Jüngere Amerikaner treiben das Wachstum alternativer Weine voran

Laut IWSR steigt die Nachfrage nach Natur-, Bio- und nachhaltig erzeugten Weinen, doch begrenzter Regalplatz und Preisbedenken bremsen den Absatz weiterhin.

29.05.2026

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Alternative Weine gewinnen bei jüngeren US-Konsumenten an Boden, doch die Kategorie wird weiterhin durch begrenzten Regalplatz, eine schwache Wertwahrnehmung und ein geringes Interesse älterer Verbraucher gebremst, wie neue Untersuchungen von IWSR zeigen.

Das Marktforschungsunternehmen erklärte, die Nachfrage nach Natur-, Bio- und nachhaltig erzeugten Weinen habe in den USA und anderen wichtigen Weinmärkten weiter zugenommen, wobei Gen Z und Millennials einen Großteil des Wachstums antrieben. Der Bericht stellte jedoch auch fest, dass viele Käufer diese Weine im Handel und in der Gastronomie nach wie vor nur schwer finden und dass der Preis beim Kauf weiterhin ein zentrales Hindernis bleibt.

IWSR teilte mit, sein Bericht 2025 zu nachhaltigem, biologischem und alternativem Wein zeige, dass die Käufe dieser Produkte seit 2023 in den meisten Unterkategorien in den USA, Kanada, dem Vereinigten Königreich und Australien deutlich gestiegen seien. Das Unternehmen sagte, der Trend spiegele ein stärkeres Verbraucherinteresse an Nachhaltigkeit und Gesundheit wider, insbesondere unter jüngeren regelmäßigen Weintrinkern.

In den USA wie auch in anderen Märkten ergab der Bericht, dass mindestens die Hälfte der jüngeren regelmäßigen Weintrinker angibt, sich stark mit Nachhaltigkeit verbunden zu fühlen, und mindestens 64% sagen, sie fühlten sich eng mit alternativen Weinen verbunden. Dieses Engagement stützt den Absatz von Bio-Wein und anderen Nischenkategorien, obwohl der gesamte Weinkonsum weiter unter Druck steht.

Dennoch sei das Wachstum laut IWSR uneinheitlich. Reife Weinmärkte wie Frankreich und Deutschland bleiben mengenmäßig größer, wachsen aber langsamer als Länder wie Australien, wo die Volumina alternativer Weine von 2019 bis 2024 mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 14% zulegten. Kanada verzeichnete im selben Zeitraum eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 2%, das Vereinigte Königreich von 1%.

Der Bericht sieht Naturwein innerhalb der Kategorie als größte Chance an – gemessen an Marktgröße und Entwicklung in China, Australien und dem Vereinigten Königreich. Bio-Wein rangiert auf Platz zwei, gestützt durch eine stabile Bekanntheit und zunehmendes Engagement in mehreren Märkten. Auch nachhaltig erzeugter Wein gewinnt in Ländern an Zugkraft, in denen Verbraucher Umweltargumenten gegenüber aufgeschlossener geworden sind, darunter die USA, das Vereinigte Königreich, Kanada, Australien, Südkorea, Neuseeland, Japan und Dänemark.

Dan Mettyear, Forschungsleiter für EMEA bei IWSR, sagte, jüngere Trinker veränderten die Nachfrage, weil sie Nachhaltigkeit eher mit ihren Kaufentscheidungen verknüpften. Das Wachstum werde jedoch durch „limited choice and availability in both the off- and on-trade“ sowie durch Preisbedenken, Zweifel am Preis-Leistungs-Verhältnis und eine Vorliebe für vertraute Weine begrenzt.

Der Bericht verweist zudem auf einen Generationenunterschied. Ältere Verbraucher zeigten geringere Bekanntheit und weniger Kaufinteresse an alternativen Weinen als jüngere Erwachsene. Für US-Erzeuger, Importeure und Händler ist das relevant, weil es verlangsamt, wie schnell sich die Kategorie über ein Nischenpublikum hinaus entwickeln kann.

Für amerikanische Weingüter und Distributoren deuten die Ergebnisse darauf hin, dass alternative Weine Wachstumspotenzial haben könnten, wenn sie breitere Platzierung im Lebensmitteleinzelhandel, in Weinfachgeschäften und Restaurants sichern können und zugleich Preis und Qualität klarer vermitteln. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, jüngere Verbraucher zum Erstkauf zu bewegen, sondern auch ein breiteres Spektrum an Konsumenten davon zu überzeugen, dass diese Weine genügend Mehrwert bieten, um regelmäßig gekauft zu werden.

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