Wetherspoon warnt vor Gewinnverfehlung

Die britische Pub-Kette hat binnen fünf Monaten ihre dritte Gewinnwarnung ausgegeben, da höhere Kosten und langsameres Umsatzwachstum die Margen unter Druck setzen.

08.05.2026

Teilen

JD Wetherspoon teilte am Mittwoch mit, dass der Jahresgewinn leicht unter den Markterwartungen liegen könnte. Damit gab das Unternehmen binnen fünf Monaten bereits die dritte Gewinnwarnung aus, da höhere Kosten und langsameres Umsatzwachstum die britische Pub-Kette weiter belasteten.

Das Unternehmen erklärte, der flächenbereinigte Umsatz sei im dritten Quartal um 3,4 % gestiegen, lag damit aber unter dem Tempo von 4,3 %, das es seit Jahresbeginn verbucht hatte. Vorstandschef John Hutson sagte, die Vorsicht spiegele eher die Absatzentwicklung als allein die Kosten wider; der Handel im Quartal habe hinter dem zurückgelegen, was das Unternehmen zu Jahresbeginn erwartet hatte.

Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der britische Gastgewerbesektor mit einer schwierigen Mischung aus steigenden Energiekosten und schwachen Konsumausgaben konfrontiert ist. Die Energiepreise sind nach Störungen im Zusammenhang mit dem Krieg unter Beteiligung Irans deutlich gestiegen und erhöhen den Druck auf Pubs, Restaurants und Bars, die ohnehin mit höheren Kosten für Lebensmittel, Kraftstoff und andere unverzichtbare Güter zu kämpfen haben. Die Haushalte wiederum halten sich angesichts der weiter anhaltenden Inflation mit Ausgaben zurück.

Wetherspoon versucht seit Langem, Kunden mit niedrigen Preisen für Getränke und Speisen anzulocken – eine Strategie, die in wirtschaftlich angespannten Zeiten helfen kann, zugleich aber begrenzt, wie viel von den eigenen Kostensteigerungen das Unternehmen weitergeben kann. Dadurch bleiben die Margen anfällig, wenn Löhne, Versorgungsleistungen und andere Ausgaben schneller steigen als der Umsatz.

Das Unternehmen wollte sich in einer Telefonkonferenz mit Analysten nicht zu Preisänderungen äußern und erklärte, man wolle wettbewerbsfähig bleiben. Analysten sagten, diese Zurückhaltung bei Preiserhöhungen dürfte den Margendruck kurzfristig aufrechterhalten.

Die Aktie von Wetherspoon reagierte auf die Mitteilung im Londoner Handel kaum verändert, was darauf hindeutet, dass Anleger bereits mit einer gewissen Schwäche gerechnet hatten. Analysten von Hargreaves Lansdown erklärten, der Markt habe weitere Schwäche offenbar bereits eingepreist.

LSEG-Daten zufolge erwarten Analysten derzeit für Wetherspoon einen Vorsteuergewinn von 72,8 Millionen Pfund für das Geschäftsjahr bis Ende Juli. Die jüngste Warnung des Unternehmens reiht sich in Anzeichen ein, dass selbst auf preisbewusste Gäste ausgerichtete Pub-Betreiber Mühe haben, ihren Schwung zu halten, da die Verbraucher vorsichtiger werden und die Betriebskosten in der gesamten Branche hoch bleiben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Teilen Sie ihn