28.05.2026
Jüngere Weinkonsumenten treiben die Nachfrage nach Alternativweinen, darunter Natur-, Bio- und nachhaltig erzeugte Weine, an. Doch die Kategorie steht laut einem neuen Bericht von IWSR weiterhin vor Hürden bei Preis, Verfügbarkeit und Konsumgewohnheiten.
Das Marktforschungsunternehmen teilte am Donnerstag mit, der globale Markt für nachhaltige, biologische und alternative Weine habe sich weiter ausgereift, wobei Gen Z und Millennials in fünf Kernmärkten und zehn weiteren Zielmärkten zum wichtigsten Wachstumstreiber geworden seien. Zugleich erklärte IWSR, ältere Verbraucher seien weiterhin weniger engagiert, und viele Käufer berichteten nach wie vor, diese Weine im Einzelhandel sowie in Bars und Restaurants nur schwer zu finden.
Der Bericht Opportunities in Sustainable, Organic and Alternative Wine 2025 kommt zu dem Ergebnis, dass das Verbraucherinteresse seit 2023 in mehreren wichtigen Märkten gestiegen ist, insbesondere in Australien, Kanada, dem Vereinigten Königreich und den USA. China weist weiterhin den stärksten Zusammenhang zwischen Weinkonsum und Nachhaltigkeitsbedenken auf, auch wenn sich diese Einstellungen im Vergleich zu 2023 abgeflacht haben.
Biowein bleibt eines der stärksten Segmente. Die Volumina sind in den vergangenen fünf Jahren in den meisten Märkten gewachsen, wenngleich sich das Tempo zuletzt verlangsamt hat. Frankreich und Deutschland bleiben gemessen am Volumen die größten Märkte, doch das Wachstum fiel in Australien stärker aus: Dort legten die Bioweinverkäufe von 2019 bis 2024 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 14% zu. Kanada wuchs im selben Zeitraum um 2%, das Vereinigte Königreich um 1%.
IWSR zufolge bleibt Naturwein die größte Chance im Index der alternativen Weinarten, der das Marktpotenzial gegen die Größe der jeweiligen weintrinkenden Bevölkerung abwägt. Biowein rangiert dank stetiger Bekanntheit und wachsender Beteiligung in Schlüsselmärkten auf Platz zwei. Auch nachhaltig erzeugter Wein gewinnt an Boden, insbesondere in Ländern, in denen die Sorge um Nachhaltigkeit zugenommen hat, darunter das Vereinigte Königreich, China, die USA, Australien, Kanada, Südkorea, Neuseeland, Japan und Dänemark.
„Der globale Markt für nachhaltige, biologische und alternative Weine reift weiter heran – vor allem getrieben von jüngeren Weinkonsumenten, deren starke Affinität zu Nachhaltigkeit, gesundem Lebensstil und ethischem Konsum die Nachfrage neu formt“, sagte Dan Mettyear, Forschungsleiter EMEA bei IWSR, in einer Mitteilung. „Das Wachstum wird jedoch durch mehrere Hürden begrenzt. Über alle Märkte hinweg nennen Verbraucher ein begrenztes Angebot und eine eingeschränkte Verfügbarkeit im Off-Trade wie im On-Trade als größte Hindernisse beim Kauf alternativer Weine. Auch Preis, wahrgenommener Wert und die Vorliebe für vertraute, traditionellere Optionen bleiben erhebliche Herausforderungen.“
Laut Bericht sind jüngere Verbraucher besonders wichtig in Australien, den USA, China, Kanada und dem Vereinigten Königreich. In diesen Märkten gaben mindestens die Hälfte der regelmäßigen Weinkonsumenten aus Gen Z und der Millennial-Generation an, eine starke Verbindung zu Nachhaltigkeit zu empfinden. Mindestens 64% sagten zudem, sie fühlten sich stark mit Alternativweinen verbunden.
Im Gegensatz dazu zeigten Boomers in Australien, den USA, Kanada und dem Vereinigten Königreich deutlich weniger Interesse. IWSR zufolge verbanden ältere Verbraucher Alternativweine seltener mit Nachhaltigkeit oder sahen sie als etwas an, das es wert sei, ausprobiert zu werden.
„Die Einbindung älterer Verbraucher bleibt entscheidend für ein langfristig tragfähiges Wachstum, da sie in vielen reifen Märkten die größte Altersgruppe stellen“, sagte Mettyear. „Boomers neigen zu einer geringeren Verbindung mit Nachhaltigkeit und zeigen nur begrenztes Interesse an Alternativweinen; ihr Nutzen überzeugt sie weiterhin nicht. Mehr Bewusstsein zu schaffen und die Durchdringung in diesen älteren Altersgruppen zu verbessern, bleibt ein wichtiger Schwerpunkt für die Zukunft der Kategorie.“
IWSR erklärte zudem, dass begrenzte Auswahl und Verfügbarkeit in allen drei untersuchten Hauptsegmenten – Bio-, Natur- und nachhaltig erzeugte Weine – weiterhin große Hürden darstellen. Zwischen 17% und 23% der regelmäßigen Weinkonsumenten in den fünf Kernmärkten sagten, es gebe im Handel oder in der Gastronomie nicht genug Auswahl. Zwischen 18% und 23% gaben an, diese Weine seien zu teuer. Weitere 31% sagten, sie griffen lieber zu Weinen, die sie bereits kennen und denen sie vertrauen.
Verbraucher berichteten außerdem von Schwierigkeiten, diese Produkte im Handel und in Restaurants zu finden. Besonders nachhaltig erzeugter Wein wurde als Kategorie mit über alle fünf Kernmärkte hinweg besonders begrenztem Angebot hervorgehoben.
Der Bericht verweist zudem auf Anzeichen dafür, dass sich einige alternative Kategorien über ihre Nischenzielgruppe hinaus verbreitern. Regelmäßige Weinkonsumenten beschrieben diese Produkte zunehmend als besser für die Gesundheit oder als Teil eines gesunden Lebensstils. Orange Wine rückte seit 2024 im Opportunity Index von IWSR um zwei Plätze nach oben und überholte Pét Nat. Auch biodynamischer Wein verbesserte sich gegenüber 2021. Dennoch lagen beide insgesamt fast am Ende des Rankings auf den Plätzen neun und zehn.
IWSR zufolge dürften China, das Vereinigte Königreich und die USA das stärkste langfristige Potenzial bieten, da immer mehr Verbraucher ihr Interesse an Alternativweinen ausweiten und gesundheitsbezogene Aussagen weiter an Zugkraft gewinnen.
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