28.01.2026

Die italienischen Weinexporte haben sich zwischen Januar und Oktober 2025 deutlich verlangsamt. Nach Angaben des Sektors exportierte Italien weltweit 1,76 Milliarden Liter Wein und erzielte damit Einnahmen in Höhe von 6,51 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 1,4 % in der Menge und 2,7 % im Wert gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2024. Im Oktober war der Rückgang mit einem Minus von 5,2 % bei der Menge und 6,5 % beim Wert noch deutlicher, was einem Minus von rund 54 Millionen Euro gegenüber Oktober 2024 entspricht.
Dieser Rückgang folgt auf ein Rekordjahr 2024, in dem die italienischen Weinexporte über 8,1 Milliarden Euro erreichten und 21,7 Millionen Hektoliter ins Ausland verkauft wurden. Diese Leistung bestätigte Italien als Weltmarktführer bei den Weinexporten nach Volumen und als zweitgrößter Weinexporteur nach Frankreich nach dem Wert. Die Trendwende im Jahr 2025 ist das erste Mal in den letzten Jahren, dass die italienischen Weinexporte ein negatives Wachstum verzeichnen.
Mehrere Faktoren tragen zu diesem Trend bei. Einer der wichtigsten ist die Einführung höherer Zölle auf italienische Weine, die in die Vereinigten Staaten exportiert werden, die mit einem Anteil von rund 24 % an den Gesamtausfuhren nach wie vor Italiens größter Exportmarkt für Wein sind. Die Zölle in Höhe von 15 % haben schätzungsweise negative Auswirkungen auf die Einnahmen in Höhe von mehr als 300 Millionen Euro, und diese Zahl könnte auf fast 460 Millionen Euro ansteigen, wenn man die Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro berücksichtigt. Diese Zölle machen italienische Weine für amerikanische Importeure teurer, die sich möglicherweise billigeren Alternativen aus anderen Ländern zuwenden.
Eine weitere Herausforderung ist die starke Abhängigkeit Italiens von einigen wenigen Schlüsselmärkten, insbesondere den Vereinigten Staaten. Diese Konzentration setzt die italienischen Erzeuger Risiken durch handelspolitische Veränderungen und Währungsschwankungen aus. Außerdem werden italienische Weine im Allgemeinen zu niedrigeren Durchschnittspreisen verkauft als Weine aus Frankreich, Australien oder Neuseeland, was die Exportwerte unter Druck setzt, insbesondere außerhalb des Premiumsegments.
Auch die globalen Konsummuster ändern sich. Auf einigen wichtigen Märkten geht die Nachfrage nach Wein zurück oder die Verbraucherpräferenzen ändern sich, was sich auf die Gesamtausfuhrmengen und -werte auswirkt.
Branchenexperten schlagen mehrere Strategien vor, um diesen Herausforderungen zu begegnen und Italiens Position auf dem internationalen Markt zu stärken. Die Diversifizierung der Exportdestinationen wird als entscheidend angesehen - die Expansion in wachsende Märkte wie Asien, Lateinamerika und Afrika könnte dazu beitragen, die Abhängigkeit von traditionellen Märkten wie den USA zu verringern, das Risiko zu streuen und neue Chancen zu eröffnen.
Es gibt auch Bestrebungen, sich auf höherwertige Segmente zu konzentrieren: Die Förderung von Premiumweinen, geschützten Bezeichnungen (DOP/IGP) und hochwertigen Schaumweinen kann dazu beitragen, den Durchschnittswert der Exporte zu erhöhen. Die Betonung von Qualität, regionaler Identität und Nachhaltigkeit wird als Schlüssel für langfristiges Wachstum angesehen.
Gemeinsames Branding und integriertes Marketing werden gefördert, um Italien nicht nur als Erzeuger, sondern als "Weinland-System" zu bewerben. Eine koordinierte Teilnahme an internationalen Fachmessen und globale digitale Kampagnen können dazu beitragen, dieses Image zu stärken.
Auf der institutionellen Seite laufen Verhandlungen über Zollsenkungen oder -befreiungen in internationalen Foren (z. B. zwischen der EU und den USA). Finanzielle Unterstützungsinstrumente wie Exportkreditversicherungen werden ebenfalls eingesetzt, um Unternehmen beim Risikomanagement zu helfen.
Innovation ist ein weiterer Bereich, der innerhalb der Branche diskutiert wird. Während einige Erzeuger Trends wie alkoholarme oder alkoholfreie Weine erforschen, um neue Verbraucher anzusprechen, gibt es eine Debatte darüber, wie weit die Innovation gehen sollte, ohne die kulturelle Identität des italienischen Weins zu verwässern. Viele sind der Meinung, dass alkoholfreie Getränke auf Traubenbasis klar vom traditionellen Wein unterschieden werden sollten, um Verwechslungen zu vermeiden und den symbolischen Wert des Weins zu bewahren.
Die Kommunikation wird als verbesserungsbedürftiger Bereich angesehen. Der derzeitige Ansatz - oft technisch und exklusiv - kann potenzielle neue Verbraucher abschrecken. Die Weinkultur zugänglicher zu machen, ohne sie zu sehr zu vereinfachen, wird als wesentlich angesehen, um jüngere Generationen anzuziehen und die Marktbasis zu erweitern.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt Italien sowohl mengen- als auch wertmäßig einer der führenden Weinexporteure der Welt. Die derzeitige Verlangsamung macht deutlich, dass sich der Sektor in einer Übergangsphase befindet, doch dies ändert nichts an seiner weltweiten Führungsposition und seinen künftigen Wachstumsaussichten, wenn wirksame Marktstrategien, Innovationen und Diversifizierungsmaßnahmen zum Tragen kommen.
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