12.09.2024

Der Markt für edle Weine setzte im August 2024 seinen Abwärtstrend fort, wie der jüngste Bericht von Liv-ex, dem globalen Marktplatz für edle Weine, zeigt. Trotz eines Anstiegs der Transaktionen in der zweiten Monatshälfte spiegeln die wichtigsten Indizes des Marktes einen stetigen Rückgang wider. Der Liv-ex Fine Wine 1000 Index, der eine breite Auswahl von 1.000 Weinen aus der ganzen Welt abbildet, verzeichnete im Berichtsmonat einen leichten Rückgang von 0,1 %. Der spezifischere Liv-ex Fine Wine 100 Index, der die Performance von 100 der begehrtesten Weine misst, sank dagegen um 1,0 %.
Dieser anhaltende Rückgang spiegelt die im Juli verzeichneten Verluste wider, als der Fine Wine 100 Index ein Minus von 1,1 % verzeichnete, so dass seine Performance seit Jahresbeginn bei -5,4 % liegt. Der Liv-ex Fine Wine 50, der die jüngsten Jahrgänge der Bordeaux-Erstweine abbildet, ging im August ebenfalls um 0,6 % zurück. Dieser kontinuierliche Abwärtstrend wirft einen Schatten auf den Markt für edle Weine, der inmitten verschiedener wirtschaftlicher und branchenspezifischer Herausforderungen darum kämpft, wieder in Schwung zu kommen.
Während der Gesamtmarkt Anzeichen einer Abschwächung aufwies, verlief die Entwicklung nicht in allen Regionen gleich. Einige wenige Segmente widersetzten sich dem Abwärtstrend, insbesondere der Index Rest of the World 60. Dieser Index, der die Performance von zehn aktuellen Jahrgängen aus sechs Weingütern in Spanien, Chile, den Vereinigten Staaten und Australien abbildet, verzeichnete im August einen Anstieg von 0,8 %. Dies ist ein seltener Lichtblick in einer ansonsten schwierigen Zeit für den Markt für feine Weine. Andere regionale Indizes, darunter der Rhône 100, der Burgund 150 und der Champagne 50, verzeichneten ebenfalls einen bescheidenen Anstieg von 0,5 %, 0,2 % bzw. 0,1 %.
Diese geringen Zuwächse deuten darauf hin, dass, während die traditionellen Spitzenweine wie Bordeaux und Burgund zu kämpfen haben, neuere und aufstrebende Regionen weiterhin Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Weine aus Ländern wie Spanien, Chile und den USA haben sowohl in Bezug auf die Qualität als auch auf die Marktpräsenz an Zugkraft gewonnen, was dem Markt in diesen Gebieten Auftrieb verleiht.
Trotz des allgemeinen Rückgangs der Indizes bot die zweite Augusthälfte ein optimistischeres Bild in Bezug auf die Handelsaktivität. Der Gesamtwert der Transaktionen stieg in der zweiten Monatshälfte an und machte 55,0 % des Handelsvolumens des Monats aus. Dieser Anstieg wurde durch eine deutliche Zunahme sowohl der Anzahl der gehandelten Einzelmarken als auch der Einzelweine unterstützt, die um 9,8 % bzw. 9,9 % zugenommen haben.
Diese Zahlen deuten auf eine zunehmende Diversifizierung der Käuferinteressen hin, da die Marktteilnehmer zunehmend ein breiteres Weinsortiment suchen, anstatt sich auf einige wenige hochpreisige Marken zu konzentrieren. Diese Verschiebung im Verbraucherverhalten könnte ein positives Zeichen sein, das darauf hindeutet, dass sich der Markt weiterentwickelt, auch wenn er nicht in allen Regionen dramatische Zuwächse verzeichnet.
Eine der bemerkenswertesten Entwicklungen, die in dem Bericht hervorgehoben wird, ist die zunehmende Beteiligung von US-Händlern am Markt für feine Weine. Im August entfielen 64,0 % des im Index für die übrige Welt gehandelten Wertes auf amerikanische Käufer, was einen deutlichen Anstieg gegenüber ihrem kumulativen Marktanteil von 34,4 % im bisherigen Jahresverlauf bedeutet. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem im Jahr 2023 verzeichneten Marktanteil von 10 %.
Der wachsende Einfluss der US-Händler zeigt sich vor allem im Index Rest der Welt 60, wo die amerikanischen Käufer die Nachfrage aktiv ankurbeln. Das robuste Engagement des US-Marktes ist ein wichtiger Faktor, den man im Auge behalten sollte, da er weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des Feinweinmarktes spielen kann, insbesondere in aufstrebenden Regionen außerhalb der traditionellen europäischen Hochburgen.
Auch wenn der Markt für edle Weine mit anhaltenden Herausforderungen konfrontiert ist, bieten die Daten vom August sowohl Anlass zur Vorsicht als auch Grund zum Optimismus. Der Gesamtrückgang von Schlüsselindizes wie dem Liv-ex Fine Wine 100 und Fine Wine 50 deutet auf einen Markt hin, der immer noch mit wirtschaftlichem Gegenwind zu kämpfen hat. Der Anstieg der Handelsaktivitäten, insbesondere in der zweiten Monatshälfte, und die starke Leistung der nicht traditionellen Weinregionen deuten jedoch darauf hin, dass der Markt noch lange nicht stagniert.
Darüber hinaus spiegelt die zunehmende Präsenz von US-Händlern, insbesondere im Segment "Rest der Welt", ein wachsendes Bedürfnis nach Vielfalt in den Weinportfolios wider. In dem Maße, in dem diese Käufer ihren Einfluss weiter ausbauen, könnten sich auf dem Markt für feine Weine mehr Wachstumschancen in Regionen ergeben, die bisher als zweitrangig gegenüber Bordeaux, Burgund und Champagne betrachtet wurden.
Mit Blick auf die Zukunft werden die Marktteilnehmer genau beobachten, ob die zweite Hälfte des Jahres 2024 eine Trendwende im allgemeinen Marktgeschehen bringt. Mit der zunehmenden Bedeutung aufstrebender Regionen und dem Potenzial für einen weiteren Anstieg des Handelsvolumens bleibt der Markt für edle Weine in Bewegung, aber nicht ohne Potenzial für eine Erholung. Für Sammler, Investoren und Liebhaber wird diese Marktdynamik im weiteren Verlauf des Jahres sowohl Herausforderungen als auch Chancen bieten.
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