China verdoppelte im September die Importe neuseeländischen Flaschenweins – bei 34 % niedrigerem Durchschnittswert

Der Zuwachs machte Neuseeland nach Importwert zum drittgrößten Lieferanten Chinas. Ausschlaggebend war die stärkere Nachfrage nach Weißwein in einem schwachen Markt.

Mittwoch, 28. Oktober 2026

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China verdoppelte im September die Importe neuseeländischen Flaschenweins – bei 34 % niedrigerem Durchschnittswert

China kaufte im September mehr als doppelt so viel Flaschenwein aus Neuseeland wie im Vorjahresmonat. Die Ausgaben stiegen jedoch deutlich langsamer, was auf einen starken Rückgang des durchschnittlichen Importwerts hindeutet.

Einem am Dienstag, dem 27. Oktober, von Yicai veröffentlichten und von Sina Finance wiedergegebenen Bericht zufolge importierte China im September 1,13 Millionen Liter Flaschenwein aus Neuseeland. Das waren 127,5 % mehr als im September 2025. Der Wert dieser Importe stieg gegenüber dem Vorjahr um 50,1 %.

Aus diesen beiden Wachstumsraten ergibt sich, dass der durchschnittliche Importwert je Liter im Vergleich zum Vorjahr um etwa 34 % sank. Die Schätzung beruht auf dem Verhältnis zwischen der gemeldeten Mengen- und Wertveränderung. Sie ist keine direkt ausgewiesene Zollzahl und kann sowohl Preisveränderungen als auch Verschiebungen im Produktsortiment oder beides widerspiegeln.

Die Lücke zwischen dem Mengenanstieg und dem deutlich geringeren Ausgabenzuwachs fällt auf: Chinesische Käufer führten offenbar erheblich mehr neuseeländischen Flaschenwein ein, ohne entsprechend mehr dafür zu bezahlen. Das könnte bedeuten, dass günstigere Produkte Marktanteile gewannen, die Rabatte zunahmen oder sich die Lieferungen auf andere Stile und Marken verlagerten. Aus den Importdaten allein lässt sich nicht erkennen, welcher dieser Faktoren ausschlaggebend war. Zudem entsprechen Importe nicht zwangsläufig den Verkäufen an Endverbraucher.

Dem Bericht zufolge stieg Neuseeland im September nach dem Wert seiner Flaschenweinexporte zum drittgrößten Lieferland Chinas auf. Als Grund für diese Entwicklung nannte er die stärkere Nachfrage nach Weißwein in China, während der Weinmarkt insgesamt schwach blieb.

Der übergeordnete Kontext sind rückläufige Weinimporte nach China insgesamt. Demselben Bericht zufolge importierte China von Januar bis September aus allen Lieferländern und in allen Weinkategorien rund 160 Millionen Liter Wein, 5,3 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig erreichte der Gesamtwert dieser Importe rund 1,17 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 5,6 %. Der Markt kaufte also mengenmäßig weniger Wein, gab insgesamt aber mehr dafür aus – ein Muster, das sich von den Septemberdaten für neuseeländischen Flaschenwein unterscheidet. Die Zahlen für Januar bis September beziehen sich auf den Gesamtmarkt und sind keine kumulierte bilaterale Summe für Neuseeland.

Der Bericht verwies außerdem auf eine Verschiebung der chinesischen Weinnachfrage weg von Rotwein und hin zu Weißwein. Von Yicai zitierte Branchenvertreter sagten, Weißwein gewinne seit einigen Jahren Marktanteile, begünstigt durch Veränderungen bei den Konsumanlässen und Vertriebskanälen. Ein größerer Teil des Konsums entfalle inzwischen auf den privaten, ungezwungenen Genuss statt auf traditionelle Geschäftsbankette. Neue Kanäle wie Sofortlieferdienste, Lagerhausclubs und andere moderne Lebensmittelformate hätten zudem den Absatz gekühlter Weißweine unterstützt.

Dieser Trend ist für Neuseeland von Bedeutung, da die Weinausfuhren des Landes stark mit weißen Rebsorten, insbesondere Sauvignon Blanc, verbunden sind. Wenn chinesische Importeure mehr Weißwein kaufen, während der Weinmarkt insgesamt unter Druck bleibt, könnten neuseeländische Anbieter von einem veränderten Geschmack profitieren – und nicht von einer breiten Markterholung.

Zugleich deuten die Septemberdaten darauf hin, dass die höheren Mengen nicht mit einem ähnlich starken Wertzuwachs einhergingen. Das könnte die Margen entlang der Lieferkette unter Druck setzen. Ein niedrigerer durchschnittlicher Importwert je Liter kann den Absatz ankurbeln und den Marktzugang erleichtern, aber auch auf einen schärferen Preiswettbewerb hindeuten. Dem Yicai-Bericht zufolge hatten einige Händler bereits niedrigere Einkaufspreise für importierte Weißweine festgestellt, darunter Produkte aus Neuseeland und Deutschland.

Auch Deutschland wurde als Land genannt, dessen Weinexporte nach China im August und September zulegten. Im September stiegen Chinas Importe aus Deutschland dem Bericht zufolge mengenmäßig um 59,9 % und wertmäßig um 49 %. Wie bei den neuseeländischen Zahlen nahm damit auch hier die Menge stärker zu als der Wert.

Der Yicai-Artikel stellte diese Importtrends in den Zusammenhang mit dem schwierigen Geschäftsumfeld für Weinproduzenten insgesamt. Demnach gingen die Lieferungen und Exportwerte aus Bordeaux zurück; auch die Lage im chinesischen Weinsektor sei schwach. Vor diesem Hintergrund zählten steigende Weißweinimporte zu den wenigen Bereichen mit sichtbarem Wachstum.

Dennoch sind die Handelszahlen mit Vorsicht zu interpretieren. Die von Yicai angeführten Angaben stammen aus veröffentlichten Importstatistiken; die zugrunde liegende primäre Zolltabelle war in dem hier geprüften Material jedoch nicht enthalten. Außerdem ist der durchschnittliche Importwert nicht mit dem Einzelhandelspreis gleichzusetzen. Veränderungen des Importwerts je Liter können auf einen anderen Mix aus Marken, Packungsgrößen und Produktpositionierungen zurückgehen und müssen nicht auf einen einfachen Rückgang der Marktpreise hindeuten.

Dennoch zeigen die Septemberzahlen eine klare Entwicklung im chinesischen Weinhandel: Chinesische Käufer steigerten die Flaschenweineinfuhren aus Neuseeland mengenmäßig deutlich, zahlten dafür je Liter aber einen wesentlich niedrigeren Durchschnittswert als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig schrumpfte der chinesische Weinimportmarkt insgesamt nach Volumen.

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