Französische Weinexporte erleiden einen Umsatzrückgang von 4,4 % aufgrund von US-Zöllen und Preissenkungen

Verluste in Schlüsselmärkten wie den Vereinigten Staaten und China führen zu einem Rückgang von 519 Millionen Euro trotz Zuwächsen in aufstrebenden Regionen

11.02.2026

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French Wine Exports Suffer 4.4% Revenue Drop as U.S. Tariffs and Price Cuts Hit Hard

Die französische Weinexportindustrie hat ein schwieriges Jahr 2025 hinter sich. Offizielle Daten zeigen einen Rückgang des Exportwerts um 4,4 %, was einem Verlust von 519 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die von Del Rey AWM analysierten Daten, die sich auf die offiziellen Zolldaten stützen, zeigen, dass die Gesamtexporterlöse auf 11,2 Milliarden Euro zurückgingen, während die Exportmengen um 2,1 % auf 12,6 Millionen Hektoliter sanken. Der Durchschnittspreis pro Liter sank ebenfalls um 2,4 %, nämlich um 22 Cent auf 8,85 Euro pro Liter.

Am stärksten war der Rückgang in der zweiten Jahreshälfte, als die Exporteinnahmen stark zurückgingen, obwohl die Menge des versendeten Weins relativ stabil blieb. Französischer Wein erreichte im Jahr 2025 193 internationale Märkte, aber der Sektor hatte aufgrund erheblicher Rückgänge in wichtigen Bestimmungsländern zu kämpfen. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten gingen um 446 Millionen Euro zurück, was einem Rückgang von 18,9 % entspricht und den größten Teil der weltweiten Einnahmeverluste ausmacht. Auch das Vereinigte Königreich, Deutschland und China verzeichneten einen deutlichen Rückgang der Einfuhren französischer Weine.

Trotz dieser Rückschläge verzeichneten einige Märkte ein Wachstum. So stiegen die Ausfuhren nach Kanada, in die Schweiz, nach Hongkong, Schweden und Spanien. Längerfristig hat französischer Wein seit 2017 Fortschritte in Schwellenländern in Afrika, Lateinamerika und im pazifischen Raum gemacht, auch wenn diese im Vergleich zu den traditionellen Märkten klein bleiben.

Der Rückgang betraf die verschiedenen Weinkategorien in unterschiedlicher Weise. Weine ohne Kohlensäure, die in Flaschen abgefüllt werden, erlitten die größten Einbußen, wobei der Exportwert um 5,4 % und das Volumen um 4,1 % sank. Der Durchschnittspreis für diese Weine sank um 1,3 % auf 7,72 € pro Liter. Auch Schaumweine hatten mit Herausforderungen zu kämpfen: Ihr Durchschnittspreis pro Liter sank um 6,2 % auf 19,43 €, was zwar einen Anstieg des Verkaufsvolumens um 3 % ermöglichte, aber dennoch zu einem Umsatzrückgang von 3,4 % oder 147,5 Mio. € führte.

Kleinere Zuwächse gab es bei Bag-in-Box (BiB), nicht abgefülltem Wein und Mostverkäufen, die jedoch nicht ausreichten, um die Verluste bei Flaschenweinen auszugleichen. Innerhalb der Flaschenweine ohne Schaumwein gingen fast alle Unterkategorien zurück, mit Ausnahme der Weine ohne Qualitätsangabe. Rot- und Roséweine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) waren mit einem Minus von 24 Millionen Litern (7,5 %) und einem Wert von 321 Millionen Euro am stärksten betroffen.

Der US-amerikanische Markt spielte eine zentrale Rolle bei diesem Abschwung. Neben einem Rückgang der Gesamteinnahmen um 446 Mio. EUR fielen die Durchschnittspreise für französische Weinexporte in die USA um 11,8 % von über 13 EUR pro Liter im Jahr 2024 auf 11,51 EUR im Jahr 2025. Die Liefermengen gingen nur um 4,1 % zurück, was darauf hindeutet, dass der größte Teil der Einnahmeverluste auf die niedrigeren Preise und nicht auf weniger verkaufte Flaschen zurückzuführen ist.

Mehrere Faktoren trugen zu dieser Situation bei: anhaltende Überbestände trotz der niedrigen Ernten der letzten Zeit und neue US-Zölle auf europäische Produkte, die in Kraft traten, nachdem eine Vereinbarung zwischen der Europäischen Union und der Trump-Regierung die Zölle um 15 % erhöht hatte. Diese Zölle veranlassten viele Exporteure zu Preissenkungen - insbesondere bei Schaumweinen -, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

China war eine weitere wichtige Quelle für den Rückgang der französischen Weinexporte im Jahr 2025, die mit -13,9 Millionen Litern für China gegenüber -14,6 Millionen Litern für die USA fast genauso stark zurückgingen wie die Lieferungen in die USA.

Während einige Länder wie Kanada und Schweden ihre Einfuhren französischer Weine sowohl wert- als auch mengenmäßig steigern konnten, konnten diese Zuwächse die Verluste auf größeren Märkten wie den USA, China, Deutschland, Belgien und Japan nicht ausgleichen.

Betrachtet man die allgemeinen Trends der letzten acht Jahre, so haben sich die französischen Weinexporte in den verschiedenen Regionen und Produktkategorien deutlich verschoben. Seit 2017 ist das Gesamtexportvolumen um 15,9 % gesunken, aber der Gesamtwert ist um 22,8 % gestiegen, was vor allem auf höhere Durchschnittspreise zurückzuführen ist - in acht Jahren um 46 %.

Asien verzeichnete einen starken Rückgang sowohl des Wertes (-6 %) als auch des Volumens (-60 %), was hauptsächlich auf die sinkende Nachfrage aus China zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu verzeichneten Nordamerika, Afrika und die pazifischen Länder ein Wachstum sowohl bei den Verkaufsmengen als auch bei den Einnahmen.

Die Daten deuten darauf hin, dass die traditionellen Weinexportmärkte Frankreichs zwar durch wirtschaftliche Faktoren und handelspolitische Maßnahmen - insbesondere Zölle - unter Druck stehen, dass aber in den aufstrebenden Regionen ein Potenzial für künftiges Wachstum besteht, wenn die Erzeuger sich an die veränderten Verbraucherpräferenzen und Marktbedingungen anpassen können.

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