Feine Weine starten mit Preisanstieg ins Jahr 2026

Burgund führte die Erholung an, während Auktionsergebnisse und Marktindizes auf ein breites Ende der dreijährigen Schwächephase hindeuteten

24.04.2026

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Fine Wine Prices Rebound in Early 2026

Die Preise für Fine Wine sind im ersten Quartal 2026 deutlich gestiegen. Burgund führte den Markt an, und mehrere unabhängige Berichte deuteten nach einer dreijährigen Korrektur auf eine breite Erholung hin, wie aus einem am Freitag von Rue Pinard veröffentlichten Marktbulletin hervorgeht.

Dem Bulletin zufolge legte der WMJ150-Index, der die Angebotspreise von 150 breit gehandelten Weinen abbildet, im Quartal um 2,31% zu. Champagne stieg um 9,92%, White Burgundy Premier Cru um 9,67% und die Rhône um 7,01%, während Burgund über mehrere Kennzahlen hinweg die stärkste Region blieb. Der Acker’s Fine & Rare Index kletterte im Quartal um 11,3%, wobei Burgund um 20,7% zulegte und damit Bordeaux mit 5,4% sowie Champagne mit 3,1% deutlich hinter sich ließ.

Rue Pinard erklärte, die Daten aus zehn Marktquellen führten zum selben Schluss: Der Fine-Wine-Abschwung, der 2022 begann und bis 2024 anhielt, ist beendet; ein neuer positiver Zyklus setzte Ende 2025 ein und beschleunigte sich Anfang 2026. Das Unternehmen sagte, dieses Muster zeige sich nicht nur in Auktionsergebnissen, sondern auch im Handel am Sekundärmarkt und in den Börsenaktivitäten.

Der Bericht verwies auf starke Auktionsergebnisse in New York und Europa als Beleg für eine wiedererstarkte Nachfrage nach Spitzenflaschen. Bei Acker’s La Paulée-Auktion in New York Ende März überstiegen die Verkäufe 25 Millionen US-Dollar und brachten 460 Weltrekordpreise hervor, darunter eine Flasche 1945 Domaine de la Romanée-Conti Romanée-Conti, die für 812.500 US-Dollar verkauft wurde – der höchste je bei einer Weinauktion erzielte Preis für eine Flasche.

In Paris meldete iDealwine, dass Burgund im Jahr 2025 wertmäßig 41,3% seiner Verkäufe ausmachte – der höchste Anteil in der Unternehmensgeschichte. Auch die März-Auktion zeigte eine starke Nachfrage nach gereiften Bordeaux-Weinen und Großformaten, darunter ein Magnum von 1945 Château Mouton-Rothschild, das für 32.802 Euro verkauft wurde und damit 162% über dem Schätzpreis lag.

Dem Bulletin zufolge stießen gereifte Jahrgänge regionenübergreifend auf besonderes Interesse. Der MATURE-Index des Wine Market Journal legte im Quartal um 9,64% zu, während der CHAMP50-Index um 9,92% stieg. Laut Bericht spiegelt dies die Nachfrage nach Weinen wider, die sich am oder nahe dem optimalen Trinkfenster befinden – insbesondere ältere Bordeaux und Burgunder.

Rue Pinard verwies zudem auf Anzeichen eines Generationswechsels unter den Käufern. Sotheby’s berichtete bereits Anfang dieses Jahres, dass inzwischen etwa die Hälfte seiner Weinkäufer unter 50 Jahre alt ist; iDealwine teilte mit, dass der Anteil der verkauften Weine mit einem Alter von mehr als zehn Jahren 2025 auf 55% sank, nach 69% im Jahr 2024. Das deute darauf hin, dass neue Sammler mit anderen Kaufgewohnheiten in den Markt eintreten.

Das Unternehmen erklärte, seine eigene Beobachtung der London Fine Wine Exchange habe auch in dieser Woche anhaltende Stärke gezeigt. Am Freitagmorgen registrierte es elf neue Screaming-Eagle-Listings, fünf bei mehr als 23.000 Euro IB zurückgezogene Domaine-Leroy-Positionen sowie drei positive Preisrevisionen für Petrus-Lots. Diese Bewegungen deuteten demnach auf anhaltenden Kaufdruck hin, obwohl Verkäufer wieder Bestände an den Markt zurückführten.

Das Bulletin merkte außerdem an, dass die Preisgestaltung für Bordeaux en primeur beim Jahrgang 2025 disziplinierter ausfallen dürfte als in den vergangenen Jahren, weil Négociants zunehmend Zuteilungen ablehnen, die nicht bereits in erheblichem Umfang vorverkauft sind. Dieser Wandel könnte die Châteaux dazu veranlassen, ihre Ausgabepreise näher an das Niveau des Sekundärmarkts zu setzen; dadurch würde sich die Lücke zwischen Neuerscheinungen und bereits in Bond gehaltenen gereiften Beständen vergrößern.

Für Investoren und Sammler mache die Kombination aus steigenden Preisen, geringerer Volatilität als bei Aktien und stärkerer Liquidität bei Blue-Chip-Weinen Fine Wine laut Rue Pinard attraktiver als seit mehreren Jahren. Für Käufer aus dem Gastgewerbe bleibe Champagne eine der liquidesten Kategorien; gereifter Bordeaux und Burgunder böten verlässliche Optionen für den Aufbau von Weinkarten ohne die Unsicherheit der en-primeur-Preisgestaltung.

Das Bulletin stützte sich auf Berichte von Acker, Wine Market Journal, iDealwine, Cult Wines, Sotheby’s, Christie's, Zachys, Bonhams, Liv-ex und weiteren Marktquellen sowie auf Rue Pinards eigene Beobachtung der Handelsaktivitäten in London.

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