Globale Käufer zeigen Bereitschaft, trotz Inflation 9,7 % mehr für nachhaltige Produkte zu zahlen

PwC-Umfrage: 80 % der Verbraucher bevorzugen umweltfreundliche Produkte, da Klimafragen und digitale Trends die Kaufgewohnheiten verändern

11.03.2026

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Global Shoppers Show Willingness to Pay 9.7% More for Sustainable Products Despite Inflation

Verbraucher auf der ganzen Welt zeigen ein starkes Engagement für Nachhaltigkeit, auch wenn Inflation und höhere Lebenshaltungskosten weiterhin die Haushaltsbudgets belasten. Laut der PwC-Umfrage "Voice of the Consumer Survey 2024" sind die Käufer bereit, im Durchschnitt 9,7 % mehr für Produkte zu zahlen, die nachhaltig produziert oder beschafft wurden. Im Rahmen der Umfrage wurden Antworten von mehr als 20 000 Verbrauchern aus 31 Ländern und Gebieten eingeholt, die ein umfassendes Bild der aktuellen Verbrauchereinstellung vermitteln.

Die Untersuchung ergab, dass 80 % der Befragten trotz des anhaltenden wirtschaftlichen Drucks bereit sind, mehr für nachhaltige Produkte zu bezahlen. Die Inflation ist nach wie vor ein großes Problem: 31 % der Verbraucher sehen darin das größte Risiko für ihre Kaufgewohnheiten im kommenden Jahr. Darüber hinaus erwarten 62 % der Verbraucher, dass ihre Lebensmittelrechnungen in den nächsten sechs Monaten am stärksten steigen werden, da die Preise für lebenswichtige Güter zunehmen.

Nachhaltigkeit beeinflusst weiterhin die Kaufentscheidungen. Die Umfrage ergab, dass 85 % der Verbraucher die Auswirkungen des Klimawandels in ihrem täglichen Leben spüren. Dies hat 46 % dazu veranlasst, mehr nachhaltige Produkte zu kaufen, um die Umweltbelastung zu verringern. Weitere Maßnahmen sind überlegteres Einkaufen, um den Gesamtverbrauch zu senken (43 %), Änderung der Essgewohnheiten (32 %) und Änderung des Reiseverhaltens (31 %). Etwa 24 % haben ein Elektrofahrzeug gekauft oder planen den Kauf eines solchen.

Bei der Bewertung von Nachhaltigkeitsbehauptungen achten die Verbraucher auf eindeutige Beweise wie Produktionsmethoden und Recyclingverfahren (40 %), umweltfreundliche Verpackungen (38 %) und Beweise dafür, dass Marken den Natur- und Wasserschutz unterstützen (34 %). Obwohl viele Verbraucher bereit sind, fast 10 % mehr für nachhaltige Produkte zu zahlen - einschließlich solcher, die aus recycelten Materialien oder aus lokaler Produktion stammen - stellt WPC fest, dass die tatsächlichen Ausgaben durch Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit begrenzt sein könnten.

Sabine Durand-Hayes, Global Consumer Markets Leader bei PwC Frankreich, kommentierte die Ergebnisse und stellte fest, dass die Verbraucher zwar finanziellen Druck verspüren, aber dennoch nachhaltig produzierten Waren den Vorzug geben. Sie betonte, dass die Unternehmen ein Gleichgewicht zwischen Erschwinglichkeit und Umweltverantwortung finden müssen, wenn sie Kunden anziehen und halten wollen. Durand-Hayes wies auch auf die Bedeutung des digitalen Engagements hin, da immer mehr Verbraucher direkt über soziale Medienplattformen kaufen.

Die Umfrage zeigte, dass die sozialen Medien eine größere Rolle bei der Gestaltung der Kaufgewohnheiten spielen. Fast die Hälfte (46 %) der Befragten hat Produkte direkt über soziale Medien gekauft, 2019 waren es noch 21 %. Die Mehrheit nutzt diese Plattformen, um neue Marken zu entdecken (67 %) und Bewertungen zu lesen, bevor sie einkaufen (70 %). Auch Influencer haben einen Einfluss: 41 % gaben an, dass ein Prominenter oder Influencer ihre Kaufentscheidungen beeinflusst hat.

Trotz dieser Verlagerung hin zum digitalen Einkaufen sind die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes nach wie vor groß. Die Umfrage ergab, dass 83 % der Verbraucher den Schutz personenbezogener Daten für entscheidend halten, um Vertrauen zu Unternehmen aufzubauen, und 80 % wollen Gewissheit darüber haben, wie ihre Daten behandelt werden. Allerdings fühlen sich nur 52 % sicher, dass sie wissen, wie ihre Daten gespeichert oder weitergegeben werden.

Als Reaktion auf die wachsende Nachfrage der Verbraucher nach Nachhaltigkeit betonen Getränkemarken - insbesondere Champagnerhäuser - ihre Umweltbemühungen. Champagne Telmont hat eine leichte Magnumflasche eingeführt, die den Kohlenstoffausstoß um fast 7,5 % reduziert. Das Haus hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2031 alle seine Weinberge auf biologische und regenerative Landwirtschaft umzustellen und bis 2050 den Netto-Nullpunkt zu erreichen.

Auch Piper-Heidsieck und Rare Champagne haben Fortschritte bei der Reduzierung ihrer Umweltauswirkungen erzielt. Beide Häuser haben zwischen 2019 und 2024 einen Rückgang der direkten Kohlenstoffemissionen um 34 %, der vorgelagerten Transportemissionen um 70 %, der Geschäftsreisen um 25 % und des Stromverbrauchs um 33 % erreicht. Beide Marken erhielten die B Corp-Zertifizierung - Piper-Heidsieck im Jahr 2022 und Rare Champagne kurz darauf - und wurden im Oktober 2025 erneut zertifiziert.

Telmont hat die ROC-Zertifizierung erhalten, nachdem Prüfungen durch Dritte bestätigt hatten, dass die Weinberge des Unternehmens die Standards für Bodengesundheit, Biodiversität und faire Arbeitsbedingungen erfüllen. Diese Bemühungen spiegeln einen breiteren Trend unter den Getränkeherstellern wider, die auf die Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich Transparenz und Umweltverantwortung reagieren.

Während die Inflation weiterhin die Kaufgewohnheiten weltweit prägt, signalisiert die Bereitschaft der Käufer, mehr für nachhaltige Produkte zu bezahlen, eine dauerhafte Veränderung der Verbraucherwerte. Marken aus allen Branchen werden wahrscheinlich zunehmend unter Druck geraten, echte Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit zu erzielen, wenn sie ihre Kunden in einem sich wandelnden Markt an sich binden wollen.

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