14.07.2026

Die britische Regierung hat eine Konsultation zu Änderungen der Zollregeln für geringwertige Importe eröffnet, darunter ein Vorschlag, die derzeitige Freigrenze von £135 abzuschaffen, die Waren unterhalb dieser Schwelle die Einfuhr ohne Import-Mehrwertsteuer und Zollabgaben ermöglicht.
Der Vorschlag wurde von HM Revenue & Customs veröffentlicht und im Juli vom Chancellor of the Exchequer dem Parlament vorgelegt. Die Konsultation konzentriert sich auf strengere Zollkontrollen für geringwertige Sendungen, einen Bereich des grenzüberschreitenden Handels, der mit Online-Shopping und Direktvertrieb an Verbraucher gewachsen ist.
Nach dem derzeitigen System können importierte Waren mit einem Wert von weniger als £135 ohne Import-Mehrwertsteuer und Zollabgaben in das Vereinigte Königreich eingeführt werden. HMRC erklärte, das Ende dieser Freigrenze würde für britische Händler und Unternehmen „level the playing field“. Die Regierung sagte zudem, die Änderung werde die Sicherheit verbessern, indem sie den Behörden einen besseren Überblick über die ins Land gelangenden Waren verschaffe.
Das Dokument signalisiert einen breiteren Wandel darin, wie Großbritannien kleine Pakete aus dem Ausland überwachen will. In der Praxis könnte die Abschaffung der Freigrenze bedeuten, dass mehr importierte Artikel Steuer- und Zollverfahren unterliegen, die heute nicht gelten. Das würde ausländische Verkäufer betreffen, die direkt an britische Verbraucher versenden, Online-Marktplätze, die preisgünstige Bestellungen abwickeln, sowie Logistikdienstleister, die große Mengen kleiner Pakete bewegen.
Für Importeure und Einzelhändler deutet der Vorschlag auf höhere Compliance-Anforderungen sowie mögliche Preisänderungen hin. Sollte er angenommen werden, müssten Unternehmen möglicherweise mehr Zolldaten bereitstellen, Zahlungssysteme anpassen und überprüfen, wie sie Waren, die in den britischen Markt geschickt werden, klassifizieren und deklarieren. Diese Änderungen könnten selbst bei vergleichsweise günstigen Produkten zusätzliche Verwaltungskosten verursachen.
Der Schritt ist über den allgemeinen Einzelhandel hinaus relevant, weil viele Getränkeunternehmen inzwischen auf grenzüberschreitenden E-Commerce setzen, um Verbraucher, Sammler und Spezialkäufer zu erreichen. Weinhändler, Hersteller von Craft Spirits und andere Getränkeanbieter, die kleinere Bestellungen nach Großbritannien versenden, könnten bei Wegfall der derzeitigen Behandlung geringwertiger Importe mit einem komplexeren Modell für den Online-Vertrieb konfrontiert sein. Je nachdem, wie die endgültigen Regeln formuliert werden, könnten zusätzliche Steuererhebung, Zolldokumente und Compliance-Prüfungen die Kosten erhöhen, Lieferzeiten verlängern oder sich bei einigen online verkauften importierten Flaschen und gemischten Kisten in den Regalpreisen niederschlagen.
Diese mögliche Auswirkung könnte besonders für Nischenkategorien im Getränkebereich relevant sein, in denen die Margen bereits knapp sind und Sendungen oft kleine Mengen mit hohen Abwicklungskosten umfassen. Importeure von Premiumwein, Whiskey in limitierter Auflage oder Spezialbier sind häufig auf Direktversand oder Paketnetzwerke statt auf große Großhandelslieferungen angewiesen. Ein strengeres Zollregime für geringwertige Importe könnte daher Teile dieses Handels verändern, auch wenn die Wirkung je nach Produkttyp, Bestellgröße und Vertriebsweg unterschiedlich ausfällt.
Die Regierung stellte die Konsultation sowohl als wirtschaftliche Maßnahme als auch als Maßnahme zur Durchsetzung dar. Indem sie einen Steuervorteil für preisgünstigere importierte Waren abschafft, wollen die Minister das aus Sicht heimischer Unternehmen ungleiche Wettbewerbsumfeld verringern. Zugleich argumentieren Beamte, dass eine umfassendere Meldung eingehender Pakete die Grenzüberwachung stärken würde, zu einem Zeitpunkt, an dem die Behörden unter Druck stehen, Waren genauer nachzuverfolgen.
Eine endgültige Entscheidung wurde bislang nicht bekannt gegeben. Die Veröffentlichung legt Vorschläge zur Konsultation vor und keine unmittelbare Rechtsänderung, was bedeutet, dass Unternehmen, die von geringwertigen Importen abhängen, weiterhin eine Phase der Unsicherheit erleben, während die Regierung Rückmeldungen sammelt und über das weitere Vorgehen entscheidet. Für Sektoren, die eng mit dem internationalen Pakethandel verbunden sind, darunter Getränke, die online aus dem Ausland in das Vereinigte Königreich verkauft werden, ist die Konsultation ein frühes Zeichen dafür, dass die Zollreibung zunehmen könnte, wenn die Minister mit der Reform fortfahren.
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