Albertsons testet THC-Getränke aus Hanf in Chicagoer Filialen
Der Test in Jewel-Supermärkten signalisiert einen Vorstoß des Mainstream-Lebensmitteleinzelhandels in eine schnell wachsende Kategorie mit ungeklärten Regeln
Montag, 20. Juli 2026

Albertsons testet THC-Getränke aus Hanf in Chicago, wie aus einem Bericht von Brewbound hervorgeht, der sich auf ein auf LinkedIn veröffentlichtes Foto und eine spätere Bestätigung durch den Branchenmanager Ted Whitney berief.
Der berichtete Rollout findet in Jewel-Filialen statt, der Albertsons gehörenden Supermarktkette im Markt Chicago. Brewbound zufolge haben die Geschäfte ein eigenes THC-Getränkesortiment eingeführt, das mehrere der bekanntesten Marken der Kategorie umfasst. Whitney, der Chief Beverage Officer bei Cheech & Chong Holdings Co. und Vorsitzender der Hemp Beverage Alliance ist, teilte das Bild zunächst online und bestätigte den Schritt später gegenüber Beverage Business Insights, so der Bericht.
Albertsons hat den Umfang des Tests bislang nicht öffentlich detailliert, darunter wie viele Filialen beteiligt sind, wie lange er laufen soll oder welche Produkte enthalten sind. Der Schritt ist jedoch bemerkenswert, weil Albertsons der zweitgrößte Lebensmitteleinzelhändler des Landes ist und jeder Test in seinen Filialen von Getränkeunternehmen, Händlern und Regulierungsbehörden voraussichtlich genau beobachtet werden dürfte.
Der Test verweist auf einen breiteren Wandel im Handel, da THC-Getränke aus Hanf über Fachgeschäfte und cannabisnahe Vertriebskanäle hinaus in den Mainstream-Lebensmitteleinzelhandel vordringen. Das ist für das Getränkegeschäft relevant, weil diese Produkte zunehmend direkter mit Bier, aromatisierten Malzgetränken, trinkfertigen Cocktails und anderen alkoholischen Getränken um Regalfläche und Konsumausgaben konkurrieren könnten. Zudem könnte dies den Druck auf Regulierungsbehörden und Händler erhöhen, zu klären, wie berauschende Hanfgetränke verkauft, platziert und kontrolliert werden sollen.
Die Kategorie hat sich in Teilen der Vereinigten Staaten rasch ausgeweitet, gestützt auf Hanfregelungen, die nach dem bundesweiten Farm Bill von 2018 geschaffen wurden, obwohl die staatlichen Vorschriften stark variieren und in vielen Märkten weiterhin ungeklärt sind. Diese rechtliche Grauzone hat das Wachstum befördert, zugleich aber bei Branchenverbänden der Alkoholwirtschaft, öffentlichen Gesundheitsbefürwortern und einigen staatlichen Behörden Bedenken hinsichtlich Produktstandards, Altersbeschränkungen, Kennzeichnung und Durchsetzung ausgelöst.
Ein Test im Lebensmitteleinzelhandel in einer Großstadt wie Chicago könnte zu einem frühen Signal dafür werden, wie weit große Händler mit diesen Getränken zu gehen bereit sind, während Gesetzgeber weiter darüber debattieren, wo sie einzuordnen sind. Für Alkoholhersteller und Großhändler könnte die Entwicklung ein weiteres Zeichen dafür sein, dass die Verbrauchernachfrage nach alternativen Produkten für Entspannung und geselliges Trinken die Wettbewerbssituation im Handel verändert.