20.02.2026

Alkoholfreie Getränke, einschließlich mit CBD, Nootropika und Adaptogenen versetzter Getränke, gewinnen in den Vereinigten Staaten und anderen führenden Märkten bei jüngeren Verbrauchern, die das gesetzliche Mindestalter für den Alkoholkonsum erreicht haben, immer mehr an Bedeutung. Diese Produkte werden nicht in erster Linie als gesundheitsorientierte Alternativen zu Alkohol gesehen, sondern eher als funktionale Getränke, die spezifische Effekte wie Entspannung, Stimmungsaufhellung oder erhöhte Konzentration bieten. Der Trend ist besonders stark bei den Millennials und der Generation Z, die mittlerweile mehr als 75 % der alkoholaffinen Verbraucher in den 10 wichtigsten Märkten ohne bzw. mit geringem Alkoholgehalt ausmachen.
Jüngste Daten aus der Strategiestudie 2025 der IWSR zu alkoholfreien und alkoholarmen Getränken zeigen, dass das Volumen an alkoholfreien und alkoholarmen Getränken in den 10 wichtigsten Märkten der Welt im Jahr 2024 um 4 % und der Wert um 6 % zunehmen wird. Die Prognosen für 2025 deuten auf einen weiteren Volumenzuwachs von 9 % für alkoholfreie Produkte hin, während für alkoholhaltige Produkte ein Rückgang von 2 % erwartet wird. Bis 2029 wird für alkoholfreie Produkte ein Mengenwachstum von 36 % prognostiziert. Während traditionelle alkoholfreie Produkte wie Bier, Wein, trinkfertige Cocktails und Spirituosen die Kategorie mengenmäßig immer noch dominieren, wachsen alkoholähnliche Produkte schnell. IWSR geht davon aus, dass das Volumen dieser Produkte bis 2025 um 11 % steigen wird.
Die Verbraucherstudie von IWSR zeigt, dass der Konsum von alkoholhaltigen Getränken unter den alkoholfreien Trinkern zunimmt. Im Jahr 2025 gaben 19 % der alkoholfreien Trinker in den 10 wichtigsten Märkten an, dass sie alkoholische Zusatzstoffe konsumieren, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. In den USA liegt diese Zahl mit 33 % sogar noch höher, und unter den Verbrauchern der Generation Z in diesen Märkten liegt sie bei 30 %.
Susie Goldspink, Leiterin des Bereichs No/Low Insights bei IWSR, stellt fest, dass das Bewusstsein der Verbraucher für psychische Gesundheit und Stressbewältigung so hoch ist wie nie zuvor. Dies hat die Nachfrage nach funktionellen Getränken angekurbelt, die angeblich die Schlafqualität verbessern, das Energieniveau steigern oder bei der Bewältigung von Angstzuständen helfen. Viele neue Produktlinien bieten eine Reihe von Effekten - wie "aufmunternd", "entspannend", "beruhigend" oder "fokussierend" - um unterschiedliche Verbraucherbedürfnisse anzusprechen.
Zu den alkoholähnlichen Getränken gehören nicht-berauschende Hanfgetränke wie CBD-Soda, funktionelle Getränke mit Nootropika oder Adaptogenen sowie nicht-funktionelle Produkte, die durch pflanzliche Stoffe oder Rezepte auf Essigbasis alkoholische Eigenschaften imitieren. Auch Tees mit Kohlensäure und fermentierte Getränke fallen in diese Kategorie. Im Gegensatz zu den traditionellen alkoholfreien Produkten, die oft als gesundheitsfördernd oder als Ersatz für alkoholische Getränke vermarktet werden, werden alkoholische Zusatzstoffe in der Regel wegen ihrer funktionellen Vorteile ausgewählt. Viele Verbraucher verwenden sie, um sich zu entspannen oder um einen alkoholähnlichen Rausch zu erleben, ohne sich tatsächlich zu berauschen.
Goldspink weist darauf hin, dass 60 % der Verbraucher der Generation Z zwar ihren Alkoholkonsum einschränken, aber Alkoholzusatzstoffe nicht unbedingt als Ersatz für alkoholische Getränke betrachten. Stattdessen konsumieren sie diese Getränke wegen ihrer einzigartigen Wirkung. Dies deutet darauf hin, dass alkoholische Zusatzstoffe eher eine Ergänzung zu alkoholischen und alkoholfreien Analoggetränken als ein direkter Ersatz sein können.
Das Interesse an alkoholischen Ergänzungsgetränken ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Die USA und Kanada sind führend, sowohl was die Produktverfügbarkeit als auch die Offenheit der Verbraucher betrifft. In den USA geben 85 % der Verbraucher, die keinen oder nur einen geringen Alkoholkonsum haben, an, dass sie alkoholische Zusatzstoffe probiert haben oder gerne probieren würden; in Kanada sind es 78 %. Im Gegensatz dazu bekunden nur 33 % der japanischen und 43 % der französischen Verbraucher ein ähnliches Interesse. Die Präferenzen für funktionelle Vorteile sind ebenfalls unterschiedlich: Japanische Verbraucher bevorzugen schlaffördernde Produkte, während deutsche Verbraucher energiefördernde Optionen bevorzugen. In Australien, Kanada, Großbritannien und den USA stehen Entspannung, Energiezufuhr und Stimmungsaufhellung ganz oben auf der Wunschliste.
Trotz ihres Wachstumspotenzials stehen alkoholische Zusatzprodukte vor erheblichen Hindernissen. Die Verfügbarkeit ist nach wie vor eine große Herausforderung: 60 % der Käufer von alkoholfreien Getränken geben den eingeschränkten Zugang als Grund dafür an, dass sie diese Produkte nicht häufiger konsumieren. Diese Zahl ist höher als die Zahlen, die für andere alkoholfreie/alkoholarme Kategorien wie Spirituosen (50 %), RTDs (48 %), Wein (46 %) und Bier (35 %) gemeldet wurden. Ein weiteres Hindernis ist die Preiswahrnehmung; viele Verbraucher halten diese Getränke im Vergleich zu den herkömmlichen Optionen für teuer.
Die Platzierung im Einzelhandel erschwert die Sache ebenfalls. Alkoholische Zusatzstoffe sind in verschiedenen Abteilungen zu finden - Softdrinks, Energy Drinks, Kühlregale, Multipacks oder On-the-go-Displays - was zu Verwirrung darüber führt, wo sie zu finden sind. Branchenexperten sind der Meinung, dass ein klareres Kategorienmanagement im Einzelhandel dazu beitragen könnte, diese Produkte zu normalisieren und weiteres Wachstum zu fördern.
Da jüngere Verbraucher weiterhin nach funktionalen Getränken mit spezifischen Wirkungen suchen und nicht einfach nur ihren Alkoholkonsum aus gesundheitlichen Gründen reduzieren, scheint der Markt für alkoholhaltige Getränke für eine weitere Expansion bereit zu sein - vorausgesetzt, Hersteller und Einzelhändler können die Herausforderungen in Bezug auf Verfügbarkeit und Verbraucheraufklärung bewältigen.
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