03.06.2026

Der U-Bahn-Streik in London in dieser Woche könnte die Buchungen in der Gastronomie um mehr als zwei Drittel senken, wie eine Analyse zeigt, die verdeutlicht, wie schnell sich Störungen im Verkehr auf Pubs, Bars und Restaurants in der Hauptstadt auswirken können.
Access Hospitality erklärte, die Schätzung basiere auf Daten aus den Streiks in der London Underground im September 2025. In diesem Zeitraum ging der Laufkundschaftsverkehr um fast 70 % zurück, während der Umsatz in Pubs an einem Tag im Zuge einer separaten Streikaktion im April um 46 % fiel, so das Unternehmen. Der jüngste Ausstand begann am 2. Juni und sollte bis zum 4. Juni andauern.
Die Zahlen deuten auf einen herben Schlag für die On-Trade hin – zu einem Zeitpunkt, an dem viele Betreiber bereits mit höheren Lohnkosten, steigenden Gemeinkosten und schwächerer Konsumnachfrage zu kämpfen haben. Branchenverbände schätzen seit Längerem, dass streikbedingte Störungen dem Londoner Gastgewerbe- und Tourismussektor bis zu 150 Millionen Pfund oder rund 204 Millionen US-Dollar kosten können.
Tastecard, das auch frühere Streikphasen in den Jahren 2023 und 2024 ausgewertet hat, kam zu dem Ergebnis, dass die Gastronomiebetriebe in Zone 1 während dieser Störungen im Schnitt einen Umsatzrückgang von 32 % verzeichneten. Am stärksten betroffen waren Pubs und Bars mit einem Minus von 38 %.
Die jüngste Aktion folgt auf Streiks im April, als die Umsätze der Londoner Gastronomie im Wochenvergleich um 18 % zurückgingen. Pubs verloren in diesem Zeitraum 54 % ihrer Wocheneinnahmen, und allein an einem Streiktag sank der Umsatz um 46 %.
Michael Kill, Geschäftsführer der Night Time Industries Association, bezeichnete den Stillstand als „einen weiteren schweren Rückschlag“ für die On-Trade. Unternehmen im Zentrum Londons seien stark auf Büroangestellte, Pendler, Besucher und Touristen angewiesen; jede Störung des Verkehrs wirke sich unmittelbar auf Laufkundschaft und Geschäft aus, sagte er.
Er fügte hinzu, viele unabhängige Betriebe könnten sich angesichts der aktuellen Wirtschaftslage keinen weiteren Tag mit drastisch sinkenden Umsätzen leisten. Nach Kills Angaben stehen Betreiber bereits unter Druck durch höhere Betriebskosten, gestiegene Personalkosten und anhaltende Belastungen bei der Konsumnachfrage.
Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich Londons Gastgewerbe von einer Reihe von Störungen zu erholen versucht, die den Abendumsatz wiederholt geschmälert und die Buchungen in zentralen Stadtteilen belastet haben.
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