04.08.2026
Deutschland beendete das Jahr 2025 mit 1.415 bierproduzierenden Brauereien, nach 1.552 im Jahr 2019, was einem Verlust von 137 Standorten und einem Rückgang um 8,8 % entspricht, wie das Statistische Bundesamt vor dem Internationalen Tag des Bieres am 7. Aug. veröffentlichte.
Die Zahlen deuten auf eine anhaltende Ausdünnung einer der wichtigsten Brauindustrien Europas hin, da schwächerer Bierkonsum und höhere Betriebskosten die Produzenten unter Druck setzen. Besonders deutlich ist der Rückgang bei kleinen Brauereien, die einen großen Teil der deutschen Brauereilandschaft ausmachen und stärker von steigenden Kosten und nachlassender Nachfrage betroffen sind.
Mehr als die Hälfte der deutschen Brauereien produziert nach Angaben des Statistischen Bundesamts nicht mehr als 100.000 Liter pro Jahr. Diese Struktur zeigt, wie fragmentiert der Sektor weiterhin ist und warum viele Betriebe nur begrenzten Spielraum haben, höhere Energie-, Rohstoff-, Arbeits- und Vertriebskosten aufzufangen. Zwar hat alkoholfreies Bier in Deutschland an Boden gewonnen, doch dieses Wachstum reichte nicht aus, um geringere Mengen beim traditionellen Bier auszugleichen.
Bayern blieb 2025 mit 588 Brauereien das Zentrum des deutschen Brauwesens. Baden-Württemberg folgte mit 190, und Nordrhein-Westfalen kam auf 131. Die Konzentration in Süddeutschland spiegelt die langen regionalen Brautraditionen des Landes wider, doch die jüngsten Zahlen zeigen, dass dieses Erbe die Produzenten nicht vor breiteren Marktdruckfaktoren geschützt hat.
Die neue Zahl bezieht sich auf Betriebe, die tatsächlich Bier produzieren, also auf eine engere Messgröße als die breiteren Unternehmenszählungen, die in Branchenberichten mitunter verwendet werden. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie ein klareres Bild der aktiven Produktionskapazität in einer Zeit liefert, in der die Zahl der Schließungen in der gesamten Branche weiter steigt.
Die Gesamtzahl der Brauereien in Deutschland hatte 2019 zuletzt einen Höchststand erreicht, bevor sie zu sinken begann. Die jüngsten Daten bestätigen, dass sich der Rückgang bis 2025 fortgesetzt hat, und verlängern damit einen Trend, der mit strukturellen Veränderungen der Trinkgewohnheiten ebenso verbunden ist wie mit der Kosteninflation, die Hersteller in der gesamten Lebensmittel- und Getränkeindustrie belastet hat.
Für Brauereien besteht die Herausforderung nicht nur darin, weniger herkömmliches Bier zu verkaufen, sondern dies auch in einem Markt zu tun, in dem viele Unternehmen klein bleiben. In einer so fragmentierten Branche können selbst moderate Mengenrückgänge erhebliche Auswirkungen auf die Rentabilität haben. Fixkosten lassen sich schwerer verteilen, die Finanzierung ist oft enger, und Investitionen in Effizienz oder Produktdiversifizierung können schwieriger sein als bei größeren Gruppen.
Der Druck beschränkte sich nicht auf sehr kleine Produzenten. Laut der Datenauswertung waren von Brauereischließungen auch größere Unternehmen betroffen. Dennoch erklärt die starke Präsenz von Betrieben mit geringem Ausstoß, warum der Sektor anfällig bleibt, während sich die Nachfrage der Verbraucher verschiebt und die Kosten hoch bleiben.
Die Zahlen bieten eine Momentaufnahme einer Branche, die in Deutschland kulturell weiterhin wichtig ist, sich aber an einen kleineren Binnenmarkt anpasst. Für Regionen, die für dichte Brauereinetze und lokale Biertraditionen bekannt sind, bedeutet der Rückgang weniger aktive Produzenten, obwohl Deutschland weiterhin zu den weltweit bekanntesten Braunationen zählt.
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