden Kategorien inzwischen fast gleichauf liegen. Das markiert einen weiteren Wandel gegenüber früheren Trinkmustern in den USA, als Bier unter jüngeren Konsumenten einen deutlich komfortableren Vorsprung hatte. Der Bericht stellte den Wandel nicht als direkten Substitutionseffekt dar, doch die parallelen Bewegungen in den Daten zeigen, dass Spirituosen zulegen, während Bier etwas Boden verliert.

Die Umfrage ergänzt das breitere Bild eines sich wandelnden US-Alkoholmarktes, in dem Ready-to-drink-Cocktails, Premium-Spirituosen, Tequila, Bourbon und andere höherwertige Kategorien in den vergangenen Jahren ihre Präsenz ausgebaut haben. Gallups Umfrage weist in der wichtigsten Präferenzmessung keine einzelnen Spirituosentypen aus, doch das Gesamtergebnis legt nahe, dass Destillate für viele Trinker zu einer häufigeren Standardwahl werden.

Gleichzeitig sind die Grenzen der Umfrage wichtig. Eine selbstberichtete Präferenzmessung erfasst, was die Befragten sagen, dass sie am häufigsten trinken, nicht wie viele Getränke sie konsumieren, wie viel sie ausgeben oder ob eine Kategorie mehr Umsatz erzeugt als eine andere. Eine Person, die Spirituosen als bevorzugtes Getränk nennt, kann sie je nach Portionsgröße und Trinkgewohnheiten in der Menge seltener konsumieren als ein Biertrinker. Die Gallup-Zahlen zeigen daher einen Wandel in der angegebenen Präferenz, nicht einen direkten Blick auf die kommerzielle Leistung.

Auch mit diesem Vorbehalt ist der Trend bedeutsam, weil er ebenso stark eine Veränderung der Konsumentenidentität wie des Verhaltens abbildet. Wenn mehr Trinker Spirituosen als ihre Hauptwahl beschreiben, deutet das darauf hin, dass die Kategorie im alltäglichen Alkoholkonsum zentraler wird, nicht nur bei besonderen Anlässen oder hochpreisigen Käufen. Das ist für Produzenten, Einzelhändler und Restaurants wichtig, weil sich aus Veränderungen bei der angegebenen Präferenz im Laufe der Zeit Produktmix, Marketing und Preisgestaltung beeinflussen lassen.

Gallup veröffentlichte den Bericht am 20. August, einen Tag bevor die neuesten Zahlen breitere Aufmerksamkeit erhielten. Die Umfrage wurde landesweit in den USA durchgeführt. Die wichtigste Erkenntnis zur Getränkeauswahl war eindeutig: Bier ist unter US-Alkoholkonsumenten nach wie vor das am häufigsten genannte Getränk, doch Spirituosen haben stetig zugelegt und liegen nun deutlich näher an der Spitze als 2016.

Die Umfrage ordnet diesen Wandel auch in einen breiteren sozialen Kontext ein. Insgesamt berichten die Amerikaner nicht von einer höheren Trinkbeteiligung. Vielmehr findet der Wandel innerhalb einer kleineren oder zurückhaltenden Trinkerschaft statt, in der sich die Mischung der bevorzugten Getränke verschiebt. In diesem Sinn ist das Wachstum bei Spirituosen eher ein relativer Zugewinn innerhalb des Trinkmarktes als ein Beleg für einen breiten Anstieg des Alkoholkonsums.

Für die Spirituosenbranche ist das dennoch eine wichtige Entwicklung. Ein Anstieg der angegebenen Präferenz um 12 Punkte über 10 Jahre in den USA signalisiert einen dauerhaften Wandel des Verbrauchergeschmacks. Für Bier entfernt der Rückgang um sieben Punkte seine Position als führende Kategorie nicht, zeigt aber, dass seine traditionelle Dominanz schwächer geworden ist. Gallups Daten deuten darauf hin, dass der Abstand zwischen beiden inzwischen klein genug ist, dass künftige Umfragen bei anhaltenden Mustern eine andere Reihenfolge zeigen könnten.

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