16.07.2026

Forscher haben einen neuen Immunoassay entwickelt, um Melatonin und 2-Hydroxymelatonin in Wein nachzuweisen. Er bietet ein schnelleres Analysewerkzeug zur Messung zweier bioaktiver Verbindungen, die üblicherweise mit komplexeren Labormethoden bestimmt werden.
Die in Food Chemistry veröffentlichte und bei PubMed indexierte Arbeit beschreibt einen Assay, der mithilfe von Computer-Aided Design entwickelt wurde, um Antikörper zu erzeugen, die Melatonin und seinen Metaboliten 2-Hydroxymelatonin mit hoher Affinität erkennen. Laut der Studienzusammenfassung wurde die Methode darauf ausgelegt, die Selektivität zu verbessern und Störungen durch andere in komplexen Proben wie Wein enthaltene Substanzen zu verringern.
Melatonin ist vor allem als Hormon bekannt, das an der Regulierung des circadianen Rhythmus beteiligt ist, hat aber auch wegen seiner antioxidativen Eigenschaften Aufmerksamkeit erlangt. Sein Vorkommen sowie das verwandter Metaboliten wurde in Lebensmittel- und Getränkematrizes untersucht, während Forscher bioaktive natürlich vorkommende Verbindungen und deren präzisere Messung genauer betrachten.
Die Autoren erklärten, dass der genaue und effiziente Nachweis von Melatonin und 2-Hydroxymelatonin sowohl für die Forschung als auch für Anwendungen in der Lebensmittel- und Pharmakologie wichtig ist. In diesem Fall wurde der Assay als immunochemische Methode entwickelt, das heißt, er beruht auf Antikörpern statt auf den größeren und technisch anspruchsvolleren Instrumenten, die häufig in der fortgeschrittenen chemischen Analyse eingesetzt werden.
Die Studienzusammenfassung weist darauf hin, dass der neue Test gegen LC-MS/MS, also Flüssigchromatographie-Tandem-Massenspektrometrie, validiert wurde, die weithin als Referenztechnik für die Identifizierung und Quantifizierung von Verbindungen verwendet wird. Dieser Vergleich ist wichtig, weil schnelle Screening-Tools für Labore und Produzenten in der Regel nützlicher sind, wenn sie Ergebnisse liefern, die mit etablierten instrumentellen Methoden übereinstimmen.
Für die Getränkeindustrie könnte der Fortschritt über die akademische Forschung hinaus praktischen Nutzen haben. Ein schnellerer Test für melatoninbezogene Verbindungen könnte Weingütern und anderen Getränkeherstellern helfen, analytische Kontrollen zu stärken, Rückverfolgbarkeitsarbeiten zu unterstützen und Angaben oder Spezifikationen im Zusammenhang mit der Produktzusammensetzung zu überwachen. Jede Verwendung in der Kennzeichnung oder im regulatorischen Prüfverfahren würde davon abhängen, wie solche Verbindungen in den jeweiligen Märkten behandelt werden, doch die Verfügbarkeit einer einfacheren Screening-Methode könnte Routinekontrollen erleichtern.
Der Bericht verweist zudem auf einen breiteren Trend in der Getränkeanalytik: die Anpassung biomedizinischer Testverfahren für Lebensmittelprodukte, die viele Verbindungen enthalten, die Messungen stören können. Wein ist eine besonders schwierige Matrix wegen seiner Mischung aus Polyphenolen, Zuckern, Säuren und gärungsbedingten Substanzen. Ein Assay, der unter diesen Bedingungen seine Spezifität beibehält, kann den Zeitaufwand für bestimmte Formen der Qualitätskontrolle verringern.
Der Titel der Arbeit verweist auf Computer-Aided Design als zentralen Bestandteil des Prozesses. Praktisch bedeutet das, dass die Forscher computergestützte Methoden einsetzten, um zu steuern, wie die Zielmoleküle während der Antikörperentwicklung erkannt werden. Dieser Ansatz wird zunehmend verwendet, wenn Wissenschaftler die Bindungsleistung verbessern wollen, bevor sie in die Laborprüfung übergehen.
Während das über PubMed verfügbare Ausgangsmaterial nur eine kurze Zusammenfassung bietet, stellt es den Assay als empfindliche und spezifische Methode zum Nachweis sowohl von Melatonin als auch von 2-Hydroxymelatonin dar. Außerdem beschreibt es das Werkzeug als geeignet für eine schnelle und zuverlässige Analyse in der biomedizinischen Forschung und der Lebensmittelqualitätskontrolle.
Diese Kombination aus Geschwindigkeit und Selektivität erklärt, warum solche Arbeiten in der Weinanalytik wichtig sind. Traditionelle instrumentelle Methoden bleiben für die Bestätigung und detaillierte Quantifizierung unverzichtbar, können jedoch spezialisierte Ausrüstung, geschultes Personal und mehr Zeit pro Probe erfordern. Immunoassays können eine praktische Ergänzung sein, wenn Labore größere Probenzahlen effizienter screenen müssen.
Die Studie ergänzt die laufenden Bemühungen, das analytische Instrumentarium für Wein und andere Getränke zu erweitern, insbesondere dort, wo Produzenten und Forscher Spurverbindungen verfolgen, die ernährungsphysiologische, funktionale oder kommerzielle Relevanz haben können.
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