Argentiniens Weinabsatz sank im September um 4,7 Prozent
Weißweinverkäufe plus 8 Prozent, Rot- und Roséweine minus 9,3 Prozent: Argentiniens Weinmarkt erlebt eine Verschiebung der Nachfrage.
Freitag, 30. Oktober 2026

Argentiniens Weinmarkt gab im September nach, obwohl Weißwein weiter Marktanteile hinzugewann. Das deutet auf eine Verschiebung der Verbrauchernachfrage in einem der wichtigsten Weinbauländer der Welt hin.
Nach Angaben des argentinischen Nationalen Instituts für Weinbau, die von Los Andes zitiert wurden, setzte das Land im September 2026 insgesamt 707.145 Hektoliter Wein ab – 4,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Dabei stiegen die Weißweinverkäufe um 8 Prozent, während Rot- und Roséweine um 9,3 Prozent zurückgingen. Seit Jahresbeginn lag der Markt insgesamt 0,2 Prozent im Minus.
Die Daten zeigen einen insgesamt schwächelnden Markt, dessen Zusammensetzung sich jedoch verändert. Rotwein bleibt in Argentinien eine zentrale Kategorie, doch Weißweine legen zu, während die Gesamtmengen unter Druck stehen. Dieser Trend sorgt in der Branche für Aufmerksamkeit, denn er deutet darauf hin, dass die Nachfrage nicht einfach schrumpft, sondern sich auf andere Weinstile verlagert.
In Mendoza, der wichtigsten Weinbauregion des Landes, sind die Auslieferungen 2026 laut dem Bericht trotz des landesweiten Rückgangs stabil geblieben. Damit hebt sich Mendoza vom Gesamtmarkt ab und unterstreicht die Bedeutung der Provinz für Argentiniens Weinwirtschaft. Der Quelle zufolge wurden keine gesonderten Auslieferungsmengen für Mendoza genannt. Sie berichtete jedoch, dass die Provinz ihr Absatzniveau gehalten habe, während die Verkäufe auf nationaler Ebene nachgaben.
Los Andes zufolge führen Branchenexperten das Wachstum bei Weißwein auf das Interesse der Verbraucher an frischeren, milderen Geschmacksprofilen sowie auf Trinkgelegenheiten bei warmem Wetter und zum Aperitif zurück. Der Bericht hob außerdem hervor, dass das Angebot an Weißweinsorten, die an die lokalen Anbaubedingungen angepasst sind, die Expansion des Segments begünstigt hat. Zusammengenommen tragen diese Faktoren dazu bei, dass Weißweine gegenüber der traditionellen Dominanz der Rotweine Boden gutmachen.
Für Weingüter und Traubenerzeuger sprechen die Zahlen dafür, Produktionspläne, Lagerbestände und Vertriebsstrategien zu überprüfen. Die steigende Nachfrage nach Weißwein in Argentinien kann Entscheidungen über Sortenanteile, Verpackungen, Verkaufsförderung und Vertrieb beeinflussen – insbesondere bei Erzeugern, die stärker auf Rotweine ausgerichtet sind. Für den Getränkesektor insgesamt ist diese Entwicklung ebenfalls ein wichtiges Signal: Einzelhandel, Großhandel und Gastronomie passen ihre Sortimente an die sich wandelnden Konsummuster in einem großen Binnenmarkt an.
Die Septemberzahlen deuten nicht auf eine breite Erholung des Weinkonsums hin. Vielmehr zeigen sie einen selektiveren Markt, in dem sich manche Kategorien besser entwickeln als andere. Vor diesem Hintergrund stechen die stabilen Auslieferungen aus Mendoza und das bessere Abschneiden der Weißweine als deutlichste Entwicklungen im argentinischen Weinhandel 2026 hervor.