RNDC beantragt gerichtliche Genehmigung seines Chapter-11-Abwicklungsplans

Unbesicherte Gläubiger erklären, der Plan gebe Ansprüche im möglichen Wert von mehr als 1 Milliarde Dollar für einen Vergleich über 50,25 Millionen Dollar frei

Donnerstag, 29. Oktober 2026

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RNDC beantragt gerichtliche Genehmigung seines Chapter-11-Abwicklungsplans

Republic National Distributing Company, einer der größten Spirituosenhändler der USA, steuert im Chapter-11-Liquidationsverfahren weiter auf die Abwicklung zu. Gläubiger, Beschäftigte und die für Insolvenzen zuständigen Bundesaufsichtsstellen streiten darüber, wie das verbleibende Vermögen des Unternehmens verteilt werden soll.

Wie aus von Inc. zitierten Gerichtsunterlagen hervorgeht, beantragte RNDC am Dienstag, dem 27. Oktober, bei einem Insolvenzrichter die Genehmigung seines Plans für das Chapter-11-Verfahren. Das Verfahren ist noch anhängig. Die Anwälte von RNDC haben zudem eine Einigung mit unbesicherten Gläubigern erzielt, doch damit ist der Streit über die Abwicklung des Unternehmens nicht beigelegt. Gegen den Plan hat weiterhin das Office of the U.S. Trustee Einspruch erhoben, die Bundesbehörde, die Insolvenzverfahren überwacht.

Das Unternehmen hatte Anfang 2026 nach einer Phase sinkender Alkoholabsätze und wachsender Schulden Chapter 11 beantragt. Seither wickelt es sein Geschäft nach Bundesstaaten getrennt ab, anstatt eine Neuorganisation als operatives Unternehmen anzustreben. Laut einem von Inc. zitierten Bericht von BevNet hat ein Richter den Verkauf der RNDC-Geschäfte in Alaska, Kentucky und Michigan genehmigt. Zuvor hatte das Unternehmen bereits mehrstaatliche Vereinbarungen mit Reyes Beverage Group und Martignetti Companies geschlossen.

Gerichtsunterlagen zeigen das Ausmaß der Forderungen gegen den Vertriebshändler. In seinem Insolvenzantrag führt RNDC 30 seiner größten unbesicherten Forderungen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 300 Millionen Dollar auf. Achtzehn davon stammen von Wein- und Spirituosenlieferanten, darunter Proximo Spirits, Edrington und Delicato Family Wines. Die Zahlen verdeutlichen, wie hoch das Risiko für große Getränkehersteller sein kann, wenn ein bedeutender Großhändler ausfällt.

Der vorgeschlagene Abwicklungsplan sieht mehrere umfangreiche Zugeständnisse und Vergleiche vor. Laut von Inc. zitierten Gerichtsunterlagen umfasst er einen Vergleich über 50,25 Millionen Dollar zu künftigen Ansprüchen gegen die Anteilseigner des Unternehmens, den Verzicht auf Forderungen aus Krediten mit zweitrangiger Besicherung in Höhe von 260 Millionen Dollar sowie unbesicherte Schuldverschreibungen im Wert von 47,7 Millionen Dollar. Der Ausschuss der unbesicherten Gläubiger hält dagegen, die freizugebenden Ansprüche könnten deutlich mehr wert sein als der Vergleichsbetrag. BevNet berichtete, der Ausschuss schätze den Wert dieser Ansprüche auf mehr als 1 Milliarde Dollar.

Dieser Streit ist zum zentralen Konflikt des Verfahrens geworden. Dem Ausschuss der unbesicherten Gläubiger gehören große Getränkeunternehmen wie Pernod Ricard und Proximo an. Seine Mitglieder drängen auf eine höhere Rückzahlung, während viele Lieferanten bereits mit einer schwächeren Nachfrage, geringeren Lagerbeständen und einer zurückhaltenden Bestellpraxis in Teilen des Alkoholmarktes zu kämpfen haben.

Ein weiterer großer Streitpunkt betrifft Rückstellungen für die Vergütung von Beschäftigten. Der Ausschuss wandte sich gegen RNDCs Plan, 64,5 Millionen Dollar an aufgeschobenen Vergütungen für Beschäftigte zurückzulegen, denen im Insolvenzverfahren kein vorrangiger Anspruch zuerkannt wurde. Nach der anhängigen Vereinbarung würden stattdessen 47 Millionen Dollar aus diesen Rückstellungen an die allgemeinen unbesicherten Gläubiger gehen; die Beschäftigten, die an den aufgeschobenen Vergütungsplänen von RNDC teilgenommen haben, erhielten den Rest.

Der Einspruch des Office of the U.S. Trustee sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Inc. hat die vollständige Begründung des Einspruchs nicht näher ausgeführt. Dass er vorliegt, bedeutet jedoch, dass das Gericht noch offene Fragen klären muss, bevor ein umfassenderer Liquidationsplan endgültig beschlossen werden kann. RNDC kann bislang auf Fortschritte bei den Vermögensverkäufen und beim Vergleich mit den Gläubigern verweisen; die umstrittensten Teile des Insolvenzverfahrens sind aber weiterhin offen.

Der Fall ist auch über die Bilanz von RNDC hinaus von Bedeutung, weil Vertriebshändler eine zentrale Rolle in der Getränkelieferkette spielen. Bricht ein Unternehmen dieser Größe zusammen, kann es für Weingüter, Brennereien und andere Lieferanten zu Verzögerungen beim Einzug offener Forderungen und zu Unsicherheit über bereits im Vertrieb befindliche Waren kommen. Zudem müssen sie möglicherweise kurzfristig in mehreren Bundesstaaten neue Vertriebspartner finden. Die Liquidation könnte Getränkeunternehmen auch dazu veranlassen, ihre Kreditbedingungen und vertraglichen Absicherungen zu überprüfen und zu hinterfragen, wie stark sie von einer kleinen Zahl von Großhändlern abhängen.

Die Insolvenz von RNDC zeigt, wie sich dieser Druck in der Alkoholbranche ausbreiten kann. Lieferanten versuchen nicht nur, unbezahlte Rechnungen einzutreiben. Sie wollen auch ihren künftigen Marktzugang in Bundesstaaten sichern, in denen das Unternehmen einst große Teile des Wein- und Spirituosenvertriebs abwickelte. Solange das Gericht nicht über die noch offenen Einsprüche entschieden hat, bleibt die endgültige Verteilung des RNDC-Vermögens unter Gläubigern, Beschäftigten und anderen Anspruchsberechtigten ungeklärt.

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