10.09.2026

Weinverkäufe im italienischen Supermarktkanal geraten durch gesundheitsbewusste Konsumgewohnheiten unter Druck, obwohl die Kategorie weiterhin mit Qualität, Entdeckungswert und geselligen Anlässen punktet, wie aus dem am Donnerstag in Mailand vorgestellten Coop-Bericht 2026 zu Konsum und Lebensstilen hervorgeht.
Die von der Forschungsabteilung von Ancc-Coop, dem nationalen Verband der Verbraucherkooperativen, erstellte Studie verweist auf einen klaren Wandel im Umgang der Italiener mit Alkohol. Von Coop für WineNews hervorgehobene Daten zeigen, dass die Weinverkäufe im Zeitraum 2019 bis 2026 im Lebensmitteleinzelhandel mengenmäßig um 9,7 % zurückgingen, während das Segment Champagner und Schaumweine um 20,9 % zulegte.
Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Verbraucher die Kategorie keineswegs vollständig aufgeben, sondern ändern, was sie kaufen und wie häufig sie es trinken. Dem Bericht zufolge wird Wein von breiteren Wellness-Trends beeinflusst, die den Kauf von Lebensmitteln und Getränken in Italien und im Ausland verändern. Diese Trends beschränken sich nicht auf Wein, sondern betreffen generell alkoholische Getränke.
Mit Blick nach vorn zeichnet der Bericht ein schwaches Bild für den Alkoholkonsum. Unter den befragten Italienern sagten 42 %, dass sie erwarten, ihren Alkoholkonsum in den nächsten 12 bis 18 Monaten zu reduzieren, während nur 2 % eine Steigerung erwarten. Der Wunsch, zurückzufahren, ist unter den Baby Boomers mit 47 % am stärksten ausgeprägt, zeigt sich aber in allen erfassten Altersgruppen. Der Anteil liegt bei 44 % unter den Befragten der Gen X, bei 42 % bei der Gen Z und bei 33 % bei den Millennials.
Die Studie legt zudem nahe, dass ein geringerer Alkoholkonsum über eine persönliche Entscheidung hinausgeht und zu einer breiteren gesellschaftlichen Norm wird. Rund 17 % der Italiener sagten, sie seien der Ansicht, dass die Reduzierung des Alkoholkonsums zu den Ernährungs- und Wellness-Trends gehören werde, die sich in ihrem eigenen sozialen Umfeld verbreiten. Diese Erkenntnis rückt Wein und andere alkoholische Getränke in eine breitere Debatte über Gesundheit, Gewichtskontrolle und Lebensstildisziplin.
Der Bericht führt diese Einstellungen auf einen stärkeren Fokus auf Körpergewicht und körperliches Wohlbefinden zurück. Eine Infografik im Coop-Bericht 2026 besagt, dass 63 % der Italiener auf ihr Gewicht achten. Auf die Frage, wie sie dieses Ziel verfolgen, nannten 43 % Sport und körperliche Aktivität als ihre wichtigste Strategie, während 36 % auf Veränderungen in der Ernährung verwiesen. Vor diesem Hintergrund haben alkoholische Getränke einen schwierigeren Markt, weil sie zunehmend nicht nur nach Geschmack und Tradition beurteilt werden, sondern auch nach der ihnen zugeschriebenen Wirkung auf das körperliche und geistige Wohlbefinden.
Albino Russo, Generaldirektor von Ancc-Coop und Kurator des Berichts, sagte, der Rückgang des Weinkonsums gehe mit einem Wachstum bei Produkten einher, die als besser mit Wellness-Zielen vereinbar und zugleich stärker erlebnisorientiert gelten. In gegenüber WineNews berichteten Äußerungen sagte Russo, Wein habe weiterhin einen hohen Erlebniswert, weil die Verbraucher weiterhin offen für hochwertige Experimente mit Speisen und Getränken seien. Das bedeutet, dass die Nachfrage nach Wein nicht verschwunden ist, sich aber durch veränderte Prioritäten neu formt.
Russo sagte, Wein nehme in der italienischen Esskultur weiterhin eine positive und zentrale Stellung ein, doch die öffentliche Erzählung über Alkohol habe sich verändert. Seiner Ansicht nach wird Wein zunehmend als ein Produkt wahrgenommen, dem sowohl das geistige als auch das körperliche Wohlbefinden zugeschrieben wird. In der Folge, so sagte er, wird er seltener und stärker qualitätsorientiert konsumiert.
Dieser Wandel zeigt sich bei den Weintypen, die an Boden gewinnen. Laut Russo legen Weine mit geringerem Alkoholgehalt zu, ebenso wie Weißweine. Auch Schaumweine gewinnen bei Trinkgelegenheiten zu Hause an Bedeutung. Diese Zugewinne helfen zu erklären, warum die breitere Kategorie der Schaumweine im Einzelhandel besser abschneidet als Stillwein, obwohl das insgesamt verkaufte Alkoholvolumen, vor allem unter jüngeren Generationen, tendenziell zurückgeht.
Die Coop-Erkenntnisse spiegeln einen im Wandel befindlichen Markt für Produzenten und Händler wider. Supermärkte bleiben in Italien ein wichtiger Absatzkanal für alltägliche Weineinkäufe, doch der Mengentrend zeigt, dass der Routinekonsum nachlässt. Gleichzeitig scheinen Verbraucher weiterhin bereit zu sein, für Produkte auszugeben, die mit besonderen Anlässen, leichteren Stilen und einem selektiveren Konsummuster verbunden sind.
Für Weinunternehmen ergänzen die Daten eine wachsende Zahl von Signalen, dass sich die Nachfrage ausdifferenziert. Die Volumina traditioneller Tafelweine stehen unter Druck, während Kategorien, die mit Maßhalten, Frische oder Feierlichkeit verbunden sind, sich besser behaupten. Der Bericht stellt diese Veränderung nicht als kurzfristige Schwankung dar, sondern als Teil einer dauerhafteren Entwicklung der italienischen Lebensstile, geprägt von Gesundheitsbedenken, veränderten Gewohnheiten der Generationen und einem stärkeren Fokus auf kontrollierten Konsum.
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
VGSC, S.L. ist ein im Handelsregister von Santiago de Compostela, Spanien, eingetragenes Unternehmen.
E-Mail: [email protected] | Tel: +34 986 077 611
Hauptsitz und Büros in Vilagarcia de Arousa, Galicien