11.05.2026

Die französische Weingruppe AdVini hat den Erwerb eines Teils des Geschäfts von Cordier by InVivo abgeschlossen. Der Schritt stärkt die Exportvertriebsmannschaft, verschafft dem Unternehmen eine größere Rolle bei Schaumweinen und bringt jährlich rund 40 Millionen bis 50 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz.
Die Vereinbarung trat am 30. April in Kraft und überträgt an AdVini die Marken Cordier und Café de Paris sowie 1,8 Millionen Euro in bar und Vermögenswerte im Wert von 9,7 Millionen Euro – insgesamt also rund 11,5 Millionen Euro. Im Gegenzug hält InVivo künftig etwa 7,8 % des Kapitals von AdVini, und Thierry Blandinières, der Vorstandsvorsitzende von InVivo, zieht in den Verwaltungsrat von AdVini ein.
Zur Transaktion gehören außerdem die Belegschaft von Cordier mit rund 80 Beschäftigten sowie der Abfüllstandort Saint-André-de-Cubzac in der Gironde, der damit zur achten Industrieanlage von AdVini wird. Nach Angaben des Unternehmens passt die Übernahme zu seiner Strategie, mehr Teile der Wertschöpfungskette im Weinsektor zu kontrollieren – von der Produktion bis zum Vertrieb – und zugleich international zu wachsen.
AdVini mit Sitz in Saint-Félix-de-Lodez im Département Hérault meldete für 2025 einen Umsatz von 270 Millionen Euro und beschäftigt 950 Mitarbeiter. Cordier by InVivo kam auf einen Umsatz von 191 Millionen Euro und 420 Beschäftigte. InVivo selbst wies einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro aus.
Für AdVini steht bei dem Deal zunächst der Ausbau seines internationalen Vertriebsnetzes im Vordergrund. Das Unternehmen teilte mit, dass es kommerzielle Teams in den Niederlanden, Belgien, Japan, Kanada und den Vereinigten Staaten hinzugewinnt. Der Export macht bereits 60 % des Umsatzes von AdVini aus, nach weniger als 5 % vor den 2000er-Jahren; dieser Anteil soll nach dem Willen des Unternehmens auf 70 % steigen.
Antoine Leccia, der Vorstandsvorsitzende von AdVini, sagte, die Gruppe sehe die Übernahme als Möglichkeit, ihre Präsenz in Märkten zu stärken, in denen französischen Weinunternehmen oft Größe und Marketingbudgets fehlen. Die Herausforderung bestehe nicht nur darin, Wein zu erzeugen, sondern auch die kommerzielle Struktur aufzubauen, die nötig sei, um ihn im Ausland zu verkaufen.
Der Kauf verschafft AdVini zudem über Café de Paris eine stärkere Position bei Schaumweinen; die Marke wird bereits in Japan, den Vereinigten Staaten und der Schweiz verkauft. Das Unternehmen erklärte, es wolle sein bestehendes Vertriebsnetz nutzen, um die Distribution auf weitere Länder auszuweiten. Zudem prüft es, den Standort Saint-André-de-Cubzac für die Entwicklung alkoholfreier Weine zu nutzen – ein Bereich noch im frühen Stadium, der jedoch einige technische Anforderungen mit Schaumwein teilt.
Ein weiteres Ziel ist Bordeaux. AdVini erklärte, es hole sich die Marke Cordier zurück, um seine Position in der Region zu stärken. Die Gruppe besitzt dort bereits fast 200 Hektar, fünf Châteaux und ein Négociant-Geschäft unter dem Label Jules Lebègue.
InVivo hat nach der Trennung von Cordier by InVivo seine Weintochter mit Wirkung zum Mai 2026 in Vinadeis by InVivo umbenannt. Die Einheit bündelt 10 Genossenschaftskellereien und 4.100 Erzeuger in Südfrankreich und im Rhône-Tal; zu den Marken zählen Mythique und Bonne Nouvelle.
Der Deal spiegelt einen breiteren Wandel im französischen Weinsektor wider: Die Produzenten sehen sich mit schwächerem Konsum im Inland, dem Druck des Klimawandels und wachsender Konkurrenz im Ausland konfrontiert. Für AdVini, das über Jahre ein integriertes Modell rund um Weinberge, Abfüllstandorte und Vertriebsbüros im Ausland aufgebaut hat, bietet Cordier sowohl Größe als auch Zugang zu neuen Märkten – zu einem Zeitpunkt, an dem Größe und Distribution wichtiger denn je sind.
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