26.05.2026

Die Agentur der Europäischen Union für das Weltraumprogramm teilte am Donnerstag mit, Tests des High Accuracy Service von Galileo hätten gezeigt, dass das System Landwirten helfen kann, Traktoren mit ausreichender Präzision zu steuern, um Überlappungen bei Aussaat, Spritzen und Ernte zu verringern. Das könnte den Kraftstoffverbrauch senken und den Verbrauch von Saatgut, Dünger und anderen Betriebsmitteln reduzieren.
Die Agentur erklärte, der Versuch sei auf dem Campus von New Holland in Peñarrubias del Pirón in der spanischen Provinz Segovia in Zusammenarbeit mit dem European GNSS Service Centre, Hemisphere GNSS und Case New Holland durchgeführt worden. Getestet wurde ein Traktor auf einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern mit einem Umfang von etwa 740 Metern und einer Arbeitsbreite von 2,55 Metern. Über drei Stunden hinweg sammelten die Teams Satellitennavigationsdaten, um zu messen, wie genau die Maschine ihrer vorgesehenen Spur folgte.
Nach Angaben von EUSPA wurde der Traktor im Automatikmodus gefahren; manuelles Lenken war nur am Ende jeder Bahn erforderlich. Eine unabhängige Antenne auf dem Kabinendach speiste zwei Positionierungssysteme: eines auf Basis von Galileo HAS und ein weiteres mit RTK-Korrekturen, das als Referenzspur für den Vergleich diente. Die Galileo-Korrekturen wurden direkt aus dem All über das Galileo-E6-Band empfangen.
Die Ergebnisse zeigten laut Agentur während des Tests horizontale Fehler von 3 bis 6 cm. Sie meldete einen horizontalen Fehlerwert von 95 % von 5,9 cm und einen Maximalwert unter 8 cm; beides lag deutlich innerhalb des Galileo-HAS-Ziels von 20 cm für die horizontale Genauigkeit. In der Vertikalen bezifferte EUSPA den Fehlerwert von 95 % auf 12,4 cm, der Maximalwert blieb unter 25 cm – verglichen mit einem Zielwert von 40 cm.
EUSPA teilte zudem mit, die Genauigkeit von Bahn zu Bahn habe 1,18 cm erreicht, was darauf hindeute, dass der Traktor zwischen benachbarten Fahrspuren einen stabilen Abstand hielt. Dieser Wert ist in der Landwirtschaft wichtig, weil er hilft, Lücken und Überlappungen zu vermeiden, wenn Maschinen bei Aussaat, Pflanzenschutz und Ernte wiederholt über Felder fahren.
Die Agentur erklärte, der Dienst sei als offenes Korrektursystem konzipiert, das über Galileo oder über das Internet mit globaler Abdeckung bereitgestellt werde. Durch eine höhere Führungsgenauigkeit könne das System Landwirten helfen, Kraftstoff zu sparen und Verluste durch wiederholtes Befahren derselben Fläche zu verringern.
Galileo ist das Satellitennavigationssystem der Europäischen Union. EUSPA verwaltet die operativen Dienste, während die Europäische Kommission das Programm überwacht und die Europäische Weltraumorganisation ESA für Systemdesign und Weiterentwicklung zuständig ist.
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