Britische Gastronomiebetriebe sehen sich mit einem Anstieg der Energiekosten um 65 % konfrontiert

Neue Daten zeigen: Hotels, Pubs und Caterer lagen über dem breiteren Unternehmensdurchschnitt – der Druck auf ohnehin knappe Margen steigt weiter.

11.06.2026

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Britische Gastronomiebetriebe sehen sich mit einem Anstieg der Energiekosten um 65 % konfrontiert

Die Energiekosten für Gastronomiebetriebe im Vereinigten Königreich sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich schneller gestiegen als in vielen anderen Branchen, wie neue Daten aus Dojos Inflation Index zeigen. Das setzt Hotels, Pubs, Bars und Catering-Unternehmen zusätzlich unter Druck, die bereits mit knappen Margen und hohen Betriebskosten zu kämpfen haben.

Die Untersuchung ergab, dass die Energiepreise für britische Gastronomiebetriebe über 10 Jahre im Durchschnitt um 65 % gestiegen sind. Catering-Unternehmen verzeichneten mit 73 % den stärksten Anstieg, gefolgt von Hotels mit 64 % sowie Pubs und Bars mit 57 %. Über alle britischen Unternehmen hinweg stiegen die Betriebskosten laut Index im Durchschnitt um 48 %, womit die Gastronomie zu den Sektoren gehört, die besonders stark von höheren Nebenkosten betroffen sind.

Die Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Energieverbrauch für Betreiber von Gastronomie und Beherbergung ein zentrales Thema bleibt. Kühlanlagen, Kochgeräte, Warmwassersysteme, Wäscherei, Beleuchtung und Klimatisierung verbrauchen allesamt große Mengen Strom. Für Restaurants, Bars und Hotels sind Energiekosten keine Nebenausgabe, sondern ein täglicher Kostenfaktor, der direkt mit dem Service verbunden ist.

Auch die Debatte darüber, wie Betriebe reagieren sollten, hat politische Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Anfang dieses Jahres schlug Großbritanniens Energieminister vor, dass Gastronomiebetriebe im Sommer durch das Servieren von wärmerem Bier Geld sparen könnten – eine Bemerkung, die in der Branche breite Beachtung fand. Vor diesem Hintergrund erklärte Bionic, ein britischer Vergleichsdienst für kleine Unternehmen, dass sich praktischere Einsparungen bei Wartung, Beleuchtung, Mitarbeiterverhalten, Zählertechnik und Vertragsmanagement finden lassen.

Les Roberts vom Business-Energy-Team von Bionic sagte, einer der am meisten übersehenen Bereiche sei das Wassermanagement. Warmwassersysteme seien in gastronomischen Betrieben besonders energieintensiv, weil sie Küchen, Gästezimmer, Geschirrspülen und Reinigung versorgen. Roberts sagte, selbst geringe Einsparungen beim Wasserverbrauch könnten sowohl den Wasserverbrauch als auch den Energiebedarf senken. Als häufige Quellen versteckter Kosten für kleine und mittelgroße Betreiber nannte er Lecks, tropfende Wasserhähne, veraltete Infrastruktur und ineffiziente Armaturen. Regelmäßige Prüfungen, Reparaturen und Modernisierungen der Anlagen könnten unmittelbare Einsparungen bringen.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Beleuchtung. Bionic sagte, Beleuchtung könne in manchen Unternehmen bis zu 40 % des Stromverbrauchs ausmachen, insbesondere wenn die Tageslichtstunden kürzer sind. Das Unternehmen empfiehlt den Einbau von Bewegungsmeldern in wenig frequentierten Bereichen wie Toiletten und Lagerräumen, damit sich das Licht nach kurzen Phasen ohne Bewegung automatisch ausschaltet. Außerdem rät es dazu, Halogenlampen durch LED-Beleuchtung zu ersetzen. Nach Angaben von Bionic verbrauchen LED-Lampen 90 % weniger Energie als herkömmliche Glühlampen und halten deutlich länger, was ihren höheren Anschaffungspreis ausgleicht.

Auch das Verhalten der Beschäftigten spielt bei den Nebenkosten eine Rolle. Bionic verwies auf eine separate Studie, wonach 35 % der Beschäftigten kleiner Unternehmen bei der Arbeit mehr Energie verschwenden als zu Hause – obwohl viele privat energiesparende Gewohnheiten pflegen. Diese Lücke deutet darauf hin, dass betriebliche Routinen in hektischen Serviceumgebungen oft ungeprüft bleiben. Roberts sagte, Betreiber sollten Energiesparziele den Mitarbeitern klar erläutern und Anreize oder Belohnungen erwägen, um die Beteiligung zu fördern.

Das Unternehmen riet Gastronomiebetrieben außerdem dazu, intelligente Zähler zu installieren, um den Verbrauch genauer zu verfolgen. Echtzeitdaten können zeigen, wann der Energieverbrauch im Tagesverlauf ansteigt, und Managern helfen, Verschwendungsmuster zu erkennen, die mit Geräteschichten oder Betriebsabläufen zusammenhängen. In Betrieben, in denen Küchen früh öffnen, Bars spät schließen und Hoteldienstleistungen rund um die Uhr laufen, kann diese Transparenz Eigentümern helfen, gezielte Änderungen statt pauschaler Kürzungen vorzunehmen, die den Service beeinträchtigen.

Ein weiteres Risiko ergibt sich nicht aus dem Verbrauch selbst, sondern aus den Vertragsbedingungen. Bionic warnte davor, dass Unternehmen, die ihr Verlängerungsfenster verpassen, nach Ablauf eines befristeten Vertrags automatisch auf sogenannte Deemed- oder Out-of-Contract-Tarife umgestellt werden können. Diese Tarife liegen laut Unternehmen typischerweise 20-50 % über einem ausgehandelten Festpreisvertrag. Da diese Gebühren variabel sind und nicht in derselben Weise wie Festverträge geschützt werden, können sie die Rechnungen für Betreiber schnell erhöhen, wenn sie ihre Lieferverträge nicht rechtzeitig prüfen.

Für Gastronomiebetriebe ist das Thema besonders dringlich, weil viele ihren grundlegenden Energieverbrauch nicht ohne Auswirkungen auf die Gäste senken können. Hotels müssen Zimmer beheizen oder kühlen; Restaurants müssen Abluftsysteme und Kühlung kontinuierlich betreiben; und Pubs sind auf Kellertemperierung und Zapfanlagen angewiesen, um die Produktqualität zu sichern. Das zwingt Betreiber dazu, nach Einsparungen über Effizienz statt über einfache Kürzungen zu suchen.

Die jüngsten Zahlen verdeutlichen zudem, wie stark der Sektor trotz seiner fortgesetzten Erholung von Jahren der Störungen und veränderten Nachfrage weiterhin von der Inflation bei Nebenkosten betroffen ist. Da auch Lebensmittelkosten, Löhne und Finanzierungskosten unter Druck stehen, wird das Energiemanagement für Gastronomiebetreiber in ganz Großbritannien zu einem immer wichtigeren Bestandteil der täglichen Entscheidungen.

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