14.07.2026

ProWein wird auf der Fachmesse 2027 ein neues Ausstellungsformat namens Discovery Zone einführen und damit einen eigenen Bereich für Weinproduzenten eröffnen, die noch nie auf der Veranstaltung ausgestellt haben und dem internationalen Handel neue Ideen präsentieren möchten.
Für das Programm können sich ab sofort Bewerber anmelden. ProWein zufolge richtet es sich an Weingüter und Produzenten mit charaktervollen Weinen, originellen Konzepten und einer klaren Vorstellung davon, wohin sich das Weinbusiness entwickelt. Der neue Bereich soll als Treffpunkt für internationale Einkäufer, Sommeliers, Fachhändler, Importeure und Journalisten dienen, die nach aufstrebenden Produzenten und neuen Stilrichtungen suchen.
Mit dem Start reagiert ProWein, eine der größten Fachmessen der Weinbranche, auf Marktveränderungen und will zugleich seinen Ausstellerkreis erweitern. Die Organisatoren erklärten, dass sich die Discovery Zone auf Themen konzentrieren werde, die die aktuelle Debatte im Weinsektor prägen, darunter Orange Wine, regenerative Vitikultur, PiWi-Rebsorten und Produzenten, die aus anderen beruflichen Bereichen in den Weinbau eingestiegen sind.
Statt des traditionellen Modells einzelner Stände wird die Discovery Zone als offener Verkostungs- und Networking-Bereich konzipiert. Das Format soll den direkten Kontakt zwischen Produzenten und Fachbesuchern fördern. Jeder Teilnehmer präsentiert eine kuratierte Auswahl von bis zu vier Weinen, wobei der Winzer während der gesamten Messe anwesend sein soll.
ProWein teilte mit, dass die Zahl der Plätze begrenzt sein werde. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist werden die Teilnehmer gemeinsam von den Organisatoren der Messe sowie von Branchenpartnern und Experten ausgewählt. Nach Angaben der Organisatoren hängt die Auswahl nicht von der Größe eines Betriebs oder seinem Bekanntheitsgrad am Markt ab. Die wichtigsten Kriterien sind, ob ein Produzent zum Konzept der Discovery Zone passt und ob er eine frische Perspektive in den internationalen Weinsektor einbringen kann.
Voraussetzung ist, dass ein Betrieb zum ersten Mal auf der ProWein ausstellt. Zudem ist die persönliche Anwesenheit des Winzers während der gesamten Laufzeit der Fachmesse erforderlich, ebenso wie die Präsentation von höchstens vier Weinen.
Die Teilnahmegebühr wurde auf 2.000 € festgelegt. ProWein zufolge umfasst dieser Betrag ein Komplettpaket für die Messebeteiligung, einschließlich Ausstellungsfläche mit individueller Markenkennzeichnung, Mobiliar, Dienstleistungen, organisatorischer Unterstützung und einem Basiseintrag in der Aussteller- und Produktdatenbank sowie einer pauschalen Medienumlage.
Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem große Weinmessen unter Druck stehen, sowohl für etablierte Marken als auch für kleinere Produzenten, die Exportmärkte erschließen wollen, relevant zu bleiben. Einkäufer suchen zunehmend nach Weinen, die sich in überfüllten Portfolios abheben, während Importeure und Händler stärker auf Anbaumethoden, weniger bekannte Rebsorten und Geschichten achten, die helfen können, Flaschen in wettbewerbsintensiven Märkten zu positionieren. Mit einem Bereich ausschließlich für Erstaussteller scheint ProWein einige der Hürden senken zu wollen, die neuere oder weniger sichtbare Produzenten davon abhalten können, eine der einflussreichsten kommerziellen Bühnen der Branche zu betreten.
Der Fokus auf den direkten Austausch könnte auch breitere Veränderungen im Weinvertrieb widerspiegeln. In den vergangenen Jahren haben viele Fachleute persönliche Verkostungen mit Erzeugern und Eigentümern höher bewertet als groß angelegte Standpräsentationen, die von Marketingteams dominiert werden. Ein kleineres, auf Gespräche ausgerichtetes Format gibt Einkäufern eine schnellere Möglichkeit, sowohl Weine als auch Produzenten zu beurteilen, insbesondere wenn sie nach Labels suchen, die Restaurantkarten oder Einzelhandelsregalen etwas Eigenständiges hinzufügen können.
Die Aufnahme von Kategorien wie Orange Wine und PiWi-Sorten verweist auf Segmente, die sich von einem Nischenthema hin zu größerer kommerzieller Relevanz entwickelt haben. Orange Wines ziehen weiterhin die Aufmerksamkeit von Sommeliers und unabhängigen Händlern auf sich, die nach texturbetonten Stilen mit starker Identität suchen. PiWi-Reben, die auf Pilzresistenz gezüchtet wurden, haben an Sichtbarkeit gewonnen, da Winzer in ganz Europa nach Wegen suchen, Pflanzenschutzmaßnahmen zu reduzieren und sich an Umweltbelastungen anzupassen. Auch die regenerative Vitikultur ist zu einem wachsenden Interessensfeld geworden, da Produzenten und Käufer darüber diskutieren, wie sich Nachhaltigkeitsversprechen in der landwirtschaftlichen Praxis niederschlagen sollten.
Für ProWein könnte die feste Verankerung dieser Themen innerhalb der Messe dazu beitragen, die Attraktivität für Besucher zu schärfen, die nicht nur bestehende Geschäfte pflegen, sondern auch entdecken wollen, was die künftige Nachfrage prägen könnte. Für teilnehmende Weingüter bietet das Format eine konzentrierte Präsenz vor einem Publikum aus Importeuren, Distributoren und Medien aus mehreren Märkten an einem Ort.
Bewerbungen für die Discovery Zone sind über die ProWein-Website möglich, auf der die Organisatoren die Teilnahmebedingungen und Einreichungsdetails veröffentlicht haben.
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