Indien will Weinzölle senken, da EU-Handelsabkommen kurz vor dem Abschluss steht

Globale Weinmarken bereiten sich auf den Eintritt in den indischen Markt vor, was den Wettbewerb verschärft und die lokalen Erzeuger veranlasst, ihre Qualitätsstandards zu erhöhen.

24.02.2026

Teilen

India Moves to Slash Wine Tariffs as EU Trade Deal Nears Completion

Die indische Weinindustrie bereitet sich auf große Veränderungen vor, da Indien und die Europäische Union ein Freihandelsabkommen abschließen werden, das die Zölle auf importierte Weine senken wird. Es wird erwartet, dass dieser Schritt den indischen Verbrauchern den Zugang zu globalen Weinmarken erleichtert und den Wettbewerb für einheimische Erzeuger verschärft. Sumit Jaiswal, Chief Operating Officer von Grover Vineyards, einem der führenden indischen Weinunternehmen, ist der Ansicht, dass der Markteintritt ausländischer Akteure den Markt erweitern und letztlich den lokalen Erzeugern zugute kommen wird, da er das Bewusstsein schärft und zu höheren Standards anregt.

Jaiswal erklärt, dass die Ankunft internationaler Marken den Gesamtmarkt vergrößern und indischen Weinen mehr Sichtbarkeit verleihen wird. Er glaubt, dass dies die lokalen Unternehmen dazu veranlassen wird, ihr Marketing, die Verpackung und die Produktqualität zu verbessern. Grover Vineyards plant, seine Teilnahme an internationalen Weinwettbewerben zu erhöhen und sich auf den Export zu konzentrieren, um neue Möglichkeiten zu erschließen. Das Unternehmen sieht auch Potenzial in dem wachsenden Trend der indischen Verbraucher, einheimische Marken zu unterstützen.

Der indische Weinmarkt verzeichnete über die Jahre hinweg ein stetiges zweistelliges Wachstum, mit einigen Unterbrechungen aufgrund von Ereignissen wie den Anschlägen in Mumbai 2008, Änderungen der Vorschriften für den Verkauf von Spirituosen, der Demonetisierung und der Covid-19-Pandemie. Trotz dieser Rückschläge stellt Jaiswal fest, dass sich die Branche zu einem höherwertigen Segment entwickelt hat, da die Verbraucher in Zeiten wie der Pandemie, in denen die Menschen mehr Zeit zu Hause verbrachten, auf höherwertige Weine umgestiegen sind.

Dennoch bleibt der Weinkonsum in Indien im Vergleich zu anderen Ländern niedrig. Jaiswal führt dies auf die hohe Besteuerung von Wein in den meisten Bundesstaaten - mit Ausnahme von Karnataka und Maharashtra - zurück, wo er mit ähnlichen Sätzen wie Spirituosen und Bier besteuert wird. Dies lässt Wein im Verhältnis zu seinem Alkoholgehalt teuer erscheinen. Er weist auch darauf hin, dass sich die kulturelle Einstellung gegenüber Alkohol erst in den letzten Jahren zu ändern beginnt und dass Wein Aufklärung und Erfahrung erfordert, was immer mehr Inder tun, die ins Ausland reisen.

Grover Vineyards sah sich während der Pandemie mit Herausforderungen konfrontiert, nachdem es stark in die Verbesserung der Weinqualität und den Erwerb neuer Weingüter investiert hatte. Die Umsätze gingen fast zwei Jahre lang stark zurück, haben sich aber inzwischen wieder erholt. Der Umsatz des Unternehmens stieg von Rs 26,13 crore im GJ24 auf Rs 64,64 crore im GJ25, was auf eine starke Verbrauchernachfrage und eine verbesserte Marktausführung zurückzuführen ist.

Grover Vineyards positioniert sich als drittgrößter inländischer Weinproduzent und führender Exporteur und konzentriert sich auf Premiumweine für ein sich entwickelndes Publikum. Das Unternehmen hat in fortschrittliche Ausrüstung wie optische Sortiermaschinen für die Traubenselektion investiert und beschäftigt neben einem von internationalen Experten geschulten Team einen französischen Vollzeit-Winzer. Diese Bemühungen zielen darauf ab, gleichbleibende Qualität und Innovation zu gewährleisten.

Jaiswal räumt ein, dass indische Weine im Vergleich zu Spirituosen und Bier aufgrund geringerer Einnahmen und begrenzter Ausgaben für die Marktentwicklung immer noch um Regalplätze kämpfen. Er weist darauf hin, dass die Weinverbände in anderen Ländern stärker von der Regierung unterstützt werden, was zu einer effektiveren Förderung ihrer Branche beiträgt. Um den inländischen Verbrauch anzukurbeln, konzentriert sich Grover Vineyards auf den Weintourismus und bringt trinkfertige Produkte mit geringerem Alkoholgehalt auf den Markt, um neue Verbraucher zu gewinnen.

Auf internationaler Ebene exportiert Grover Vineyards in über 18 Länder, sieht sich jedoch mit der Herausforderung konfrontiert, den Vertrieb über die indischen Restaurants im Ausland hinaus auszuweiten. Jaiswal ist der Ansicht, dass eine stärkere Zusammenarbeit der Branche bei Messen und Wettbewerben dazu beitragen würde, das Profil indischer Weine weltweit zu schärfen.

Um jüngere Verbraucher anzusprechen, hat Grover Vineyards die ersten indischen Cocktailschorlen unter dem Label Misfit auf den Markt gebracht - RTD-Getränke mit beliebten Geschmacksrichtungen, die auf Bequemlichkeit und geringeren Alkoholgehalt ausgelegt sind. Das Unternehmen hat auch sein Branding aktualisiert, um bei gleichbleibend hoher Qualität einen lässigeren Eindruck zu vermitteln.

Da sich die indische Weinindustrie an einem Wendepunkt befindet und eine Senkung der Einfuhrzölle absehbar ist, passen sich lokale Erzeuger wie Grover Vineyards durch Innovationen, Qualitätsverbesserungen und gezielte Marketingstrategien an, die sowohl auf inländische als auch internationale Märkte abzielen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Teilen Sie ihn