04.06.2026

Pisa, Italien — Forscher der Universität Pisa untersuchen thermische Verfahren zur Unkrautbekämpfung im Weinberg, da Winzer nach Alternativen zu chemischen Herbiziden im Unterstockbereich suchen, wo der Bewuchs kontrolliert werden muss, ohne Reben, Wurzeln, Bewässerungsleitungen oder Stützstrukturen zu beschädigen.
Die Arbeit, die in Il Corriere Vinicolo diskutiert und am 27. Mai von Unione Italiana Vini hervorgehoben wurde, konzentriert sich auf drei Techniken: Abflammung mit LPG, Heißschaum und elektrische Unkrautbekämpfung. Alle drei sollen Unkräuter durch Hitze statt durch Chemie unterdrücken, bringen jedoch jeweils praktische und finanzielle Grenzen mit sich, die eine breite Anwendung bislang erschweren.
Der Unterstockstreifen gehört zu den schwierigsten Bereichen eines Weinbergs in der Bewirtschaftung. Dort konkurrieren Unkräuter mit den Reben um Wasser und Nährstoffe, doch herkömmliche mechanische Geräte können Stämme und flache Wurzeln beschädigen. Chemische Herbizide werden in vielen Weinbergen seit Langem eingesetzt, doch der Druck, ihren Einsatz zu verringern, hat Forscher und Winzer dazu veranlasst, andere Optionen zu testen, die besser zu Nachhaltigkeitszielen passen.
Nach Angaben des Teams der Universität Pisa ist die Abflammung derzeit das am weitesten etablierte thermische Verfahren. Es wirkt am besten bei jungen Unkräutern und vermeidet einen Teil der Bodenstörung, die mit mechanischer Bearbeitung verbunden ist. Allerdings sind wiederholte Überfahrten nötig, und das Verfahren hängt von den Kraftstoffkosten ab. Heißschaum nutzt erhitztes Wasser, das mit Pflanzenfasern vermischt wird, um eine isolierende Schicht zu bilden, die die Hitze länger im Pflanzengewebe hält; dafür sind jedoch erhebliche Wasser- und Energieeinsätze erforderlich. Bei der elektrischen Unkrautbekämpfung wird Hochspannung eingesetzt, um das Unkrautgewebe zu schädigen, ohne offene Flammen oder Tanks mit Wasser oder Gas; die Geräte sind jedoch weiterhin teuer.
Die Forscher erklärten, dass die Wirksamkeit jeder Bekämpfungsstrategie auch von den vorhandenen Unkrautarten, ihrem Entwicklungsstadium und ihrer Fähigkeit zur Regeneration nach der Behandlung abhängt. Das macht den Zeitpunkt entscheidend, insbesondere in Weinbergen, in denen der Unterstockbereich über die gesamte Saison hinweg sorgfältig behandelt werden muss.
Die Studie ordnet die thermische Bekämpfung in einen breiteren Wandel hin zu einem integrierten Weinbergsmanagement ein, bei dem Betriebe agronomische Maßnahmen, mechanische Werkzeuge und Präzisionstechnologien kombinieren, um Betriebsmittel zu reduzieren und zugleich die Produktion stabil zu halten. Die Autoren erklärten, Automatisierung und Präzisionslandwirtschaft könnten diese Systeme im Laufe der Zeit zielgerichteter machen, den Arbeitsaufwand senken und die Effizienz im Feld verbessern.
Vorerst bleibt jedoch der Kostenfaktor ein zentrales Hindernis. Kraftstoffverbrauch, Energiebedarf und Gerätepreise bestimmen allesamt darüber, ob diese Methoden aus Forschungsparzellen in die reguläre Weinbaupraxis überführt werden können.
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