Crémant erreicht Rekord, während Champagne weiter an Boden verliert

Erschwinglicher Schaumwein gewann mit 123 Millionen verkauften Flaschen Marktanteile und spiegelt damit eine breitere Abkehr von Premiumetiketten wider

26.06.2026

Schaumweinproduzenten sehen sich einem zunehmend gespaltenen Markt gegenüber: Während Champagne und Cava unter Druck stehen, gewinnen Crémant, Prosecco und alkoholfreie Alternativen weiter an Boden, wie aus dem neuesten Schaumweinbericht von ProWein hervorgeht.

Der Bericht verweist auf ein weiteres Rückgangsjahr für Champagne. Daten des Comité Champagne zeigen, dass 2025 266 Millionen Flaschen verkauft wurden, 2 % weniger als im Vorjahr. Im Jahr davor war bereits ein Rückgang um 9 % verzeichnet worden. Laut Bericht wechseln Verbraucher zunehmend zu günstigeren Schaumweinen – ein Trend, mit dem Champagne wegen seiner strengen Produktionsregeln und seiner Premiumpositionierung schwerer Schritt halten kann.

Crémant entwickelte sich in die entgegengesetzte Richtung. Weltweit wurden 2025 fast 123 Millionen Flaschen verkauft, 7,5 % mehr als ein Jahr zuvor und ein Rekordwert, wie der Bericht festhält. Das Exportwachstum ist zu einem größeren Teil dieser Expansion geworden. Im Jahr 2020 wurden rund 70 % der Produktion auf dem französischen Binnenmarkt verkauft. Heute entfallen 41 % der Verkäufe auf den Export.

Der Preis war ein zentraler Faktor für den Aufstieg von Crémant. Der Bericht beziffert den durchschnittlichen Flaschenpreis auf etwa 7 €, womit die Kategorie in einer Zeit knapper Haushaltsbudgets zu den zugänglicheren Schaumweinsegmenten zählt. Die Fédération Nationale des Producteurs et Élaborateurs de Crémant erklärte, Crémant solle für möglichst viele Verbraucher erschwinglich bleiben.

Auch Prosecco legte weiter zu, wenn auch langsamer als im Vorjahr. Die Produktion erreichte 2025 667 Millionen Flaschen, ein Plus von 1,1 %. 2024 hatte das Wachstum noch bei 7 % gelegen. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Prosecco-Verkäufe mehr als verdoppelt, und mehr als 80 % der Produktion werden exportiert – ein Hinweis darauf, wie stark die Kategorie von der internationalen Nachfrage abhängt.

Die Vereinigten Staaten blieben ein wichtiger Wachstumsmarkt für Prosecco. Dort stiegen die Verkäufe in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 laut Bericht um 8 %. Auch Frankreich verzeichnete starke Zuwächse: Die Prosecco-Verkäufe legten um 21 % zu, obwohl das Land sowohl Champagne als auch Crémant produziert.

Das schwächere Absatzbild von Champagne machte die Fortschritte bei den Nachhaltigkeitszielen nicht zunichte. Das 2014 gestartete Programm „Viticulture Durable en Champagne“ zielt darauf ab, bis 2030 alle Weinberge als nachhaltig zertifizieren zu lassen. Bislang haben 14.700 Hektar beziehungsweise 43 % der Rebflächen das Zertifizierungssiegel erhalten, das an Standards zu Biodiversität, Wasserverbrauch, Abfallmanagement und CO2-Fußabdruck geknüpft ist.

Cava gehörte unter den großen Schaumweinkategorien zu den stärksten Verlierern. Die Verkäufe sanken 2025 um 13 % auf 190 Millionen Flaschen. Der Bericht führt den Rückgang auf wiederholte Dürren zurück, die in den vergangenen Jahren die Ernten verringert haben, sowie auf eine allgemein schwächere Weinnachfrage in Spanien. Dennoch bleibt Cava Spaniens international am weitesten verbreiteter Wein; rund 70 % der Produktion werden exportiert.

Alkoholfreie und alkoholreduzierte Schaumweine zeigten weiterhin Dynamik, vor allem in Deutschland. Dort wurden 2025 mehr als 22 Millionen Flaschen alkoholfreier Schaumwein verkauft, ein Plus von 12 %, womit das Segment einen Anteil von 9 % am deutschen Schaumweinmarkt erreichte.

Grand View Research schätzt, dass der globale Markt für alkoholfreien Wein bis 2030 ein Volumen von 3,78 Milliarden US-Dollar erreichen könnte und jährlich um etwa 8 % wächst. Für Getränkeunternehmen und Händler könnte die Spaltung zwischen rückläufigen Premiumsegmenten und wachsenden Value- oder alkoholfreien Kategorien die Sortimentsentscheidungen, Preisstrategien und Exportprioritäten über Schaumweinportfolios hinweg prägen.