23.02.2026

In der kalifornischen Weinindustrie vollzieht sich ein bedeutender Wandel, da die Weinbauern als Reaktion auf das anhaltende Überangebot Tausende von Hektar Rebfläche abbauen. Der Bundesstaat, der den Großteil des amerikanischen Weins produziert, hatte in den letzten Jahren mit einem rückläufigen Weinkonsum sowohl im Inland als auch weltweit zu kämpfen. Dieser Abschwung führte dazu, dass die Erzeuger mehr Trauben hatten, als die Weinkellereien verwenden konnten, was zu einer finanziellen Belastung des gesamten Sektors führte.
Laut einem von der California Association of Winegrape Growers in Auftrag gegebenen Bericht wurden zwischen Oktober 2024 und August 2025 landesweit mehr als 38.000 Hektar Weinanbaufläche gerodet. Dies entspricht etwa 7 % der gesamten kalifornischen Weinanbaufläche, so dass noch etwa 477.000 Hektar in der Produktion verbleiben. Branchenexperten gehen davon aus, dass die künftige Nachfrage nur noch etwa 410.000 Hektar decken wird, so dass weitere Kürzungen wahrscheinlich sind.
Jeff Bitter, Präsident der Allied Grape Growers, sprach das Thema letzten Monat auf dem Unified Wine and Grape Symposium in Sacramento an. Er wies darauf hin, dass die Branche zwar immer noch mit einem Überangebot zu kämpfen hat, dass aber die laufenden Entnahmen, die in diesem Jahr voraussichtlich weitere 40.000 Hektar erreichen werden, den Markt näher an das Gleichgewicht bringen könnten. Wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzen, könnte die produktive Anbaufläche bereits in diesem Jahr, aber wahrscheinlich erst 2027 oder 2028 mit der Nachfrage übereinstimmen, so Bitter.
Das Problem des Überangebots hat sich durch den schleppenden Weinverkauf noch verschärft. Laut dem Gomberg Fredrikson Report verfügten die kalifornischen Weinkellereien Ende 2023 über einen Bestand an fertigen Weinen, der 21,7 Monate reichte und damit weit über ihrem Ziel von 18 Monaten lag. Dieser Überschuss veranlasste die Weinkellereien, ihre Traubenkäufe zu reduzieren, und trug zu einer Rekordmenge an nicht geernteten Früchten bei. Im Jahr 2024 wurden schätzungsweise 400.000 Tonnen Trauben nicht geerntet; im vergangenen Jahr stieg diese Zahl auf etwa 820.000 Tonnen, was ungefähr einem Viertel der Ernte entspricht.
Infolgedessen war die kalifornische Weintraubenernte 2025 mit weniger als 2,5 Millionen Tonnen eine der kleinsten seit Jahrzehnten. Auch die Neuanpflanzungen von Weinbergen gingen stark zurück: Die Baumschulen verkauften im vergangenen Jahr nur 7,7 Millionen Rebstöcke, was einer Fläche von etwa 7.200 Hektar entspricht - ein starker Rückgang gegenüber den über 20 Millionen verkauften Rebstöcken drei Jahre zuvor.
Die Erzeuger ohne langfristige Verträge sind von diesen Veränderungen am stärksten betroffen. Viele waren gezwungen, ihre Trauben mit Verlust zu verkaufen oder sie am Stock zu lassen. Aufgrund der mangelnden Rentabilität ist es für einige Erzeuger schwierig geworden, Betriebskredite von Banken zu erhalten. Randy Baranek von Fowler Brothers Farming in Stanislaus County berichtete, dass er im vergangenen Jahr die Beseitigung von mehr als 5.000 Hektar Rebfläche beaufsichtigt hat, und erwartet aufgrund der anhaltenden Nachfrage nach Dienstleistungen für die Beseitigung von Weinbergen in diesem Jahr eine ähnliche Zahl.
Branchenanalysten führen mehrere Ursachen für den rückläufigen Weinkonsum an. Eine Rolle spielen die veränderten Gesundheitsrichtlinien in Bezug auf den Alkoholkonsum und die steigenden Lebenshaltungskosten. Jüngere Verbraucher trinken weniger Wein als frühere Generationen und sind für die Weinkellereien schwerer zu erreichen.
Trotz dieser Herausforderungen sehen einige Branchenführer Chancen für eine Erholung, indem sie an die veränderten Werte der Verbraucher appellieren. Liz Thach, Präsidentin des Wine Market Council, sagte, dass jüngere Generationen zwar insgesamt weniger Wein trinken, ihn aber immer noch positiv sehen - sie assoziieren ihn mit Natur, Landwirtschaft und sozialer Verbundenheit. Sie schlug vor, dass Weinkellereien Attribute wie einen niedrigen Zuckergehalt und nachhaltige Anbaumethoden hervorheben sollten, um gesundheits- und umweltbewusste Verbraucher anzusprechen.
Die jüngste Welle von Weinbergsräumungen ist für Winzer, die viel in ihr Land investiert haben, kostspielig, kann aber für die langfristige Stabilität der Branche notwendig sein. Da die Lagerbestände allmählich sinken und sich das Angebot der Nachfrage annähert, könnten sich die Bedingungen für den kalifornischen Weinsektor nach Ansicht von Experten in den nächsten Jahren verbessern. Bis dahin müssen viele Winzer weiterhin schwierige Entscheidungen treffen, da sie auf Anzeichen für eine Erholung der nationalen und globalen Märkte warten.
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