18.08.2026

Die europäischen Bierexporte nach Russland stiegen im Juni nach mehreren schwachen Monaten deutlich an und erreichten laut von RIA Novosti ausgewerteten Eurostat-Handelsdaten 4,1 Mio. Euro. Der Juni-Wert lag beim 2,7-Fachen des im Mai verzeichneten Niveaus und markierte den höchsten Monatswert seit September 2025. Trotz dieser Erholung blieb der Handelsstrom deutlich unter dem Vorjahresniveau; die Exporte im Juni lagen 44 % unter denen des gleichen Monats 2025.
Der Sprung gegenüber Mai war relativ gesehen groß, weil die Basis des Vormonats niedrig war. Auf Grundlage der veröffentlichten Verhältnisse beliefen sich die Exporte im Mai auf rund 1,52 Mio. Euro, was einem monatlichen Anstieg von etwa 2,58 Mio. Euro bzw. rund 170 % entspricht. Die Daten deuten auf eine kurzfristige Erholung des Versandwerts hin, nicht jedoch auf eine Rückkehr zu den Volumina oder Werten von vor einem Jahr.
Die Zahlen für das erste Halbjahr zeigen, wie stark der Handel über einen längeren Zeitraum eingebrochen ist. Von Januar bis Juni exportierte die Europäische Union Bier im Wert von 4,95 Mio. Euro nach Russland. Das war 5,2-mal weniger als im gleichen Zeitraum 2025, sodass der Handel im ersten Halbjahr nur etwa ein Fünftel des Vorjahresniveaus erreichte. Die kumulierten Zahlen legen nahe, dass die Erholung im Juni auf eine längere Schrumpfung folgte und nicht auf eine breite Erholung des Bierhandels zwischen EU und Russland hindeutet.
Polen war der Haupttreiber des Anstiegs im Juni. Polnische Bierexporte nach Russland beliefen sich in dem Monat auf 2,3 Mio. Euro, also auf etwa 56 % aller EU-Bierlieferungen auf den russischen Markt. Laut den von RIA Novosti zitierten Daten war das 6,6-mal mehr als im Mai und dreimal so viel wie im Juni 2025. Die Entwicklung Polens verschaffte dem Land im Monatsvergleich eine dominierende Position unter den EU-Lieferanten und machte den Großteil des Anstiegs der Gesamtexporte der EU nach Russland aus.
Litauen belegte mit Bierlieferungen im Wert von 677.000 Euro nach Russland im Juni den zweiten Platz. Das entsprach einer Versechsfachung gegenüber Mai, lag aber weiterhin dreimal niedriger als im Juni 2025. Belgien folgte auf Platz drei mit Exporten von 473.000 Euro, 1,7-mal höher als im Vormonat. Die Tschechische Republik lieferte Bier im Wert von 448.000 Euro; das war etwa 25 % weniger als ein Jahr zuvor. Deutschland steigerte seine Exporte von Mai auf Juni um das 1,9-Fache auf 109.000 Euro. Zu den kleineren Lieferanten zählten Lettland mit 59.000 Euro und Portugal mit 39.000 Euro.
Die Zahlen beziehen sich auf den Zollwert und nicht auf das physische Volumen, was für die Interpretation von Veränderungen der Handelsströme wichtig ist. Ein Anstieg des Exportwerts kann größere Lieferungen, höhere Preise, Änderungen im Produktmix oder eine Kombination dieser Faktoren widerspiegeln. Die im Bericht zitierten verfügbaren Daten enthalten weder die Zahl der versandten Liter noch die Durchschnittspreise, sodass sich der Anstieg im Juni nicht direkt mit einer Veränderung der verkauften Biermenge verknüpfen lässt.
Das Juniergebnis fiel vor allem deshalb auf, weil es eine Phase deutlich niedrigerer monatlicher Handelswerte unterbrach und die Exporte auf den höchsten Stand seit rund neun Monaten trieb. Zugleich zeigt der Vorjahresvergleich, dass der Markt nach wie vor deutlich kleiner ist als Mitte 2025. Die Gesamtsumme des ersten Halbjahres bestätigt dieses Bild: Die Exporte der EU nach Russland sind trotz der Erholung im Juni weiterhin stark reduziert.
Die Zahlen wurden am 17. August in einer auf Eurostat-Daten basierenden Analyse von RIA Novosti gemeldet. Da einige der Vergleiche auf gerundeten Wachstumsraten beruhen, sind mehrere absolute Veränderungen näherungsweise. Die in der Analyse zitierten veröffentlichten Eurostat-Werte beziehen sich auf den Zollwert der Bierexporte von der Europäischen Union nach Russland im Juni und in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026.
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