Pommery führt exklusive Gespräche mit Henkell über Mehrheitsbeteiligung

Eine Transaktion könnte Marken aus Champagne, Cava, Prosecco und Crémant in einem großen Konsolidierungsschritt im Schaumweinsegment zusammenführen.

05.06.2026

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Maison Pommery & Associés hat exklusive Gespräche mit Henkell International über einen Deal aufgenommen, der nach Angaben des französischen Unternehmens eine der weltweit größten Schaumweingruppen schaffen könnte.

Die Gespräche eröffnen Henkell International, dem deutschen Schaumweinhersteller, den vorgesehenen Weg, Mehrheitsgesellschafter von Maison Pommery & Associés zu werden. Die Exklusivitätsphase ist auf zwei Monate angesetzt. Wie die Unternehmen mitteilten, stehen die Verhandlungen weiterhin unter dem Vorbehalt einer Due Diligence, der Einigung auf die Vertragsbedingungen sowie – sofern erforderlich – behördlicher Genehmigungen und Konsultationen. Zugleich betonten sie, dass es keine Garantie gebe, dass die Gespräche zu einer abgeschlossenen Transaktion führen.

Sollte der Deal zustande kommen, würden zwei familienkontrollierte Gruppen mit breiter Präsenz in wichtigen Schaumweinkategorien und Märkten zusammengeführt. Maison Pommery & Associés besitzt mehrere Champagner-Marken, darunter Champagnes Vranken, Pommery & Greno, Pompadour, Charles Lafitte und Bissinger & Co. Henkell International besitzt Champagne Alfred Gratien und kontrolliert zudem Marken in mehreren der wichtigsten europäischen Schaumweinsegmente, darunter Deutschlands Henkell, Spaniens Freixenet im Cava, Italiens Mionetto im Prosecco und Frankreichs Gratien Meyer im Crémant. Zum Portfolio gehört auch das deutsche Weingut Schloss Johannisberg.

Die geplante Partnerschaft kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Konsolidierung in der Weinbranche weiterhin ein klarer Trend ist. Produzenten setzen zunehmend auf Fusionen und Übernahmen, um größere Volumina zu sichern, Kosten zu verteilen und den internationalen Vertrieb zu stärken, während sich die Nachfrage über Kategorien und Märkte hinweg verschiebt. Schaumwein zählt dabei zu den aktivsten Bereichen für grenzüberschreitende Expansion, weil er starken Markenwert mit hoher Verbraucherbekanntheit in Exportmärkten verbindet.

Maison Pommery & Associés teilte mit, innerhalb des Verwaltungsrats einen Sonderausschuss eingerichtet zu haben, der die Verhandlungen begleiten soll. Zudem verschob das Unternehmen seine Hauptversammlung zur Billigung des Jahresabschlusses 2025 auf einen Termin nach dem 30. Juni. Ursprünglich war das Treffen für den 4. Juni angesetzt.

Die französische Gruppe meldete für 2025 einen Umsatz von 293,2 Millionen Euro, ein Minus von 3,6 % gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn stieg auf 31,9 Millionen Euro und wurde durch den Verkauf der Beteiligung an Heidsieck & Co Monopole an Lanson-BCC gestützt. Das Unternehmen erklärte, diese Veräußerung habe das Ergebnis gestützt, obwohl der Umsatz rückläufig war.

Henkell International meldete für das jüngste Geschäftsjahr einen Nettoumsatz von 1,25 Milliarden Euro, ein Plus von 0,5 % gegenüber 2024. Nach Angaben des Unternehmens waren die stärksten Ergebnisse bei Prosecco, Crémant, Aperitifs und alkoholfreien Produkten zu verzeichnen – Kategorien, die in Europa und anderen internationalen Märkten auf wachsendes Verbraucherinteresse stoßen.

Die Größe und geografische Breite beider Portfolios erklären die strategische Logik hinter den Gesprächen. Pommery bringt etablierte Champagnerhäuser und Weinbergsvermögen im Premiumsegment des französischen Schaumweins ein. Henkell ergänzt eine breitere Präsenz im Massenmarkt- und Premiumsegment in mehreren Ländern und Stilrichtungen – von Cava über Prosecco bis Crémant – sowie ein großes Vertriebsnetz.

Maison Pommery & Associés geht auf das von Paul-François Vranken aufgebaute Unternehmen zurück. Die Gruppe gibt an, über 2.600 Hektar Land in vier Weinbaugebieten in Champagne, Provence, Camargue und Douro zu verfügen. Diese Fläche verschafft ihr nicht nur Zugang zu Champagne, sondern auch zu anderen Weinregionen, die breitere Produktions- und Beschaffungsstrategien unterstützen können.

Für Henkell International würde eine Mehrheitsbeteiligung an Pommery die Position in Champagne weiter stärken – einem der prestigeträchtigsten und am strengsten definierten Segmente im globalen Weinmarkt. Für Pommery könnte eine Anbindung an Henkell größeren internationalen Spielraum und besseren Zugang zu Vertriebswegen bieten, die bereits in Europa und darüber hinaus etabliert sind.

Zu den finanziellen Bedingungen einer möglichen Transaktion machten die Unternehmen keine Angaben. Über das nun geltende zweimonatige Exklusivitätsfenster für die Verhandlungen hinaus wurde kein Zeitplan bekannt gegeben.

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