20.05.2026

Frankreich hat einen symbolischen Wendepunkt in seinen Trinkgewohnheiten erreicht: Erstmals tranken die Menschen im Land im vergangenen Jahr mehr Bier als Wein, wie in dieser Woche veröffentlichte Branchenzahlen zeigen. Höhere Lebenshaltungskosten und veränderte Gewohnheiten jüngerer Erwachsener prägen damit weiterhin einen der weltweit aufmerksamsten Weinmärkte.
Die Internationale Organisation für Rebe und Wein teilte mit, dass französische Verbraucher 2025 22 Millionen Hektoliter Wein tranken, leicht unter den 22,1 Millionen Hektolitern Bier, die von Brewers of France gemeldet wurden. Der Abstand ist gering, markiert aber einen historischen Wandel in einem Land, das seit Langem mit Wein zu Tisch, in Cafés und im Alltag verbunden wird. Auch der Weinkonsum in Frankreich fiel auf den niedrigsten Stand seit 1957 und unterstreicht damit einen Rückgang, der sich seit Jahrzehnten aufgebaut hat.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Weinkonsum in Frankreich gegenüber dem Vorjahr um 3,2 % zurückging und 7,2 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt lag. Branchenanalysten zufolge spiegelt der Rückgang sowohl wirtschaftlichen Druck als auch kulturellen Wandel wider. Steigende Preise haben viele Verbraucher vorsichtiger gemacht bei dem, was sie kaufen und trinken, während jüngere Franzosen Wein seltener als ihre Eltern oder Großeltern als festen Bestandteil von Mahlzeiten betrachten.
Bier hat sich besser gehalten, weil es oft günstiger ist und stärker mit lockeren gesellschaftlichen Anlässen verbunden wird. Auch alkoholfreies Bier hat an Boden gewonnen; den von Branchenverbänden zitierten Daten zufolge stiegen die Verkäufe im vergangenen Jahr um 12 %. Dieses Wachstum deutet darauf hin, dass einige Verbraucher nicht einfach von Wein auf hochprozentigen Alkohol umsteigen, sondern nach Getränken mit geringerem Alkoholgehalt oder ganz ohne Alkohol suchen.
Der Wandel kommt für den Weinhandel insgesamt zu einem schwierigen Zeitpunkt. Produzenten in reifen Märkten sehen sich mit schwächerer Nachfrage konfrontiert, und Exporteure mussten sich mit Handelsspannungen und Zöllen auseinandersetzen, die den weltweiten Absatz beeinträchtigt haben. In Frankreich, wo Wein für Landwirtschaft, Tourismus und nationale Identität zentral bleibt, versucht die Branche sich anzupassen – mit der Förderung von Besuchen in den Weinbergen, Nachhaltigkeitsinitiativen und Weinen mit geringerem Alkoholgehalt.
Für viele Erzeuger sind die Zahlen weniger ein plötzlicher Schock als vielmehr ein weiteres Zeichen eines langen Übergangs. Die französischen Trinkgewohnheiten verändern sich seit Jahren: Mahlzeiten werden weniger formell, jüngere Verbraucher trinken insgesamt weniger, und das gesellige Trinken verlagert sich weg vom Esstisch. Was einst als Selbstverständlichkeit galt – dass Wein in Frankreich das Standardgetränk bleiben würde – wird nun von Preisen, Vorlieben und einer neuen Generation mit anderen Erwartungen auf die Probe gestellt.
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
VGSC, S.L. ist ein im Handelsregister von Santiago de Compostela, Spanien, eingetragenes Unternehmen.
E-Mail: [email protected] | Tel: +34 986 077 611
Hauptsitz und Büros in Vilagarcia de Arousa, Galicien