China zahlte bis September mehr für weniger Spirituosenimporte
Die Importmenge sank um 9,4 % auf 71,9 Millionen Liter, während der Wert um 19,6 % auf 1,378 Milliarden US-Dollar stieg
Dienstag, 3. November 2026

China importierte von Januar bis September gemessen am Volumen weniger destillierte Spirituosen, gab für diese Einkäufe jedoch deutlich mehr aus. Das geht aus Zahlen hervor, über die Beijing Business Today am Dienstag, dem 3. November, berichtete und die Eastmoney erneut veröffentlichte.
Der Bericht, der die Zahlen der Abteilung für den Import und Export alkoholischer Getränke der China Chamber of Commerce of Import and Export of Foodstuffs, Native Produce and Animal By-Products zuschrieb, bezifferte Chinas Spirituosenimporte in den ersten neun Monaten des Jahres auf 71,9 Millionen Liter. Der Gesamtwert der Importe belief sich auf 1,378 Milliarden US-Dollar.
Gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 sank das Importvolumen um 9,4 %, während der nominale Importwert um 19,6 % stieg. Die beiden Entwicklungen weisen in entgegengesetzte Richtungen: China kaufte mengenmäßig weniger Spirituosen, die Gesamtrechnung fiel jedoch höher aus.
Ausgehend von den gerundeten Gesamtwerten des Berichts ergibt sich ein durchschnittlicher Importwert von rund 19,17 US-Dollar je Liter. Das waren etwa 32,0 % mehr als ein Jahr zuvor. Aus der Zahl geht nicht hervor, ob der Anstieg hauptsächlich auf höhere Preise, eine Verschiebung hin zu teureren Kategorien, Qualitätsveränderungen oder eine andere Zusammensetzung der Lieferländer zurückzuführen war. Sie zeigt lediglich, dass der durchschnittlich je Liter gezahlte Betrag deutlich gestiegen ist.
Die Diskrepanz zwischen Volumen und Wert dürfte bei Exporteuren und Lieferanten, die den chinesischen Markt beobachten, für Aufmerksamkeit sorgen. Ein Rückgang der importierten Liter kann auf eine schwächere Nachfrage in Teilen des Handels, einen langsameren Lagerumschlag oder veränderte Einkaufsmuster hindeuten. Zugleich bedeutet eine höhere Gesamtrechnung, dass die Importeure insgesamt weiterhin mehr zahlten – entweder, weil die Stückpreise stiegen, oder weil sich die Produktpalette zugunsten höherwertiger Lieferungen verschob.
Die Zahlen machen auch deutlich, welche Grenzen zusammengefasste Importdaten haben. Zolldaten zeigen, wie viele Produkte die Grenze passierten und wie viel die Importeure dafür bezahlten, messen aber weder die Einzelhandelsumsätze noch die endgültige Verbrauchernachfrage oder die Entwicklung einzelner Marken direkt. Aus dieser Zusammenfassung geht zudem nicht hervor, wie sich die Veränderungen auf wichtige Spirituosenkategorien wie Whisky, Brandy, Wodka, Rum, Gin, Tequila oder andere destillierte Getränke verteilten.
Für Erzeuger, die nach China verkaufen, ist dieser Unterschied wichtig. Ein Anstieg des durchschnittlichen Werts je Liter kann für Premiumexporteure positiv sein, wenn Käufer verstärkt zu höherwertigen Produkten greifen. Dasselbe Muster kann jedoch auch entstehen, wenn preisgünstigere Segmente stärker nachgeben als Premiumsegmente und dadurch das Gesamtvolumen sinkt, während die Durchschnittswerte steigen. Ohne eine detailliertere Aufschlüsselung nach Kategorien lassen sich diese Effekte anhand der gemeldeten Gesamtwerte nicht voneinander trennen.
Der von Eastmoney veröffentlichte Bericht enthielt in der Zusammenfassung keine Aufschlüsselung nach Herkunftsländern und wies auch keine Entwicklung einzelner Getränkekategorien aus. Ebenso wenig zeigte er, welcher Anteil des Wertzuwachses auf die zugrunde liegenden Vertragspreise, Wechselkurseffekte bei der Rechnungsstellung oder Veränderungen bei Logistik und damit verbundenen Kosten zurückging. Der Wert wurde in US-Dollar angegeben.
Die Daten zeigen dennoch eine klare Veränderung der Struktur von Chinas Spirituosenimporten bis September. Der Markt importierte insgesamt weniger Flüssigkeit als in den ersten neun Monaten des Jahres 2025, während jeder Liter im Durchschnitt einen deutlich höheren Wert hatte. Für Exporteure, Vertriebe und Investoren bedeutet das, dass der Importwert allein nur einen Teil des Bildes liefert. Dieselben Zahlen können gleichzeitig auf eine schwächere Mengennachfrage und eine stärkere Konzentration auf höherwertige Produkte hindeuten.
Beijing Business Today nannte die Fachabteilung der Branchenkammer als Quelle der Zahlen; Eastmoney veröffentlichte den Bericht am Dienstag, dem 3. November, erneut. Die Angaben bezogen sich auf den Zeitraum von Januar bis September und verglichen ihn mit den ersten neun Monaten des Jahres 2025.