Große Veteranenstudie vergleicht Alkoholkonsum mit Abstinenz

Forscher nutzten Daten des Million Veteran Program, um Zusammenhänge mit kardiovaskulären Ereignissen, Krebs und Sterblichkeit zu verfolgen.

28.08.2026

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Große Veteranenstudie vergleicht Alkoholkonsum mit Abstinenz

Die Abteilung für Medizin von UCLA Health hob am Donnerstag eine neu veröffentlichte Kohortenstudie hervor, die eine der umstrittensten Fragen im öffentlichen Gesundheitswesen und im Getränkemarkt untersucht: wie selbst angegebener Alkoholkonsum im Vergleich zu Abstinenz mit schweren kardiovaskulären Ereignissen, Krebs und Tod bei US-Veteranen zusammenhängt.

Die Studie, die am 26. Aug. online im The American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, trägt den Titel „Association of self-reported alcohol consumption versus abstention with major adverse cardiovascular events, cancer, and mortality among United States Veterans: a cohort study from the Million Veteran Program“. Verfasst wurde die Arbeit den Angaben des UCLA-Beitrags zufolge von Li Y., Nguyen X.T., Houghton S.C., Ho Y.L., Charest B.R., Wang D.D., Gagnon D.R., Zhang Y., Gaziano J.M., Willett W.C., Hu F.B., Cho K. und Wilson P.W.F.

Die Forschung stützt sich auf Daten aus dem Million Veteran Program, einer großen Veteranenkohorte. Wie der Titel zeigt, vergleicht die Studie Veteranen, die angaben, Alkohol zu trinken, mit solchen, die Abstinenz angaben, und untersucht, wie diese Muster mit schweren unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen, Krebs und Sterblichkeit zusammenhängen. In der medizinischen Forschung bezeichnen schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse, oft mit MACE abgekürzt, üblicherweise schwerwiegende Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulären Tod.

Die kurze Zusammenfassung von UCLA nannte weder die Größe der Kohorte noch das untersuchte Ausmaß des Alkoholkonsums oder die in der Arbeit berichteten Effektstärken. Auch eine kurze Aussage zu den wichtigsten Ergebnissen der Studie fehlte. Aus dem Veröffentlichungskontext geht jedoch klar hervor, dass die Forschenden Zusammenhänge zwischen Trinkstatus und mehreren der wichtigsten langfristigen Gesundheitsendpunkte messen wollten, die in großen Bevölkerungsstudien verfolgt werden.

Das ist bedeutsam, weil Alkohol nach wie vor zu den schwierigsten Produkten gehört, die sich in der Ernährungs- und Forschung zu chronischen Krankheiten beurteilen lassen. Studien stützen sich oft auf selbst angegebene Aufnahmemengen, die Veränderungen im Verhalten über die Zeit übersehen oder den Konsum unterschätzen können. Kohortenstudien können Muster über sehr große Gruppen hinweg sichtbar machen, beweisen für sich genommen aber nicht, dass Alkohol direkt eine Krankheit verursacht oder vor einer schützt. Sie können jedoch mitprägen, wie Ärzte, Forschende und politische Entscheidungsträger über Risiken sprechen.

Auch die Veteranenpopulation verleiht dieser Arbeit zusätzliches Gewicht. Veteranen bilden eine breite erwachsene Bevölkerung in den USA mit langfristigen Gesundheitsakten, was es ermöglichen kann, Zusammenhänge zwischen Lebensstilfaktoren und späteren Krankheitsverläufen in großem Maßstab zu untersuchen. Das ist besonders relevant, wenn Forschende mehrere Endpunkte zugleich betrachten, darunter kardiovaskuläre Ereignisse, Krebs und die Gesamtsterblichkeit.

Die Arbeit greift in eine politische Debatte ein, die für Hersteller und Verkäufer von Wein, Bier und Spirituosen immer wichtiger geworden ist. Gesundheitsbehörden und medizinische Forschende überprüfen ältere Annahmen neu, wonach geringe Trinkmengen Vorteile für das Herz bringen könnten, und richten mehr Aufmerksamkeit auf das Krebsrisiko und die Gesamtsterblichkeit. Neue epidemiologische Evidenz kann, selbst wenn sie beobachtend ist, Auswirkungen auf Gesundheitskommunikation, Diskussionen über Kennzeichnung, Schulungen für den Handel und darauf haben, wie Getränkeunternehmen über Maßhaltung sprechen. Sie kann auch den Druck auf klarere Verbraucherhinweise erhöhen, wenn die Ergebnisse als Stärkung der Ansicht gesehen werden, dass Alkoholexposition gegen mehrere Gesundheitsrisiken und nicht gegen einen einzigen möglichen Nutzen abgewogen werden sollte.

Der UCLA-Beitrag stellte die Forschung nicht als politische Stellungnahme dar, und die zugrunde liegende Arbeit sollte als wissenschaftliche Analyse und nicht als regulatorische Maßnahme gelesen werden. Dennoch gehen Studien dieser Art oft über die akademische Medizin hinaus, weil sie einen großen Verbrauchermarkt und Fragen berühren, die in den Alltag hineinreichen: ob Trinkmuster die Wahrscheinlichkeit schwerer Erkrankungen beeinflussen und ob Abstinenz diese Risiken verändert.

Forscher, Kliniker und Branchenverbände dürften die vollständigen Methoden der Arbeit genau prüfen, einschließlich der Frage, wie der Alkoholkonsum kategorisiert wurde, wie Abstinenz definiert wurde und welche Faktoren in der Analyse berücksichtigt wurden. In der Alkoholforschung können solche Details die Interpretation erheblich beeinflussen. Eine Person, die nie getrunken hat, ist nicht immer mit einer früher trinkenden Person vergleichbar, die aus Krankheitsgründen aufgehört hat, und grobe Trinkkategorien können Unterschiede zwischen gelegentlichem, moderatem und starkem Konsum verdecken. Der Begriff „selbst angegeben“ ist ebenfalls wichtig, weil er signalisiert, dass die Studie auf den Angaben der Teilnehmenden dazu beruht, was sie konsumiert haben, und nicht auf direkten biologischen Messungen.

Für den Moment ist die wichtigste Entwicklung die Veröffentlichung selbst und die Entscheidung von UCLA Health, darauf aufmerksam zu machen. Die Studie fügt dem wachsenden Forschungsbestand zu Alkohol und langfristiger Gesundheit einen weiteren großen US-Datensatz hinzu, mit Schwerpunkt auf Veteranen und auf drei Endpunkten mit den größten medizinischen und wirtschaftlichen Folgen: kardiovaskuläre Ereignisse, Krebs und Tod.

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