Europas Weinmächte fordern die EU auf, die Agrarförderung für Weinberge zu schützen

Branchenverbände aus Italien, Frankreich und Spanien warnten, dass Haushaltskürzungen und nationale Kofinanzierung die Wettbewerbsfähigkeit schwächen und den Binnenmarkt zersplittern würden.

13.07.2026

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Weinverbände aus Italien, Frankreich und Spanien haben die Europäische Union gemeinsam aufgefordert, die Unterstützung der Weinlieferkette zu einer Priorität zu machen, während der Block Änderungen an seiner Agrarpolitik und seinem langfristigen Haushalt vorbereitet.

Der Appell erfolgte, nachdem Vertreter der drei Länder in den vergangenen Tagen im französischen Irouléguy im Rahmen der jährlichen Contact Group zusammengekommen waren, in der nationale Branchenorganisationen ihre Positionen zu den wichtigsten Themen des Weinsektors abstimmen. Die Organisationen erklärten, die Branche stehe unter Druck durch den Klimawandel, einen schwächeren weltweiten Konsum, instabile Exportmärkte, geopolitische Spannungen, steigende Produktionskosten und administrative Belastungen, die ihrer Ansicht nach die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.

Zusammen stehen Italien, Frankreich und Spanien für mehr als die Hälfte der weltweiten Weinproduktion. Branchenverbände aus den drei Ländern erklärten zudem, der Sektor habe auch in Europa großes wirtschaftliches Gewicht, und verwiesen auf Schätzungen des Comité Européen des Entreprises Vins, kurz CEEV, wonach sein Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt in der Region bei mehr als 130 Milliarden Euro liege.

In ihrer Botschaft an die nationalen Regierungen und die Europäische Kommission erklärten die Verbände, die Gemeinsame Agrarpolitik müsse weiterhin in der Lage sein, die von ihnen als notwendige Veränderungen im Sektor bezeichneten Entwicklungen zu unterstützen. Sie argumentierten, Wein müsse weiterhin ausreichende und gezielte Mittel erhalten, und warnten vor Kürzungen des GAP-Budgets, während Brüssel an Reformen und am nächsten mehrjährigen Finanzrahmen für 2028 bis 2034 arbeitet.

Die Organisationen erklärten, es sei entscheidend, dass die Beihilfen für Wein vollständig von der Europäischen Union finanziert bleiben und nicht, auch nur teilweise, über eine Kofinanzierung auf die Mitgliedstaaten verlagert werden. Ihrer Ansicht nach könnte die Verpflichtung jedes Landes, einen Teil der öffentlichen Unterstützung zu tragen, zu ungleichen Bedingungen zwischen Erzeugern in verschiedenen Staaten führen, den Binnenmarkt fragmentieren und den Sektor in ganz Europa schwächen.

Sie forderten die EU außerdem auf, die bereits unter dem sogenannten Wine Package entwickelten Instrumente zu bewahren und in die nächste GAP zu integrieren. Nach Ansicht der Verbände bedeutet das, einen Rahmen beizubehalten, der ein eigenes Budget, bestehende Maßnahmen, förderfähige Begünstigte, aktuelle europäische Kofinanzierungssätze und eine gemeinsame EU-Struktur umfasst, die auf die spezifischen Bedürfnisse des Weins zugeschnitten ist.

Die Erklärung drängte Brüssel zudem, die Arbeit an der Vereinfachung der Regeln fortzusetzen, die den Handel innerhalb des Binnenmarkts betreffen. Die Verbände erklärten, Bürokratieabbau sei notwendig, wenn Erzeuger in einer Zeit, in der viele Weingüter mit geringerer Nachfrage und höheren Kosten zu kämpfen hätten, wirksamer konkurrieren sollen.

Die Branchenorganisationen lobten Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen für seine Arbeit am Wine Package, sowohl in der Vorgehensweise als auch bei den Ergebnissen, und verwiesen auf konkrete Antworten für die Akteure bei Themen wie Entalkoholisierung und digitaler Kennzeichnung. Diese Maßnahmen sollten nun ohne weitere Verzögerung umgesetzt werden, erklärten sie.

Sie baten außerdem um eine Übergangsfrist, die es ermöglichen würde, die derzeitigen Interventionen im Weinsektor fortzuführen, bevor der nächste langfristige EU-Haushalt in Kraft tritt. Die Verbände erklärten, es wäre inakzeptabel, wenn zwei Jahre Arbeit in der künftigen GAP nicht berücksichtigt würden.

Zu den Unterzeichnern aus Italien gehörten Alleanza delle Cooperative Agroalimentari Italiane, Assoenologi, Cia-Agricoltori Italiani, Coldiretti, Confagricoltura, Copagri, Federdoc, Federvini, Fivi und Unione Italiana Vini. Die französischen und spanischen Sektoren waren über ihre eigenen nationalen Organisationen bei dem Treffen der Contact Group vertreten.

Die gemeinsame Position kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt für Europas Getränkeindustrie, da weinpolitische Entscheidungen häufig die Investitionsbedingungen in Landwirtschaft, Verarbeitung, Exporten und Kennzeichnungsvorschriften prägen. Jede Verringerung der EU-Unterstützung oder zusätzliche Fragmentierung zwischen den Mitgliedstaaten könnte Auswirkungen über die Weingüter hinaus haben, insbesondere für Getränkeunternehmen, die mit Weinbau, Abfüllung, Logistik und internationalem Vertrieb verbunden sind.

Die Verbände gingen auch auf die Gesundheitspolitik ein. Sie erklärten, sie unterstützten klare und wirksame Maßnahmen gegen übermäßigen Alkoholkonsum und befürworteten zugleich die fortgesetzte Förderung eines verantwortungsvollen Weinkonsums. In ihrer Stellungnahme beschrieben sie Wein als Kultur- und Genussprodukt, das bei maßvollem Konsum in einen gesunden Lebensstil passen könne.

Sie argumentierten, dass Weinberge für viele ländliche Gebiete weiterhin von zentraler Bedeutung seien, weil sie lokale Wirtschaften und Landschaften stützten. Dieser Punkt dürfte in Brüssel Teil der Debatte bleiben, während die politischen Entscheidungsträger die Agrarausgaben gegen andere Prioritäten abwägen und darüber entscheiden, wie viel Spielraum Wein in künftigen EU-Programmen haben wird.

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