Mexikos Alkoholmarkt wird immer konzentrierter

Bier dominiert den Absatz, während illegale Spirituosen Steuereinnahmen schmälern und kleinere Produzenten mit höheren Kosten kämpfen

23.04.2026

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Mexico’s alcohol market grows more concentrated

In Mexiko wird zwar seltener Alkohol getrunken, doch der Markt entwickelt sich in eine andere Richtung: Er wird konzentrierter, in einigen Kategorien teurer und stärker von illegalen Verkäufen geprägt, die Steuereinnahmen schmälern. Bier bleibt mit Abstand das dominierende Getränk, während Mezcal und andere Destillate mit höheren Kosten und stärkerem Steuerdruck konfrontiert sind.

Der Wandel betrifft nicht nur, was die Mexikaner trinken, sondern auch, wie sie trinken. Laut im Bericht zitierten Branchendaten ist der Konsum seltener geworden und verlagert sich stärker ins Private. Das hat die Marktgröße nicht in jedem Segment verringert. Beim Bier erreichte die Produktion 2024 mehr als 12,7 Milliarden Liter und machte das Segment zum wichtigsten Wachstumstreiber der Branche. Bier steht für rund 93,9% des gesamten Alkoholkonsums nach Volumen in Mexiko und liegt damit weit vor jeder anderen Kategorie.

Der übrige Markt ist deutlich kleiner und fragmentierter. Unter den Destillaten liegt Aguardiente beim Volumen vorn, gefolgt von Tequila, Whisky und Rum. Mezcal kommt nur auf etwa 1,7% des Marktes – ein Zeichen dafür, wie begrenzt seine Reichweite im Vergleich zu bekannteren und breiter vertriebenen Getränken weiterhin ist.

Die Gründe sind zum Teil wirtschaftlicher Natur. Bier profitiert im mexikanischen Verbrauchsteuersystem IEPS von einer geringeren Steuerlast, weil es pro Alkoholgrad niedriger besteuert wird. Zudem ist es vergleichsweise erschwinglich und landesweit weit verbreitet. Diese Vorteile haben dazu beigetragen, dass Bier weiter wächst, obwohl sich die Trinkgewohnheiten verändern.

Für Mezcal sieht die Lage anders aus. Viele Produzenten arbeiten in kleinem Maßstab und setzen auf handwerkliche Verfahren, die die Produktionskosten erhöhen. Hinzu kommt, dass die Steuerstruktur den Endpreis für Verbraucher anhebt. Das Ergebnis ist ein Produkt, das kulturell an Sichtbarkeit gewonnen hat, sich im heimischen Markt aber weiterhin nur schwer ausweiten lässt.

Auch die Bierbranche selbst ist stark konzentriert. Craft Beer macht nur etwa 1,1% des Biermarktes aus – ein Hinweis darauf, wie viel vom Geschäft weiterhin in den Händen großer Produzenten liegt. Diese Konzentration prägt Vertrieb, Preisgestaltung und den Zugang zu Regalflächen in Geschäften und Bars.

Mexiko besteuert alkoholische Getränke über drei Hauptkanäle: IEPS, Mehrwertsteuer und Landessteuern. Der IEPS variiert je nach Alkoholgehalt, was bedeutet, dass stärkere Getränke einer höheren fiskalischen Belastung ausgesetzt sein können. Für Produzenten, insbesondere kleinere, kann das den formellen Betrieb schwerer tragfähig machen.

Illegale Verkäufe verschärfen den Druck zusätzlich. 2023 verursachte der informelle Alkoholmarkt laut den im Bericht genannten Zahlen einen fiskalischen Verlust von mehr als 19,5 Milliarden Pesos. Rund 44,2% des Marktes für Destillate laufen informell. Dieser Schattenmarkt verzerrt Preise, schafft unfairen Wettbewerb und erhöht Gesundheitsrisiken für Verbraucher, die möglicherweise nicht wissen, was sie kaufen.

Die Auswirkungen reichen durch die gesamte Branche. Große Produzenten verlieren Verkäufe an billigere illegale Produkte. Kleine Hersteller stoßen beim Eintritt in die formelle Wirtschaft oder beim Verbleib darin auf Hürden. Und dem Staat entgehen Milliarden an Einnahmen, die andernfalls öffentliche Ausgaben finanzieren könnten.

Auch für mexikanische Konsumenten verändert sich das Bild. Alkohol bleibt Teil des gesellschaftlichen Lebens, doch der Konsum wird zunehmend von Preis, Verfügbarkeit und Regulierung geprägt – nicht allein von Tradition.

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