Bundesgericht lockert Verbot des Heimbrennens

Das Urteil gilt nur in Texas, Louisiana und Mississippi; für die meisten US-Amerikaner bleibt das alte bundesrechtliche Verbot bestehen

26.05.2026

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Ein Bundesberufungsgericht in New Orleans hat die Vereinigten Staaten einen Schritt näher an die Erlaubnis des Heimbrennens gebracht, doch die Praxis bleibt in den meisten Teilen des Landes illegal und könnte weiterhin vor dem Supreme Court landen.

Im April entschied das 5th U.S. Circuit Court of Appeals, dass ein 158 Jahre altes bundesweites Verbot der privaten Spirituosenherstellung verfassungswidrig ist. Das Gericht begründete dies damit, dass das Gesetz seinen ursprünglichen Zweck, Steuerhinterziehung zu verhindern, nicht mehr erfülle. Geklagt hatte die Hobby Distillers Association, die argumentierte, der Staat könne nicht eine ganze Kategorie selbst hergestellter Produkte verbieten, nur weil einige davon möglicherweise irgendwann verkauft und besteuert würden. Das Gericht gab ihr recht, doch sein Urteil gilt nur innerhalb des 5th Circuit, zu dem Texas, Louisiana und Mississippi gehören.

Für Einwohner dieser drei Bundesstaaten bedeutet das, dass sie wegen des Verbots nicht auf Bundesebene strafrechtlich verfolgt werden können, sich aber weiterhin an das jeweilige Landesrecht halten müssen. In Texas und Mississippi bleibt das Heimbrennen nach Landesrecht auch nach dem Bundesurteil illegal. Louisiana erlaubt Hobbybrennern dies nur mit einer Microdistillers permit. In anderen Bundesstaaten bleibt das bundesrechtliche Verbot in Kraft, solange es nicht landesweit aufgehoben wird.

Die Bundesregierung hat bis zum 9. Juli Zeit, den Supreme Court um eine Überprüfung des Falls zu bitten. Sollte sie das tun, müssten die Richter entscheiden, ob das Verbot auf nationaler Ebene gegen die Verfassung verstößt. Ein Urteil des Supreme Court könnte das Heimbrennen im ganzen Land legalisieren oder das derzeitige Flickwerk aus bundes- und einzelstaatlichen Regeln bestehen lassen.

Wer derzeit daran interessiert ist, zu Hause Spirituosen herzustellen, sollte vor dem Kauf von Ausrüstung sowohl das Bundes- als auch das Landesrecht prüfen. Die Hobby Distilling Association rät zudem dazu, sich bei Bedarf auch über erforderliche Genehmigungen zu informieren.

Die Rechtslage ist bereits uneinheitlich. Alaska, Arizona, Maine und Massachusetts erlauben Besitz und Herstellung von Spirituosen für den Eigenbedarf, wenngleich teils Genehmigungspflichten oder andere Beschränkungen gelten. Michigan, Ohio und Rhode Island erlauben den Besitz einer Brennblase, nicht aber deren Betrieb, in der Regel zu Bildungs- oder Demonstrationszwecken.

Die Strafen für illegales Heimbrennen können empfindlich sein. In Regionen, in denen es nicht erlaubt ist, drohen bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 10.000 Dollar.

Die Gerichtsentscheidung hat auch das Interesse daran neu belebt, wie Heimbrennen funktioniert. Zur Grundausstattung gehören ein Gärbehälter und eine Brennblase. Ein Gärbehälter kann ein lebensmittelechter Eimer oder Bottich sein, der groß genug ist für die Maische – also die Mischung aus Zutaten, Wasser und Hefe, mit der die Gärung beginnt. Anschließend erhitzt die Brennblase diese Flüssigkeit so, dass sich Alkoholdampf abtrennen und wieder zu Flüssigkeit kondensieren lässt.

Bei Hobbybrennern kommen vor allem zwei Arten von Brennblasen zum Einsatz: Kupfer-Pot-Stills und Kolonnenbrennblasen. Kupfer-Pot-Stills werden häufig für aromatischere Spirituosen wie Scotch-ähnlichen Whisky oder Mezcal verwendet, weil sie mehr Charakter aus der Maische bewahren. Kolonnenbrennblasen, auch Reflux-Brennblasen genannt, werden häufiger für leichtere Spirituosen wie Wodka und Gin eingesetzt, weil sie durch wiederholte Destillation innerhalb der Kolonne ein saubereres Ergebnis liefern.

Rick Morris, Direktor der Hobby Distilling Association, sagte, Einsteiger sollten eher ein komplettes Destillationsset kaufen als einzelne Teile separat zusammenzustellen. Das sei besonders wichtig, weil beim Destillieren Hitze und entzündlicher Alkoholdampf im Spiel seien. Er riet außerdem dazu, in den USA hergestellte Ausrüstung zu kaufen, damit Kunden bei Fragen zum Zusammenbau leichter Hilfe bekommen könnten.

Morris sagte, Hobbybrenner sollten Wärmequellen sorgfältig abwägen, bevor sie sich für eine Ausrüstung entscheiden. Manche Brennblasen arbeiten mit interner Hitze, die direkt mit der Flüssigkeit in Kontakt kommt; andere setzen auf externe Wärme etwa durch Propan. Interne Hitze könne effizienter sein, sagte er, erhöhe aber auch das Risiko des Anbrennens von Getreide bei der Herstellung dunklerer Spirituosen wie Bourbon.

Er fügte hinzu, dass Abfülltechnik für kleine Chargen meist unnötig sei, da Hobbyisten typischerweise weniger als ein Dutzend Flaschen auf einmal herstellen und von Hand abfüllen können.

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