Champagne führt Europas Ranking des Weinbergswerts an

Eine neue Analyse ergab, dass Champagne 60.030 Euro pro Hektar erwirtschaftet – fast doppelt so viel wie Alto Adige und Valle d’Aosta, Italiens Spitzenregionen.

03.08.2026

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Champagne führt Europas Ranking des Weinbergswerts an

Eine neue Analyse auf Basis von Daten des Farm Accountancy Data Network 2024 setzt Champagne bei der pro Hektar geschaffenen Weinbergswertschöpfung an die Spitze Europas, dicht gefolgt von Alto Adige und Valle d’Aosta, die bei derselben Kennzahl Italien anführen.

Die Zahlen wurden in einer Studie der American Association of Wine Economists vorgestellt, die die nach Abzug der Vorleistungen durch den Weinbau erzeugte Nettowertschöpfung untersuchte. Der Vergleich bietet eine Momentaufnahme davon, wie viel Einkommen ein Hektar Reben für Erzeuger in verschiedenen europäischen Weinregionen erwirtschaften kann, auch wenn die Studie selbst nur einen Ausschnitt abbildet und nicht jedes wichtige Gebiet erfasst.

Champagne lag mit 60.030 Euro pro Hektar auf Platz eins und damit deutlich vor dem übrigen Feld. Alto Adige folgte mit 32.155 Euro pro Hektar auf Platz zwei, dicht dahinter Valle d’Aosta mit 32.043 Euro. Burgund belegte mit 25.312 Euro Platz vier, Ligurien mit 21.177 Euro Platz fünf.

Die übrigen Top 10 umfassten Luxemburg mit 20.715 Euro pro Hektar, Galicien in Spanien mit 18.742 Euro, Piemont mit 18.253 Euro, Franche-Comté einschließlich des Jura-Gebiets mit 16.100 Euro sowie Kroatiens Adriatische Region, geführt als Jadranska Hrvatska, mit 15.287 Euro.

Unter den weiteren italienischen Regionen rangierte die Toskana mit 12.447 Euro pro Hektar auf Platz 12. Molise folgte auf Platz 13 mit 12.275 Euro. Venetien lag mit 11.609 Euro auf Platz 14, und Friaul-Julisch Venetien belegte mit 9.373 Euro Platz 17.

Am unteren Ende der in der Studie genannten Spanne lag Spaniens Valencianische Gemeinschaft mit 684 Euro pro Hektar. Dieser Abstand zeigt, wie stark sich die Ökonomie des Weinbaus in Europa je nach Geografie, Arbeitsstruktur, Produktionsmodell und Marktpositionierung unterscheiden kann.

Die Ergebnisse unterstreichen zudem, dass Prestige allein nicht immer direkt in die höchsten Erträge übersetzt wird. Einige der stärksten Regionen sind nach Volumen relativ klein. Alto Adige und Valle d’Aosta zählen nicht zu Europas größten Weinproduzenten, erscheinen aber bei der Wertschöpfung pro Hektar nahe der Spitze. Ihre Position deutet darauf hin, dass begrenzte Produktion, starke Identität und Preissetzungsmacht in der Ökonomie des Weinbergs die Größe übertreffen können.

Die Studie bündelt Daten über breite Gebiete hinweg, was bedeutet, dass die Unterschiede innerhalb der Regionen groß sein können. In Regionen wie der Toskana, dem Piemont oder Burgund können die Erträge aus berühmten Appellationen deutlich von denen weniger gefragter oder stärker auf Volumen ausgerichteter Gebiete abweichen. Deshalb sollten die Rankings als regionale Durchschnittswerte und nicht als präzise Indikatoren für jeden einzelnen Weinbergsstandort gelesen werden.

Auch mit diesen Einschränkungen sind die Zahlen für den Getränkesektor relevant, weil sie zeigen, wo der Rebanbau stärkere wirtschaftliche Erträge erzielt und wo der Margendruck größer sein dürfte. Das kann Investitionsentscheidungen in der Weinproduktion, Bodenwerte, Strategien für die Traubenversorgung und die langfristige Planung von Produzenten beeinflussen, die sich sowohl auf Premiumflaschen als auch auf größere Volumensegmente konzentrieren.

Für Winzer und Weingüter, die mit steigenden Arbeits- und Bewirtschaftungskosten konfrontiert sind, geht es um mehr als um Reputation. Die zentrale Frage ist, wie viel Einkommen ein Weinberg nach Abzug der Kosten tatsächlich erwirtschaften kann. In diesem Sinne bietet der jüngste Vergleich ein nützliches Maß für die Widerstandsfähigkeit des europäischen Weinbaus in einer Zeit, in der die Rentabilität zu den wichtigsten Anliegen der Branche zählt.

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