Britanniens Absatz von Bier ohne und mit wenig Alkohol steuert auf Sommerrekord zu

Brauer erwarten den Verkauf von mehr als 64 Millionen Pints, da die Nachfrage nach maßvollem Konsum steigt und die Branche auf lockerere Kennzeichnungsregeln drängt

15.07.2026

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Die britische Bierbranche rechnet damit, dass dies ihr bislang stärkster Sommer für Bier ohne und mit wenig Alkohol wird: Nach neuen, von der British Beer and Pub Association veröffentlichten Daten sollen in der Saison mehr als 64 Millionen Pints verkauft werden.

Der Branchenverband erklärte, das wären mehr als acht Millionen Pints über dem im Sommer 2025 verzeichneten Niveau und setze einen starken Nachfrageschub fort, der die Kategorie zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente des britischen Biermarkts gemacht habe. Die BBPA sagte, im vergangenen Jahr seien rund 200 Millionen Biere ohne und mit wenig Alkohol konsumiert worden, womit 2025 das stärkste Jahr in der Geschichte des Segments gewesen sei.

Die Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Brauereien und Pub-Betreiber in Großbritannien von einem stärkeren Verbraucherinteresse an maßvollem Konsum berichten, insbesondere bei Trinkgelegenheiten in der warmen Jahreszeit rund um Biergärten, Parks und Sportübertragungen. Der Verband sagte, das Volumen der Kategorie sei seit 2013 um 870% gewachsen, ein Tempo, das er als Beleg dafür bezeichnete, dass Bier ohne und mit wenig Alkohol inzwischen ein dauerhafter Teil des Biergeschäfts und kein kurzfristiger Trend mehr sei.

Gleichzeitig drängt der Verband die britische Regierung, die gesetzliche Definition von „alcohol free“ zu ändern, und argumentiert, dass die derzeitigen Regeln Investitionen und Produktentwicklung einschränkten. Nach den geltenden britischen Vorschriften muss ein Bier weniger als 0,05% Alkohol nach Volumen enthalten, um als alcohol free gekennzeichnet werden zu dürfen. Die BBPA will diesen Grenzwert auf 0,5% ABV anheben, wie er in vielen anderen Ländern verwendet wird.

Die Unterscheidung ist wichtig, weil sie beeinflusst, wie Brauer Produkte formulieren, wie sie sie kennzeichnen und ob der Einstieg in die Kategorie wirtschaftlich tragfähig ist. Ein höherer Grenzwert könnte es potenziell mehr Herstellern erleichtern, alkoholfreie Biere auf den Markt zu bringen, die Auswahl für Verbraucher erweitern und weitere Investitionen im breiteren Getränkesektor anstoßen, insbesondere da die Nachfrage weiter steigt.

Emma McClarkin, Geschäftsführerin der British Beer and Pub Association, sagte, Brauereien und Pubs im ganzen Land reagierten bereits auf veränderte Trinkgewohnheiten, indem sie ihr Angebot an Getränken mit geringerem Alkoholgehalt ausbauten. Die Regierung solle den „Schwung beibehalten“, indem sie die Definition für alcohol free auf 0,5% aktualisiere, was Großbritannien nach ihrer Ansicht mit internationalen Märkten in Einklang bringen und höhere Investitionen unterstützen würde.

Branchenvertreter nannten das Sommerwetter und veränderte soziale Gewohnheiten als zentrale Treiber der Verkäufe. James Rabagliati, Braumeister bei Nirvana Brewery, sagte, höhere Temperaturen hätten die Nachfrage zu einem Zeitpunkt angekurbelt, an dem einige Verbraucher ihren Alkoholkonsum reduzierten. Kunden entschieden sich entweder direkt für alkoholfreie Biere oder für „zebra-striping“, also das abwechselnde Trinken von nichtalkoholischen und alkoholischen Getränken im Verlauf eines Anlasses.

Luke Boase, Gründer von Lucky Saint, sagte, die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier steige im Sommer tendenziell, wenn Menschen länger im Freien miteinander Zeit verbringen oder Sport schauen. Die jüngsten Verkaufszuwächse seines Unternehmens spiegelten wider, wie alkoholfreies Bier in Großbritannien Teil des Mainstream-Trinkverhaltens geworden sei.

Die BBPA verwies zudem auf jüngste Verkaufsdaten, die vor der Prognose für diesen Sommer eine anhaltende Dynamik zeigen. Im Juni und Juli 2024 wurden in Großbritannien umgerechnet 27 Millionen Pints Bier ohne und mit wenig Alkohol verkauft, nach 23 Millionen im selben Zeitraum 2023 und 20 Millionen im Jahr 2022.

Die Debatte über Kennzeichnungsstandards dürfte über Bier hinaus Aufmerksamkeit erregen, weil Definitionen für Produkte mit wenig und ohne Alkohol zunehmend die Innovation im gesamten Getränkesektor prägen. Für Brauereien insbesondere könnte eine Anhebung von 0,05% ABV auf 0,5% ABV mehr Spielraum für Rezepte und Produktionsmethoden eröffnen und Großbritannien zugleich näher an Regeln heranführen, die in Auslandsmärkten bereits üblich sind.

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