Italienische Forscher finden: Gewürztraminer-Klone verändern wichtige Aromavorstufen

Eine Studie aus dem Trentino fand Unterschiede von bis zu 30 % bei Verbindungen im Traubensaft, die mit thiolgetriebenen Aromen zusammenhängen, und weist Winzer damit auf eine präzisere Klonenselektion hin.

09.07.2026

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Forscher im italienischen Trentino haben nach eigenen Angaben erstmals belegt, dass sich Gewürztraminer-Klone in der Menge wichtiger varietätsspezifischer Thiol-Vorstufen im Traubensaft unterscheiden. Diese Erkenntnis könnte Weinproduzenten helfen, die Klonenselektion zu verfeinern, um das Aroma zu prägen und die Konstanz im Keller zu verbessern.

Die Arbeit wurde von IVES OpenScience als Extended Abstract aus der GiESCO-2017-Konferenzreihe veröffentlicht und von Wissenschaftlern der Fondazione Edmund Mach in San Michele all’Adige geleitet. Die Autoren untersuchten fünf Gewürztraminer-Klone und zwei Biotypen aus vier Weinbergen im Trentino und fanden Unterschiede von bis zu 30 % zwischen den Klonen bei den Saftgehalten an Vorstufen, die mit 3-Mercaptohexan-1-ol, kurz 3MH, verbunden sind.

Diese Verbindung ist zusammen mit ihrem fermentativen Derivat 3-Mercaptohexylacetat dafür bekannt, dem Wein tropische und grapefruitartige Noten zu verleihen. Das Abstract sagt, jüngere Forschung habe zudem einen positiven und signifikanten Beitrag dieser varietätsspezifischen Thiole zum typischen sensorischen Profil von Gewürztraminer-Weinen gezeigt.

Die Studie konzentrierte sich auf glutathionylierte und cysteinylierte Vorstufen von 3MH, Verbindungen, die seit ihrer Entdeckung in Trauben und Säften umfassend untersucht wurden. Den Autoren zufolge konzentrierte sich die meiste bisherige Forschung zu varietätsspezifischen Thiolen auf Sauvignon Blanc, während Gewürztraminer-Trauben, -Weine und -Nebenprodukte deutlich weniger Beachtung gefunden hätten. Sie merkten außerdem an, dass nach ihrem Kenntnisstand die einzige frühere Untersuchung zur klonalen Variabilität dieser Verbindungen Sauvignon-Blanc-Klone betroffen habe, die in einem einzigen Weinberg in Australien angebaut wurden.

Im Trentino-Versuch bewerteten die Forscher die Klone ISMA-AVIT 904 und 920R, ISMA 916 und 918 sowie LB14, zusammen mit den Biotypen 906 und 1101. Das Abstract nennt keine vollständigen Zahlenwerte für jeden Klon, hält aber fest, dass die beobachtete Variation im Saft bis zu 30 % erreichte – genug, um darauf hinzuweisen, dass die Klonwahl den Pool an Aromavorstufen beeinflussen könnte, der vor Beginn der Gärung verfügbar ist.

Für Erzeuger und Weingüter ist das relevant, weil die Thiol-Expression beeinflussen kann, wie sich ein fertiger Wein im Glas präsentiert. Sollten weitere Studien das Ergebnis unter unterschiedlichen Weinbergs- und Jahrgangsbedingungen bestätigen, könnte die Klonenselektion zu einem präziseren Instrument werden, um die aromatische Typizität von Gewürztraminer zu steuern und die Variation zwischen einer Pflanzung oder Produktionscharge und der nächsten zu verringern. Praktisch könnte dies den Produzenten eine weitere Möglichkeit geben, das Pflanzenmaterial mit einem gewünschten Weinstil in Einklang zu bringen, statt sich nur auf den Lesezeitpunkt oder Kellertechniken zu verlassen.

Die Forschung erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem viele Weinregionen genauer darauf achten, wie sich Pflanzenmaterial mit Standort- und Weinbergsentscheidungen verbindet. Die Klonenselektion wird seit Langem genutzt, um Ertrag, Krankheitsverhalten und Reifemuster zu steuern. Diese Studie legt nahe, dass sie auch eine messbare Rolle bei Verbindungen spielen könnte, die mit der Aromaausprägung im Gewürztraminer zusammenhängen – einer Rebsorte, deren Identität oft stark von ihrem Aromaprofil abhängt.

Autoren der Studie sind Tomás Román, Umberto Malossini, Roberto Larcher, Loris Tonidandel und Giorgio Nicolini, alle dem Technology Transfer Center der Fondazione Edmund Mach zugeordnet. Ihr Bericht wurde am 7. Juli von IVES OpenScience veröffentlicht.

Da es sich bei der Veröffentlichung um ein Extended Abstract und nicht um eine vollständige Studie handelt, bietet sie einen knappen Überblick statt eines vollständigen Datensatzes oder einer detaillierten Methodik. Dennoch fügt das Ergebnis einen frühen Beleg zu einem Feld hinzu, das bei anderen weißen Rebsorten weitaus intensiver untersucht wurde. Für Produzenten, die sich auf aromatische Weine konzentrieren, insbesondere für jene, die einen besser vorhersehbaren thiolbezogenen Charakter im Gewürztraminer anstreben, deutet der Befund darauf hin, dass die Klonwahl ein Faktor sein könnte, der bei der künftigen Weinbergsplanung mehr Aufmerksamkeit verdient.

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